Timeless Firnis Gloss

Habe mir kurz vor Weihnachten mal ’ne Gallone von dem Timeless Gloss Firnis bestellt und dann einen 50×150 cm Druck auf der Bonjet Canvas matt zum Test damit lackiert.

Mein erster Eindruck ist, daß das Timeless Gloss sehr, sehr schnell trocknet. Ich muss die Rolle, die ich zum auftragen benutze, immer wieder in die Schale mit Firnis neu eintauchen und wenn ich dann die Rolle auf der Leinwand  dort ansetze, wo ich aufhörte, ist dort das Firnis schon fast komplett trocken. Als ich das Firnis überall aufgetragen hatte, konnte ich erste Bereiche mit unterschiedlichem Glanz sehen. Ich setzte mutig zum zweiten Durchgang an und trug auf der gesamten Fläche noch mal Firnis auf, diesmal etwas dünner, und versuchte so einen homogenen Glanz auf der Leinwand hin zu bekommen. Dabei merkte ich, daß das Firnis vom ersten Auftragen schon zäh klebrig an der Rolle zerrte.

Im trockenen Zustand waren auf der Leinwand immer noch mattere und glänzendere Bereiche auszumachen, vor allem, wenn ich schräg drauf schaute. Der Grund mag in den Umgebungsbedingungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Art der Leinwand gelegen haben, ich teste in den kommenden Tagen mal ein anderes Motiv und auch eine andere Leinwand werde ich für’s firnissen verwenden. So jedenfalls ist das Ergebnis nicht zu gebrauchen.

Meine anfängliche Frage, ob und wie sich das glänzende Firnis auf den Druck auswirkt, wurde beantwortet: Die Farben wirken brillanter, das Motiv ist kontrastreicher. Mit glänzendem Firnis wirkt das Motiv fast wie auf gutem Fotopapier gedruckt. Es ist plastischer, dreidimensionaler und knackiger. Einzig an den Stellen, an denen ich zweimal Firnis aufgetragen hatte, war der Glanz schon ein bisschen arg speckig, zuviel. Ich berichte vom nächsten Versuch.

Timeless Firnis Matt

Nach meinem ersten Test der Tetenal Firnislösung habe ich jetzt mal die von Breathing Color probiert. Breathing Color macht im Internet viel Werbung für seine Canvas Stoffe und wirbt besonders mit deren besonderer Weiße ohne optische Aufheller. Das matte Canvas Lyve von Breathing Color habe ich gerade im Test und berichte demnächst darüber.

Timeless ist eine Weiterentwicklung vom Glamour II und soll noch besser sein. Glamour II konnte ich nicht testen, womit ein Vergleich für mich nicht möglich ist. Timeless ist in drei Glanzgraden zu bekommen: matt, satin und gloss. Für meinen Test habe ich mir eine Dose in matt besorgt und war gleich enttäuscht von der Dosengröße: Ich hatte die in Pintgröße bestellt und diesen Pint fälschlicherweise mit knapp einem Liter angenommen. Tatsächlich ist das amerikanische Pint aber nur knapp einen halben Liter groß. In Amerika bekommt man allerorten ein Pint Bier serviert – also knapp einen halben Liter, was beim dünnen amerikanischen Bier nicht wirklich viel ist. Das so nebenbei.

Ein halber Liter stand mir für erste Firnisversuche also zur Verfügung – der kostete mich doch tatsächlich fast 35 Euro, der Liter so gut 70 Euro. Das wäre zweimal so teuer wie Protenal, wobei Protenal nur als Litergebinde zu haben ist, während Timeless auch als Gallone lieferbar ist. Eine Gallone entspricht fast 4 Liter – genauer sind es 3,785 Liter – und die gibt es für rund 130 Euro, was einem Literpreis von etwas mehr als 34 Euro entspricht. Damit ist Timeless dann wieder 1 Euro pro Liter günstiger als Protenal. Und Timeless wird nur einmal aufgetragen, Protenal dagegen zweimal, sparen wir auch hier, selbst wenn die leichte Verdünnbarkeit des Protenal mit einbezogen wird.

Gehe ich davon aus, das ich mit Protenal und Timeless die gleiche Quadratmeterzahl schützen kann, dann ist Timeless fast doppelt so ergiebig – weil nur einmal aufzutragen – wie Protenal. In Kosten ausgedrückt ergibt sich Timeless also ein deutlicher Vorteil, aber wohlgemerkt theoretisch.

Timeless darf nicht verdünnt werden, daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil: Reste können zurück in die Dose gekippt werden, ich muss nur selten Ansatzlösungen wegtun und spare hier noch mal.

Das Auftragen

Dose gut schütteln und die fertige Lösung in eine Schale für die Malerrolle kippen. Die Malerrolle gut mit dem Firnis vollsaugen lassen und dann auf das Canvas aufrollen. Auf Breathing Colors Website gibts ein Video, dass das Vorgehen gut zeigt. Tatsächlich sehe ich keine Veränderungen der Farbe beim Auftragen. Die Firnislösung ist ganz klar, keine gelbliche Veränderung wie beim Protenal. Das Timeless muss kräftig aufgetragen werden. Es sind viele Rollbewegungen mit der Malerrolle zu machen, wobei ich mit immer weniger Druck rolle. Nach kurzer Zeit ist das Firnis angetrocknet und ich kann den Canvasdruck zur Seite legen. Nach gut 12 Stunden ist das Firnis wirklich trocken und ich sehe auch hier, wie beim Protenal, leichte Glanzunterschiede in der Oberfläche, so wie ich die ersten Bahnen mit viel Firnis auf der Rolle gerollt hatte. Vielleicht ist das Canvas schuld? Ich hatte das Bonjet 360 matte Canvas von Le Bon Image für die Tests genommen und da sowohl das Protenal als auch Timeless diese Streifen zeigen, bin ich geneigt das Canvas als Ursache anzusehen. Ich werde da noch Tests mit dem Breathing Color Lyve und dem Epson Water Resistant matte Canvas und den beiden Firnis machen müssen.

Mein Fazit

Timeless ist im großen Gebinde bezahlbar, allerdings muss man sich dann auch eine Gallone davon hinstellen. Wer nur ab und an und dann nur kleinere Flächen versiegeln muss, dem wird das Timeless zu teuer sein. Timeless lässt sich ähnlich einfach und ohne Probleme auftragen wie das Protenal. Keine Bläschen, keine Farbänderungen.

Beide matten Firnisse, das Protenal wie auch das Timeless, sind nicht komplett matt. Das Timeless ist ein Hauch matter als Protenal. Schaut man seitlich auf die Canvasdrucke, so nimmt der Kontrast ab, Schwärzen werden grauer. Beim direkten Betrachten von vorn wirkt das Bild so wie ohne Firnis und auch die Streifen sind nicht sichtbar.

Früher beim Laminieren von Fotodrucken war mir aufgefallen, das eine matte Folie ein knackiges Foto total flau werden lässt, nur glänzende Folie erhielt das Erscheinungsbild.

Um also einen Canvasdruck knackiger, brillianter zu machen, muss ich schon eine seidenglänzende oder gar glänzende Firnis verwenden. Das konnte ich im vergangenen Jahr auch mit der seidenglänzenden Firnis von Canvasi beobachten, die besonders das Schwarz schwärzer werden ließ. Doch damit erhalte ich auch wieder Glanz auf der Leinwand und Reflexionen vom Licht im Raum. Dann kann ich auch gleich eine glänzende Leinwand nehmen und spare mir die kleherei mit Firnis, Zeit und Geld. Die Epson Premium Canvas satin hat mir besonders gut gefallen.

Tetenal Protenal M Firnis

Wer seine matten Canvasdrucke schützen will, der benutzt ein Firnis. Ich habe mir vor wenigen Tagen mal das Firnis von Tetenal besorgt und weil ich die Anmutung der matten Leinwand erhalten wollte, das mit dem matten Finish gewählt.

Tetenal verspricht mit einem Liter bis zu 15 qm Canvas zu versiegeln. Man soll es nur zweimal auftragen müssen. Andere Firnisse sind da ausgiebiger aufzutragen, meist müssen die dreimal aufgerollt oder aufgesprüht werden. Tetenal Protenal ist so günstiger als andere.

Ich habe heute ein Canvas in 70×120 cm gedruckt und nach einigen Stunden Trockenzeit das Protenal angerührt: 3 Teile Protenal, ein Teil Wasser. Das Auftragen geht mit der Rolle leicht und ist schnell gemacht. Unbedingt eine Schaumstoffrolle mit abgerundeten Seiten verwenden (ich hab meine bei Max Bahr bekommen)! Bläschen, die beim Aufrollen mit der Schaumstoffrolle entstehen, verschwinden bei Protenal schnell und es entsteht eine glatte Oberfläche. Zum Vergleich mit dem Firnis von Canvasi: da hatte ich bei zwei von drei Versuchen nach dem Trocknen des Firnis noch Bläschen auf dem Canvas, was dadurch nicht mehr zu gebrauchen war.

Das Protenal erzeugt einen ganz schwachen Glanz auf dem Canvas, obwohl ich das matte Protenal verwendete. Und es bleiben leichte Streifen nach dem Trocknen zu sehen. Dabei hatte ich versucht, das Protenal gleichmässig aufzurollen. Die Streifen zeigen sich nach dem Trocknen durch unterschiedliche Glanzgrade und die sieht man, wenn man die Leinwand schräg gegen das Licht betrachtet. Das war nicht so toll.

In meinem Test habe ich das Protenal auf die Bonjet 360 Leinwand von Le Bon Image aufgetragen. Diese Leinwand ist sehr weiss, also mit optischen Aufhellern. Das Protenal macht die weisse Leinwand etwas gelber. Im Motiv konnte ich keine Farbänderungen wahrnehmen, aber das von mir verwendete Motiv war für solch kritische Betrachtungen eh nicht sonderlich geeignet. Also aufpassen!

Mein Fazit:

Verglichen mit dem Firnis von Canvasi nimmt die Tiefenwirkung im Bild nicht zu, eher wird es ein ganz klein wenig kontrastärmer. Es ist leichter zu verarbeiten, wenn auch die Streifen nach dem Trocknen noch Probleme machen. Mit ca. 30 Euro pro Liter netto ist Protenal nicht günstig, aber günstiger als Art Shield. Es ist schneller zu verarbeiten, denn zwischen den beiden Auftragvorgängen muss nur 4 bis 6 Stunden Trockenzeit vergehen. Bei Art Shield sollten es 12 bis 24 Stunden sein und das sogar dreimal aufzutragen ist. Matt bleibt mit Protenal nicht matt, auch wenn der Glanz nur schräg gegen das Licht betrachtet sichtbar wird und sich dann als schwaches Schimmern zeigt. Wie das bei Art Shield und Canvasi ist, konnte ich noch nicht probieren. Von Canvasi hatte ich bisher nur das semimatte probiert.

Grafikrahmen oder Schattenfugenrahmen

Eine schöne Fotografie auf Leinwand ist eine Augenweide. Und praktisch dazu, kann der Druck auf Leinwand dank des Keilrahmens, auf dem sie aufgezogen ist, auch gleich aufgehängt werden. Aufwerten geht trotzdem, indem zusätzlich ein Holzrahmen den Leinwanddruck umrahmt. Da gibt es zwei Varianten:

Grafikrahmen schwarz lackiert

Grafikrahmen schwarz lackiert

Grafikrahmen

Grafikrahmenleiste © Nadler pro-artist

Grafikrahmenleiste © Nadler pro-artist

Ein Grafikrahmen wird von vorn auf den Keilrahmen angebracht und der Grafikrahmen deckt ein wenig vom Motiv auf der Leinwand ab – so wie bei einem üblichen Bilderrahmen. Vorteil, man sieht keine Kanten und kann aus einer unendlichen Vielzahl an Leisten- und Rahmentypen auswählen. Sie kennen sicher die alten Schinken – Ölgemälde aus vergangenen Tagen mit einem schweren, oft mit Gold und Ornamenten verzierten Rahmen – so sieht typischer Weise ein Grafikrahmen aus. Es gibt aber auch feine und schlichte Rahmen, wie gesagt, die Auswahl ist riesengross.

Schattenfugenrahmen mit Goldkante

Schattenfugenrahmen mit Goldkante

Schattenfugenrahmen

Schattenfugenleiste © Nadler pro-artist

Schattenfugenleiste © Nadler pro-artist

Schattenfugenrahmen sind praktisch umgekehrte Grafikrahmen, wobei die im Querschnitt wie ein grosses L aussehen. Hier wird der Leinwanddruck von vorn in den Rahmen eingelegt – umgekehrt zum Grafikrahmen. Man sieht vom Schattenfugenrahmen eigentlich nur eine schmale Leiste, die mit kleinem Abstand zum Leinwanddruck diesen umrahmt. Dieser Abstand – meist zwischen 5 und 10 mm – wirkt wie ein zusätzlicher Schatten um das Motiv, deshalb Schattenfugenrahmen. Hier ist die Auswahl eingeschränkter auf wenige Maße, wobei sich hauptsächlich die Breite der Kante, die man von vorn sieht, verändert. Und es gibt diese Rahmen in nur wenigen Farben. In Schwarz, Weiss, Grau sowie in Schwarz mit Gold- oder Silberkante und als unbehandeltes Naturholz fand ich Angebote.

Wie ist die CO₂-Bilanz für Leinwand vs. Alu-Dibond?

Gibt es eigentlich sowas wie eine CO₂- Bilanz für Fotoabzüge? Ich meine ja und versuche in diesem Beitrag nur ein paar Punkte aufzudecken und komme zum Schluss, dass das Foto auf Leinwand deutlich besser abschneidet als das allseits so beliebte Foto auf Alu-Dibond. Dies ist meine Argumentation.

Foto auf Leinwand

Ein Foto auf Leinwand besteht aus den Komponenten Leinwand, Inkjetbeschichtung, Tinte, Keilrahmen und Klammern. Die Leinwand ist, wenn sie eine gute Leinwand ist, nur aus Baumwolle gewebt. Baumwolle darf als Klimaneutral eingestuft werden. Es gibt aber auch Leinwand, die aus einer Mischung aus Baumwolle und Polyamid – Kunstfasern, also Kunststoffe, also wohl aus Öl – hergestellt ist. Der Polyamidanteil kann zwischen 20 und 70 % sein. Polyamid ist also nicht klimaneutral. Die Inkjetbeschichtung enthält meist und synthetische Anteile, damit die Farbe nicht in die Leinwand selbst eindringt und so verläuft. Die Inkjetbeschichtung ist nicht klimaneutral. Die Keilrahmenleisten bestehen idealerweise aus reinem Holz, sind also klimaneutral. Billigere Keilrahmenleisten aber sind meist aus Resthölzern hergestellt, wobei viele kleine Holzstücke zu einem großen verleimt werden. Dieser Leim ist meist ein Industrieleim und enthält daher auch Rohstoffe, die nicht klimaneutral sein. Bleiben noch die Klammern aus Metall, mit denen die Leinwand am Holzrahmen befestigt wird.

Betrachtet man die Anteile am Foto auf Leinwand, die nicht klimaneutral sind, im Verhältnis zu denen, die klimaneutral sind, ergibt sich wohl ein Verhältnis von 80 % klimaneutralen Teilen zu 20 % nicht klimaneutralen Teilen.

Foto auf Alu-Dibond

Das Foto auf Alu-Dibond besteht aus dem Fotopapier, der Inkjetbeschichtung, dem Alu-Dibond, der Laminierfolie und Klebern. Das Fotopapier besteht aus Papier, einem Kunststoffanteil sowie der Inkjetbeschichtung. Alle drei Komponenten sind nicht klimaneutral. Das Alu-Dibond besteht aus zwei dünnen Schichten von Aluminium, das besonders energieintensiv hergestellt werden muss, sowie aus eine Schaumschicht dazwischen. Die Schaumschicht ist aus Kunststoffen und damit aus Öl und somit nicht klimaneutral. Die Laminierfolie ist eine Kunststofffolie – aus Öl – und nicht klimaneutral. Die Kleber werden benötigt um die Laminierfolie auf das Fotopapier zu kleben und eine weitere Schicht, um das Fotopapier auf die Alu-Dibondplatte zu fixieren. Kleber ist nicht klimaneutral. Ausserdem dürfen wir nicht vergessen, das Kleber auf und unter dem Fotopapier immer chemische Prozesse begünstigen, die der Langlebigkeit einer Fotografie nicht gut bekommen.

Ein Foto auf Alu-Dibond hat also keine Anteile vorzuweisen, die klimaneutral wären. Überhaupt keine. Das spricht also ganz doll für das Foto auf Leinwand.

Meine Schlussfolgerung

Wenn meine Beweisführung schlüssig ist, spricht also für Alle, denen unsere Umwelt und deren Schutz ein wichtiger Aspekt ist, nichts für ein Foto auf Alu-Dibond, ausser das es gut aussieht. Für das Foto auf Leinwand dagegen spricht Alles. Besonders, wenn gute Leinwand nur aus Baumwolle benutzt wird und bei den Keilrahmenleisten auf hochwertige Leisten Wert gelegt wird, die nicht verleimt sind.

Daneben gibt es, so finde ich jedenfalls, beim Foto auf Leinwand noch die Vorteile der leichteren Bauweise, der Kinderfreundlichkeit (dazu mehr in einem früheren Artikel von mir) und der Möglichkeit des teilweisen Recyclings. Denn wenn ich einen Druck mal nicht mehr sehen kann, der Keilrahmen ist immer wiederverwendbar und schont somit Ressourcen.

Verzugsfrei, mehrfach verleimt, keilverzinkt – Keilrahmenleisten

Ich habe diese werbewirksamen Schlagworte schon oft gelesen und immer darauf vertraut, dass das der Weisheit letzter Schluss ist. Doch weit gefehlt, wie mich Joachim Nadler jetzt aufklärte. Das ist alles Quatsch!

Keilrahmen, die aus vielen kleinen Stücken gemacht sind und deren Stücke entweder keilverzinkt sind oder verleimt, bestehen im Grunde aus Abfallholz und sind damit nicht besser sondern minderwertiger.

Joachim Nadler dazu:

… das ist ein Industrieprodukt aus i.d.R. minderwertigem Restholz, Kurzholz oder Billighölzern, das man durch Längsverleimung künstlich verlängert, was aber keinerlei Sinn ergibt für Maßhaltigkeit oder Formstabilität. Deshalb auch die erkennbar kurzen Stösse. Und Händler peppen das werbetechnisch künstlich auf und preisen diese als 100 % verzugsfrei und und und … wenn Sie wüssten, was mir davon schon alles bei Aufzieh- und Umspannarbeiten  in die Hände gekommen und in den Ofen gewandert ist …

Im Stück ist also besser

Gute Schreinereien nehmen laut Herrn Nadler die Erdstämme, also den Teil vom Baum mit wenigen Ästen, und sägen daraus die Brettware und lassen das Holz dann gut trocknen. Und auch die Weiterverarbeitung muss bei konstanten Trocknungsgraden erfolgen. Joachim Nadler macht das so.

Wir verwenden  nur sog. Erdstämme, die Filetstücke eines Baumes mit ruhigem Wuchs und wenig Ästen (und auch deutlich teurer) – aus bayrischen, zertifizierten Forsten.  Daraus erzeugen wir schöne lange Leisten und die muß man nicht erst kleinschneiden, um sie danach wieder in der Länge aneinanderzuleimen. Daraus ist zu folgern, um diesen Aufwand der Zinkerei überhaupt verstehen zu können, dass es i.d.R. krumme Ware sein muß, die man, um sie überhaupt verwenden zu können, erst kleinschneidet um sie dann, jeweils eine Seite gedreht, wieder aneinanderheftet.

Und Joachim Nadler ist auch der Meinung, das es keinen Sinn macht, schöne Leisten kleinzuschneiden und dann wieder zusammenzuheften. Das leuchtet  mir ein. Und ich habe ja bislang überwiegend verleimte Leisten verarbeitet und da waren auch mehr als eine Leiste dabei, die krumm war, bevor ich sie zum Rahmen gebrauchen konnte.

Aber warum werden Leisten überhaupt krumm?

Dazu Joachim Nadler:

Ein Grund: Manche Teile eines Stammes stehen aufgrund der Wuchsumstände sehr unter Spannung, was sich dann beim Trennen eines Brettes zu Leisten zeigt. Zudem neigen diese Leisten zu rotbrauner Färbung, sind härter im Wuchs - das nennt man auch  Reaktionsholz – in der Leistenbranche das eigentlich nicht verwendbare Holz, da extrem verzugsgefährdet.
Ein weiterer Grund: Wenn Holz zu schnell künstlich getrocknet wird, entstehen Spannungen im Brett, die sich dann beim Trennen ebenso entladen können.
Und noch einer …
Das Wuchsgebiet: Zu enger Baumstand, deshalb nur relativ schmale Stämme, schnell hochgewachsen  (dem Licht entgegen) schlechterer, wasserarmer Boden.
Unsere Hölzer stammen aus sorgsam gezogenen Forsten, in idealen Höhenlagen gewachsen: Ringsum genug Abstände zum Nachbarbaum, das ein gleichmäßiges Wachsen ermöglicht (ansonsten Drehwuchsgefahr)  ein ausgeglichener Kalkgehalt im Wasser, guter Boden.

Und mir war auch immer ein übler Geruch aufgefallen, den ich einer Imprägnierung des Holzes zugeschrieben hatte. Herr Nadler klärte mich auf, dass das am Leim gelegen hat. Nur der Hersteller weiss, was die da für einen Leim verwendet haben und was da später so alles an die Luft kommt, Luft, die wir täglich einatmen.

Die Situation mit dem „Klebeholz“, deshalb vielleicht auch der Geruch, ist vergleichbar mit dem aktuellen Fall in der Fleischindustie, wo man einigen Händlern auf die Schliche gekommen ist, dass diese nicht selten Kleinfleischteile mittels Emulsionen so verpressen, dass man nach dem Klebeprozess ein saftiges Steak erhält, ohne dass man es gleich erkennt … im Kleingedruckten auf der Rückseite stehts dann … na Mahlzeit!
Die Leisten von Herrn Nadler habe ich gestern bekommen und die dufteten wirklich nach Holz, reinem Holz und sonst  nichts.
Joachim Nadler empfiehlt uns den korrekten Umgang mit den Leisten:

Zum Holz im Allgemeinen als Basiswissen:
Holz ist hygroskopisch, d.h., ist immer bestrebt sich dem Feuchtegehalt der es umgebenden Luft anzupassen, d.h. ist diese trocken und warm, entzieht sie dem Holz die Restfeuchte >> Holz schwindet, ist diese aber feucht, nimmt Holz die Feuchte an und quillt. Deshalb kann niemand von völlig verzugsfrei sprechen, auch wir nicht, da Holz als natürliches Produkt  „lebt“. Aber man kann Risiken so minimieren, dass fast nichts passiert. Deshalb weisen wir unsere Kunden auch immer darauf hin, die Leisten gleichmäßig trocken und kühl zu lagern, im Winter nicht an Heizkörpern oder im Deckenregal und rein gar nicht in feuchten (Keller-) Räumen.

Joachim Nadler ist unter NADLER pro artist im Internet zu finden und fertigt seit mehr als 40 Jahren Keilrahmen in Deutschland

  • in vielen Stärken und Breiten, in allen 0,5 cm-Schritten serienmäßig und Längen bis 500 cm
  • das Holz stammt aus dem Holz bayrischer, PEFC-zertifizierter Forste
  • gibt Workshops an Akademien, wo das Thema Holz immer den Anfang macht.

Fotos auf Leinwand verkaufen sich bestens

Ich war vor kurzem auf einer Art Versammlung von Fotografinnen und Fotografen, wo eine gemeinsame Ausstellung im Sommer 2010 besprochen wurde. Es wurde über Formate, Art der Fotopräsentationen und das Konzept der Ausstellung diskutiert. Übrig blieben für die Präsentation noch Aludibond und Canvas auf Keilrahmen. Doch einige Fotografen monierten, das Produkt Leinwand sei out und nicht mehr Zeitgemäß.

Ein Fotograf berichtete daraufhin von einer Ausstellung im vergangenen Jahr 2009, auf der die Fotografien auch verkauft wurden. Und auch dort waren die Fotos auf verschiedenen Medien präsentiert worden. Und er berichtete stolz, das von den verkauften Fotos gut 80 % auf Leinwand waren. Die Leinwand entsprach also am meisten dem Kundengeschmack. Dem kann ich nur zustimmen.

Einige Tage zuvor bekam ich eine neue Ausgabe der digit, in der Andreas Jankowsky von jam fineartprint verschiedene Präsentationsformen vorstellte und miteinander verglich. Er ging dabei sowohl auf die Argumentation der Fotografen ein als auch auf Kundenwünsche. Bei der Leinwand zum Beispiel stellte er auch die Kinderfreundlichkeit in den Vordergrund und begründete seine Sicht mit der leichten Bauweise des Keilrahmens und wie wenig Schaden ein herunter fallender Leinwanddruck anichten kann. Das sieht bei einem Glasrahmen oder Aludibond schon anders aus. Auch dem stimme ich zu. Der Artikel ist aber auch sonst lesenswert.

Auch in der eingangs erwähnten Diskussion zwischen den Fotografen, wie denn die Fotos präsentiert werden sollen, wurde meiner Meinung nach der Sicht und Ansprüche der Käufer von Fotografien zu wenig Beachtung geschenkt. Und ich meine auch, zu oft werden Fotografien in einer Art und Weise präsentiert – aufgepeppt – das man meinen könnte, es stünden nicht die Fotomotive im Mittelpunkt/zum Verkauf, sondern die Aufmachung derselben. Dabei wirkt eine gute Fotografie doch für sich selbst, oder?

Foto auf Leinwand auf 2 und 4 cm Leisten

Seit nun zwei Wochen bekommen Sie von mir die Canvas BASE und Canvas PRO auf Galerierahmen (mit 2 cm Tiefe) und auf Museumsrahmen (die mit 4 cm Tiefe). Damit Sie den Unterschied zwischen den beiden Leistentypen mal sehen, füge ich beide als Foto hier an.

Keilrahmen XL Leisten

Keilrahmen XL

Keilrahmen S

Keilrahmen standard

Selbstverständlich stammt das Holz für die Keilrahmenleisten aus nachhaltiger, ökologischer deutscher Waldwirtschaft, ist mehrfach verleimt (die Leiste besteht aus vielen Einzelstücken, die miteinander verleimt sind und so verzugsfreier bleiben) und gut abgelagert.

Das Besondere am Keilrahmen ist die Eckverbindung, die nicht fixiert wird. Das Profilist so gewählt, dass sich die Leisten in einem Winkel von 90 Grad zusammenschieben lassen. Die Stabilität entsteht erst, wenn die Leinwand aufgebracht wird. Sollte die Leinwand mit der Zeit an Spannung verlieren, wird der Keilrahmen in den Ecken aufgekeilt, d.h. es werden Hartholzkeile von innen in die Gehrung getrieben, damit sich das Außenmaß vergrößert und die Leinwand sich spannt.

Sehen Sie sich meine Preise auf meiner website an: www.posterdruck.biz/

Ist in Leinwand noch Leinwand drin?

Waren wir nicht erst vor kurzem aufgeschreckt, als wir lasen und hörten, das wo Käse drin sein soll, gar kein Käse mehr drin ist? Ich war schockiert. Eine Pizza ohne echten Käse? Ich musste gleich an den berühmten Film Brust oder Keule mit Louis de Funes denken, wo er einen Gourmetkritiker spielt und sein Gegenspieler, Michel Colucci als Gérard Duchemin, einen skrupellosen Fastfoodfabrikanten. Da konnten wir sehen, wie ein Hähnchen aus meiner undefinierbaren Masse geformt wird, mit Lebensmittelfarbe die gebräunte Haut aufgesprüht wird. Ekelig.

Zwischen meinen Beiträgen habe ich Google-Anzeigen geschaltet. Da sehe ich dann immer öfter Anzeigen von Mitbewerbern um Aufträge für Foto auf Leinwand. Ja, der Markt ist für den Verbraucher inzwischen unüberschaubar geworden, für uns Dienstleister ein hartes Brot. Wehmut klingt in mir an, wenn ich an die Zeit denke, in der ich noch einer der ganz wenigen Anbieter war. Naja. Und die Preise, die meine Mitbewerber für Leinwanddrucke verlangen, lassen mich fragen, wie ist das denn möglich.

Jetzt hake ich mal ein wenig nach

Da bekomme ich bei http://ranaposter.de eine 80×120 cm Leinwand für 89 Euro. Natürlich auf Keilrahmen aufgezogen, oder nicht. Das geht nicht eindeutig aus der Produktbeschreibung hervor. Allein so einen Druck für den Versand zu verpacken, dauert bei mir schon fast eine viertel Stunde und kostet mich im Versand mit UPS schon einen saftigen Zuschlag wegen “großem Paket”. Und erst das Verpackungsmaterial.

Was mir noch auffällt: Microfaser Leinwand. Was ist das denn? Ich denke, Leinwand ist aus Baumwolle. Eine Googlesuche zeigt mir Microfasertücher, Leinwand für Beamer, also die bekannte Leinwand für Diavorträge, Leinwand für Rollos und tatsächlich werben ganz schön viele Anbieter von Foto auf Leinwand mit Microfaser-Leinwand. Die Leinwand mit einem Flächengewicht von 210g/qm bis zu stattlichen 400g/qm verspricht so nichts schlechtes. Oder? Bei www.online-artikel.de finde ich diese Aussage:

Vorsicht ist aber bei der Auswahl des jeweiligen Anbieters bezüglich eines Fotos auf der Leinwand geboten. Nicht immer wird die angebotene Qualität auch geboten. Was für einen Künstler verwerflich wäre – ist bei der Produktion einer Foto Leinwand unersetzbar – die Microfaser-Leinwand. Der Vorteil besteht darin, dass sich die im Druckverfahren verwendete Tinte sofort mit den Poren dieser Leinwand verbindet. Nur so ist es gewährleistet, dass das Foto auf Leinwand reflektionsfrei, kratzfest und wasserunempfindlich ist. In Fällen, in denen ein anderes Gewebe seinen Einsatz findet, passiert es nicht selten, dass an den Eckfalzen unschöne Farbbruchstellen entstehen. An eine Kratzfestigkeit und Wasserunempfindlichkeit ist gar nicht zu denken.

Hmm, stimmt denn diese Aussage? „Was für einen Künstler verwerflich wäre, ist für Foto auf Leinwand unersetzlich.“ Habe ich etwa die schönsten Fotografien meiner Frau, die damit mehrere Ausstellungen veranstaltet hat, unersetzlich versaut?

Unter http://mootivoo.de finde ich diese Aussage:

Ihr Bild wird auf ein speziell für den Druck von Fotoleinwänden entwickeltes Microfaser-Leinwandgewebe gedruckt. Ein High-Tech-Gewebe dass die Verbindung der lösungsmittelfreien Farben, durch den Sublimationsdruck, auf einer molekularen Ebene ermöglicht. So entsteht eine einzigartige Farbbrillanz und Ihr Bild wird kratzfest, UV-beständig und sogar waschfest bei 30 Grad!

Die Struktur (fein und doch gut sichtbar) dieses hochwertigen Materials eignet sich perfekt für Ihre mootivoo Fotodrucke und bewahrt, insbesondere aus der Nähe betrachtet, den Look ähnlich eines Gemäldes. Die seidenmatte, lichtechte Oberfläche gibt Farben besonders satt und leuchtend wieder und verleiht Ihrem mootivoo Bild eine sehr exklusive Wirkung.

Die Beschaffenheit dieses Materials lässt keine Wünsche offen, sie ist auf Haltbarkeit und Farbbrillanz optimiert.

Die verwendeten Leinwände sind darüber hinaus Naturprodukte und unterliegen der ständigen Kontrolle unseres Qualitätsmanagements. Das Baumwollgewebe wird exakt nach unseren Vorgaben verarbeitet und kleinste Webfehler durch optische Vermessungen erkannt und aussortiert. So kommt nur zu 100 % perfekt verarbeitete Leinwand zum Einsatz.

All diese Eigenschaften des mootivoo Leinwandgewebes lassen Ihre Motive edel und wertig zum Ausdruck bringen

Alle Anbieter sprechen übrigens von einer eigens für Sie hergestellten Leinwand. Als wäre ihr Angebot das Einzige. Apropos: Ein High-Tech-Gewebe steht oben und unten sprechen die von einem Naturprodukt. Wie geht das zusammen.

Ich lese weiter in den Googlesuchergebnissen und finde Hinweise, um was es sich denn überhaupt handelt und was zu erwarten ist: aufwändiges Transferverfahren, Sublimationstinten und 720 ppi Druckauflösung. Und es ist ein Produkt nach dem Öko-Tex Standard. Siehe zu Öko-Tex bei Wikipedia. Das was ich da lesen kann, klingt erstmal gut. Doch ist deshalb die klassische echte Leinwand schlecht?

Geworben wird bei der Microfaser Leinwand auch mit Haltbarkeit, aber dazu gibt es keine Tests. OK. Anders zum Beispiel bei der Epson Leinwand. Die ist sogar für das Epson Zertifikat Digigraphie gut. Naja. Dieses Produkt „Microfaser Leinwand“ ist also eigentlich keine echte Leinwand. Im Gegenteil, es ist ein Druck auf Transferpapier, der dann vom Transferpapier mit einer Transferpresse auf den synthetischen Leinwandstoff aufgebracht wird. Es soll viele Vorteile wie Kratzfestigkeit, Wasserbeständigkeit und vielleicht Haltbarkeit haben. Aber es bedarf komplizierter Technik wie Transferpresse und spezieller Tinte. Inwieweit man solche Drucke mit denen mit Epson Tinte auf Epson Leinwand vergleichen kann, sei dahin gestellt, ich habe keine Erfahrungen damit. Wir kennen das Prinzip aber schon von den T-Shirt-Drucken, wo das gleiche Verfahren angewendet wird. Interessieren würde mich auch, wie groß der Farbraum nach dem transferieren der Farben bleibt.

Und mir ist aufgefallen, das sich die Texte für die Produktbeschreibung auf sehr vielen Webseiten gleichen, was darauf schließen lässt, das viele Shops nur sogenannte Partnershops sind und letztlich nur wenige Anbieter für die Produktion dahinter stehen.

Ich will die beworbenen Vorzüge der Microfaser Leinwand nicht schlecht reden, im Gegenteil spricht vieles dafür und sie merzt so manche Unzulänglichkeit herkömmlicher Leinwanddrucke aus. Aber wenn ich mich als anspruchsvoller Künstler für ein Hahnemühle PhotoRag Produkt interessiere, würde ich dann einen Fotodruck auf hochglänzender Fotofolie wie dem Ilford Galerie Smooth High Gloss Media in meine Überlegungen mit einbeziehen? Und vergleiche ich einen Druck auf einem 200g/qm schweren Fotopapier mit dem Ausdruck auf einem Barytpapier? Oder vergleiche ich ein Kleid von KiK mit einem von einem Modezar?

Ich habe auf viele Anfragen von Kunden nach kratzfesten und wasserunempfindlichen Leinwanddrucken von mir immer gereizt mit dem Vergleich mit einem van Gogh reagiert und ob sie, die Kunden, denn einen van Gogh auch in die Waschmaschine tun würden. Und meinte damit, einen van Gogh würde man ja auch pfleglich behandeln und erwarte das auch für einen guten Fotodruck auf Leinwand.

Aber der Erfolg der Microfaser Leinwand zeigt scheinbar, das ein Foto auf Leinwand eben doch mehr aushalten muss, als nur schön an der Wand auszusehen und den Betrachter zu erfreuen. Oder liege ich damit so falsch? Bin gespannt auf Reaktionen.

Farbmanagement mit Colormunki Teil 2

Ich habe nun seit Dezember 2009 bestimmt an die zwanzig Profile mit dem Colormunki erstellt. Doch irgendwie war ich nicht so richtig zufrieden, stimmten mein kalibrierter Apple Cinema Display und die Ausdrucke nicht überein – die Drucke waren immer einen Tick dunkler. Ich machte dafür meinen Bildschirm verantwortlich und akzeptierte die Drucke als richtig ausgemessen und kalibriert.

Doch das war ein dummer Trugschluß

Erst vergangene Woche fand ich durch eine langwierige Suche im Internet in einem Forum Klagelieder von Usern, die wie ich mit Mac OS 10.6, einem Epson Stylus Pro und dem Colormunki arbeiten und die ausführlich und fachkundig von einem Bug im Betriebssystem 10.6 berichteten, der dazu führt, das die Profile vom Colormunki nichts taugen und Ausdrucke zu dunkel aus dem Epson Stylus Pro kommen. Die Ursache scheint ein Fehler im Betriebssystem 10.6 zu sein, das eine doppelte Farbprofilanwendung vornimmt.

Rettung in Sicht

Ich bin in der glücklichen Situation, das ich noch einen Rechner mit Mac OS 10.5 rumstehen habe. Also flugs Colormunki darauf installiert – zum Glück darf ich das durch die Lizenz von Colormunki auch tun – und einen ersten Testdruck auf Epson Premium Canvas Satin gedruckt. Tatsächlich, schon der erste Testdruck mit den von Epson vorgegebenen Medieneinstellungen war gut. Also Colormunki gestartet und das erste Chart ausgedruckt. Trocknen lassen – ich hab sicherheitshalber eine halbe Stunde gewartet – und einmessen. Chart Nummer 2 ausgedruckt, trocken lassen und eingemessen. Testbild ausgedruckt, super!

Es klappt, das ICC Profil war vergleichsweise schnell und unkompliziert erstellt und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das Farbprofil ist sehr gut: Graubalance stimmt, kräftige und stimmige Farben, ausgewogene Zeichnung ins Lichtern und Tiefen. Und das, obwohl ich doch für diesen Test die vergleichsweise schwer zu profilierende glänzende Leinwand mir ausgesucht hatte. Die Oberfläche ist strukturiert und der Glanz macht ein korrektes Messen des Charts recht schwierig. Auch Colormunki hatte Probleme, indem ich einige Reihen vom Chart mehrmals einlesen musste. Doch letztlich konnte ich ein Profil erstellen. Vergleichsausdrucke mit meinem Profil und dem von Epson mitgelieferten Profil für die Epson Satin Leinwand fiel ganz klar zugunsten meines mit dem Colormunki erstellten Profils aus: neutralere Grautöne, etwas mehr Kontrast aber ohne zulaufende Tiefen, schöne kräftige Farben ohne das Bild künstlich bunt zu machen.

Mein Fazit

Mein Fazit für das Colormunki lautet, unbedingt empfehlenswert. Und einfacher gehts nimmer zu einem guten Farbprofil. Abgesehen von den nicht vorhersehbaren Unstimmigkeiten im Betriebssystem hätte ich vom ersten Tag an gute Profile damit haben können.

Vergleiche ich das Colormunki mit den früher von mir gekauften teuren “Profilösungen” wie das EyeOne, so entscheide ich mich immer wieder für das Colormunki. Das EyeOne und seine Software bieten so viele Optionen, die sich einem Gelegenheitsprofilierer wie mir nicht wirklich erschliessen. Alle Profilösungen empfand ich als undurchschaubar und unnötig kompliziert.

Und das Colormunki hat noch eine Besonderheit: das einfache optimieren eines einmal mit Colormunki erstellten Profils. Dazu wählt man einfach ein Profil in Colormunki, lädt zum Beispiel ein Graustufenbild in Colormunki, druckt ein weiteres Testchart und misst es ein. Schon hat man den Grauverlauf und die Grauachse im Profil optimiert. Genauso kann man es mit Hauttönen machen. Einfach ein Bild mit den gewünschten Hauttönen laden, Testchart drucken und messen. Schon sind besonders Hauttöne optimiert.

Update

Das Colormunki hat trotz widriger Umstände in allen Situationen hervorragende Profile geliefert. Das Problem mit Mac OS X 10.6 ist mit dem Update auf 10.6.3 glücklicherweise verschwunden. Einen Bug unter Mac OS Snow Leopard habe ich noch entdeckt, der aber nur mit Photosho CS2 zu tun hat: Als ich mir vergangene Woche das brandneue Photoshop CS5 installiert hatte und erste Testdrucke damit gemacht hatte, konnte ich sehen, das auch CS2 etwas zu dunkle Drucke produzierte und damit also auch seine Probleme mit dem neuen Farbmanagement unter Mac OS X 10.6 hatte. Also unter dem aktuellen Betriebssystem nicht mehr Photoshop CS2 zum Drucken verwenden!