Fotofestival Zingst

Das jährliche Fotofestival in Zingst findet diesmal vom 28. Mai bis zum 5. Juni 2011 statt und Epson hat sich da als Druckpartner angeboten. Viele Fotografien werden als Digigraphien zu sehen sein.

Für die Digigraphie Labore und Künstler hat Epson eine Partnerausstellung organisiert und dafür die Galerie Schule des Sehens in Zingst gewonnen. Gezeigt werden Fotografien im Format DIN A3 zum Thema „Der Mensch und seine Beziehung zu Landschaft, Flora und Fauna.“ Das ist ein weit gestecktes Thema und ich bin gespannt, wie das von den teilnehmen Fotografinnen und Fotografen verstanden wurde. Ilona Weinhold-Wackernah nimmt teil und auch ich habe mich mal dran gewagt.

Ilona Weinhold-Wackernah und Adrian Wackernah sind vom 29. bis 31. Mai 2011 in Zingst im Rahmen des jährlichen Partnertreffens der Digigraphie Labore und Künstler, das von Epson organisiert wird. Wer uns treffen möchte: wir sind im Hotel Speicher Barth, Am Osthafen 2 in 18356 Barth untergebracht.

Ich bin gespannt auf den Rummel in Zingst!

Foto Festival Nationalpark Wattenmeer

Mit Ausstellungen, Vorträgen von namhaften Referenten und diversen Workshops sollen die Besucher für das Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer sensibilisiert werden und gefallen daran finden. In Husum in Schleswig-Holstein, oben an der dänischen Grenze, wird das Festival von der Volkshochschule Husum und dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer in Zusammenarbeit mit dem Fotoclub Schleswig, dem NABU, dem WWF, sowie dem Tourismus- und Stadtmarketing Husum veranstaltet. Es findet alle zwei Jahre, immer im Wechsel mit der Photokina, statt.

Ein Fotowettbewerb ist ausgeschrieben und die Teilnahmeunterlagen stehen auf der Website des Festivals http://www.foto-festival-nationalpark-wattenmeer.de/ zum Download bereit.

Eine Foto-Messe rundet das vielversprechende Festival ab.

Termin: 29. April bis 1. Mai 2011 in Husum. Die Workshops sind teilweise kostenpflichtig.

Posterdruck.biz relaunched

In den vergangenen Wochen habe ich Konzept und Layout meiner Website für Druckaufträge überarbeitet. Herausgekommen sind ein aufgeräumteres Layout, ein schnelleres Finden von Informationen und eine deutlich vereinfachte Auftragsaufgabe. Gerade dieser Punkt lag mir am Herzen, denn wer viele Bilder hat, der musste beim Shop schon eine geraume Zeit für Hochladen und Produkte spezifizieren einplanen. Und in Zeit immer höher auflösender Digitalkameras sind die Dateien auch größer geworden.

Ich war ganz mutig und habe den Shop von meiner Website verbannt. Aufträge stellen Sie auf Ihrem Rechner zusammen, schreiben Ihre Anweisungen einfach in eine Textdatei oder E-Mail. Auf der neuen Website finden Sie ein Uploadformular, mit dem Sie auch 10 Dateien gleichzeitig senden können oder Sie verpacken den ganzen Auftrag in ein ZIP Archiv. So ist eine Auftragsaufgabe schnell erledigt.

Ganz neu ist auch ein individueller Formatpreisrechner. Mit dem sind Sie unabhängig von starren Formaten, Sie können damit gleich sehen, was ein 42×77 cm Druck auf Fotopapier kostet und der Auftragstext kann gleich in die eigene Bestellung übernommen werden.

Schauen Sie doch mal rein und kommentieren, wie Ihnen das Konzept gefällt.

Wie ist eigentlich die Situation der Druckdienstleister?

Ich selbst stehe ja ständig in der Konkurrenz zu Mitbewerbern um jeden Auftrag. Doch ist das Geschäft überhaupt noch ein Geschäft. Lohnt sich die Arbeit und Mühe, die jeder von uns in seine Fotoprodukte steckt? Ich will in diesem Artikel der Frage nach gehen, wie viel Herzblut unser Geschäft verträgt und ob am Ende noch wer von seiner Arbeit leben mag, soweit diese Frage überhaupt beantwortet werden kann. Ich versuche Wege aufzuzeigen, die verschiedene Druckdienstleister gehen, um ihre Produkte günstig anbieten zu können. Zum Vergleich nehme ich mein Geschäft als den Einzelkämpfer, der bei den Druckdienstleistern am häufigsten vertreten ist, heran.

Wir als Druckdienstleister im Fotobusiness haben vielfältige Möglichkeiten, unsere Produkte wertig zu machen und genauso viele Möglichkeiten, günstig zu produzieren. Jeder legt seinen Schwerpunkt anders, mal auf Qualität, mal auf kleine Preise.

Um kleine Preise wirtschaftlich vertreten zu können, muss man günstig einkaufen, am besten in großen Mengen, denn dann gibt es Rabatte. Und bei den Papieren an sich kann auch kräftig gespart werden. Ein dünnes Papier ist billiger als ein dickes. Und die Tintenaufnahmeschicht kann gut oder exzellent sein. So kommt es, das ein 200 g/qm Fotopapier für wenig mehr als 1 Euro pro Quadratmeter zu haben ist, ein 260 g/qm Marken-Fotopapier aber schnell 7 Euro kostet. Der, der das 7 Euro teure Papier verarbeitet, hat hier immerhin schon siebenmal so hohe Kosten pro Abzug. Gleiches gilt für die verwendeten Tinten. Nehme ich beispielsweise die originalen Tinten von Epson, so kostet mich eine Kartusche mit 220 ml zwischen 60 und 80 Euro – das ist nicht mal ein viertel Liter! Rechne ich das auf den Quadratmeter um, so kostet es zwischen 4 und 6 Euro Tinte für jeden bedruckten Quadratmeter Fotopapier. Nehme ich sogenannte kompatible Tinten, reduziert sich der Kostenfaktor Tinte auf 3 bis 5 Euro.

Welche Auswirkungen bringt die Auswahl mit sich?

Nehme ich z. B. ein original Fotopapier von Epson, so habe ich die Gewissheit, das mein Foto besonders lange hält. Es gibt dazu die Untersuchungen vom Wilhelm Research Institute für diverse Markenprodukte bezüglich Haltbarkeit unter bestimmten Voraussetzungen. Epsons Papiere sind getestet und ich kann mich darauf beziehen, wenn ich ein Foto auf einem Epson Papier dem Kunden liefere. Nehme ich ein günstigeres Papier, gibt es solche Tests meist nicht. Es kann also passieren, das ein Foto auf einem Noname Papier schon nach wenigen Jahren seine Farben so stark verliert, das es unansehnlich wird. Und auch oder obwohl ich Epson Tinten verwendet habe, die ja bis 75 Jahre halten sollen. Auf dem Epson Papier dagegen kann ich meist auf 30 bis 50 Jahre vertrauen. Es zeigt sich, das die Tinte nur in Verbindung mit einem geeigneten Papier lange hält. Das gilt heute auch für Canon und HP Papiere und Tinten. Nehme ich dann noch eine kompatible Tinte, also keine Originaltinte, dann reduziert sich die Haltbarkeit nochmals um einen gewichtigen Faktor. Ich verweise da nur auf entsprechende Tests in Fotozeitschriften, wo Tinten für Desktopdrucker bis zum Format DIN A3 des öfteren untersucht und mit den  originalen Tinten verglichen wurden. Da konnte man oft schon nach weniger als einem Jahr unter UV-Einstrahlung deutliche Farbunterschiede sehen. Aber wer billig will, bekommt billig.

Was kostet eigentlich ein 60×80 cm Fotoposter?

Bei mir kostet es 19,99 Euro inkl. MwSt., bei posterxxl.de kostet es 16,99 Euro, bei posterjack.com nur 9,99 Euro (Stand: 16. April 2010). Und was bekommt der Kunde?

Bei mir gibt es das Epson Premium Luster 260 g/qm Fotopapier, bei posterxxl.de ist es ein nicht näher bezeichnetes 230 g/qm Fotopapier und bei posterjack.com ist es ein 210 g/qm Fotopapier.

Wo liegen die Kosten? Das Epson Premium Luster kostet netto ca. 7 Euro pro qm, ein gutes 230 g/qm Fotopapier kann ich für unter 3 Euro  kaufen und ein 210 g/qm Fotopapier bekomme ich für unter 2 Euro. Und das ohne Rabatte für besonders große Mengen zu beanspruchen.

Das 60×80 cm Poster hat eine Fläche von 0,6×0,8 m = 0,48 qm. Das Poster auf dem 210 g Papier kostet also gut 1 Euro, auf dem 230 g Papier schon 1,50 Euro und auf dem Epson Luster gar 3,50 Euro. Nun muss noch ein wenig Verschnitt hinzu gerechnet werden, denn selbst eine passende Rolle von 24 Zoll Breite (61 cm) braucht noch Material zum Schneiden vor und nach dem Druck. Ich rechne hier immer gut 2 cm oben und unten dazu, ich brauche also 61×84 cm Papier – macht 0,51 qm. Tinte für gut einen halben Quadratmeter rechne ich mit günstigen 4 Euro Originaltinte pro Quadratmeter geteilt durch zwei = 2 Euro an.

posterjack.com kostet ein 60×80 cm Poster also 1 Euro Papier + 2 Euro Tinte = 3 Euro (3,57 Euro inkl. MwSt.).

posterxxl.de kostet ein 60×80 cm Poster 1,50 Euro + 2 Euro Tinte = 3,50 Euro (4,17 Euro inkl. MwSt.).

Mich kostet das 60×80 cm Poster 3,50 Euro + 2 Euro Tinte = 5,50 Euro (6,55 Euro inkl. MwSt.)

Was nicht in dieser Rechnung erfasst ist, welche Rabatte beim Einkauf posterjack.com und posterxxl.de geltend machen können. Und ich weiß nicht, mit welchen Tinten die beiden arbeiten. Da die beiden Referenzdienstleister auch Werbung im Fernsehen machen, kann von einem entsprechend großen Bekanntheitsgrad ausgegangen werden und das spiegelt sich im Auftragsvolumen wieder. Je mehr Durchsatz produziert wird, desto günstiger kann eingekauft werden und desto mehr kann automatisiert werden.

Dazu mein Beispiel: Ich muss meist erst das Papier im Drucker wechseln auf das richtige Material mit der günstigsten Materialbreite. So was dauert zwischen zwei und vier Minuten. Dann rufe ich die zu druckende Datei auf meinem Computer auf und layoute das Foto, so wie der Kunde es gedruckt haben möchte. Das dauert ca. zwei Minuten. Dann drucke ich. Dauer ca. fünf Minuten mit 1440 dpi Druckauflösung. Während dessen kann ich anderen Aufgaben nach gehen. Ist der Druck fertig, nehme ich es aus der Maschine und prüfe. Ist alles OK, gehe ich zur Schneidemaschine und schneide überstehende Ränder ab. Das dauert ca. zwei Minuten. Abschließend wird der Druck gerollt, in Folie oder Seidenpapier eingewickelt, in eine Papprolle verpackt, die noch zugeklebt werden muss. Der Versandauftrag wird von mir online erstellt, der Versandaufkleber auf einem Laserdrucker ausgedruckt und auf die Versandrolle aufgeklebt. Das dauert insgesamt noch mal ca. fünf Minuten. An dem einen Poster habe ich also ohne Druckzeit zwischen elf und dreizehn Minuten. Rechne ich mal gut 50 Euro, die ich als Selbständiger pro Stunde erwirtschaften muss, um meine Krankenversicherung und Rentenversicherung, Steuern und Material sowie meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, dann kostet mich dieser Druck 10,83 Euro Arbeitszeit.

Warum tue ich das überhaupt?

Arbeitszeit 10,83 Euro für ein 60×80 cm Poster plus 6,55 Euro Material- und Druckkosten macht 17,38 Euro. Beim Verkaufspreis von 19,99 Euro verbleiben mir so 2,61 Euro Gewinn, Gewinn, den ich dazu benutzen muss, einen Fehldruck, der ja immer vorkommen kann, auszugleichen und auch noch Rücklagen zu bilden für eine Reparatur an einer Maschine und für zukünftige Investitionen. Erst kurz vor Weihnachten 2009 ging an der Epson 9800 Druckmaschine die Reinigungseinheit kaputt – Kosten mit Einbau = 630 Euro. 2,61 Euro sind sehr wenig, um davon leben zu können, zumal ich davon ja die Mehrwertsteuer / Umsatzsteuer von 19 % noch ans Finanzamt abführen muss. So bleiben davon netto gerade 2,20 Euro übrig. Und um ein durchschnittliches Nettogehalt von z. B. 1800 Euro zu erwirtschaften, muss ich mindestens 820 Aufträge für Drucke in 60×80 cm auf meinem Epson Fotopapier bekommen. Jeden Monat. Es gibt aber starke Monate und schwache. Vor Weihnachten werden immer besonders viele Poster bstellt, oder nach den Sommerferien. Dazwischen ist es meist mau.

Mein Fazit oder eher meine erschreckende Erkenntnis?

Es ist für Kunden nicht nachvollziehbar, warum der eine Dienstleister nur 9,99 Euro, der andere aber 19,99 Euro für ein 60×80 cm Fotoposter haben muss. Und wenn der Kunde nur ein oder zweimal im Jahr ein Poster bestellt, wird er keine Vergleichsmöglichkeit haben. Außerdem wird der Kunde über die Haltbarkeit eines Fotoabzugs erst nach Jahren urteilen können, ob er, der Kunde, dann die Ursache in dem Papier oder eher in seinem Handeln sieht, sei dahin gestellt.

In Zeiten schwacher Konjunktur, Zeiten, in denen viele Angst um ihren Arbeitsplatz und damit ihre Zukunft haben, werden sich Luxusartikel wie Fotoposter nur schwerer verkaufen lassen und wenn, wird der Kunde bestimmt auch auf den Preis schauen. Kleinen Druckdienstleistern bleibt so die Rolle eines Tante-Emma-Ladens und die sind in der Vergangenheit allesamt von Discountern verdrängt worden. Sollen wir Kleinen jetzt eine Genossenschaft bilden, um so günstiger einkaufen können? Ich denke, das wird sich nicht so einfach realisieren lassen, denn einerseits ist die Konkurrenz untereinander zu ausgeprägt und andererseits, wie soll ein Kleiner mal eben größere Produktionskapazitäten aufbauen können, wenn denn überhaupt gewollt?

Was ist zu tun?

Canvas und Firnis

In den vergangenen Wochen habe ich meine Lieferanten für die Canvas total genervt. Immer und immer wieder musste ich nachfragen, wie ich denn die Canvasoberfläche meiner Fotos auf Leinwand besser schützen kann. Nun bin ich etwas schlauer.

Das ursächliche Problem, warum die Canvas nach dem Druck so empfindlich ist, ist die Tinte. Als eingeschworener Epson Fan drucke ich auf der Leinwand natürlich mit  dem matten Schwarz um eine bessere Tiefe zu bekommen. Das matte Schwarz besteht aus größeren Pigmentteilchen, die weniger in die Tintenaufnahmeschicht matter Oberflächen wie Canvas aufgenommen wird. Dadurch entsteht ein besseres Schwarz, der Druck hat mehr Tiefe und einen höheren Kontrast als vergleichsweise mit dem Photoblack. Diese größeren Pigmentteilchen haben aber den Nebeneffekt, das man sie durch leichten Druck schon verdichten kann, und wenn sie verdichtet werden, entsteht ein Glanz.

Dem kann man entgegen wirken, indem die Canvas nach dem Druck, aber vor dem Rahmen, mit einem Schutzlack versiegelt wird. Das kann einmal das Spray sein, wie man es allerorten kaufen kann. Doch die Wirkung will sich mit dem Spray nicht so richtig einstellen. Alternativ gibt es Firnislacke, wie wir sie von den mit Öl malenden Künstlern kennen. Es darf aber nicht irgendein Firnis sein, der Firnis muss auf die Leinwandschicht und die Tinte genau abgestimmt sein. Sowohl das Spray als auch eine Firnislösung habe ich probiert, wobei das Spray kläglich versagte und hier nicht weiter behandelt wird.

Es gibt zum Auftragen der Firnis zwei Vorgehensweisen: Mit einer Malerrolle und mit einer Sprühanlage.

Mit der Malerrolle habe ich meinen zweiten Versuch  gemacht. Man nimmt eine Schaumstoffrolle, ich habe zwei Stück im Baumarkt für wenige Euro gekauft, eine mit 11 cm Breite und die andere mit 16 cm Breite. Wichtig ist nur, das die Seiten der Rolle unbedingt abgerundet sein müssen. Sonst bekommt man beim Auftragen immer Streifen von Firnis. Den Firnis habe ich in eine kleine Schale gefüllt und die Menge mit 25 % distilliertem Wasser verdünnt. Das distillierte Wasser ist wohl wichtig, damit keine Keime, die im Leitungswasser immer vorhanden sind, sich im Firnis einbetten und so die Haltbarkeit des Schutzfirnis verändern. Jedenfalls muss der Firnis dreimal aufgetragen werden. Also den Druck mindestens 24 Stunden trocknen lassen. Dann den Druck auf eine Platte (Holz oder Glas) mit Kreppklebeband fixieren. Ich hatte einmal eine dickere Pappe als Unterlage genommen, doch die wölbte sich ob der Feuchtigkeit nach dem zweiten Auftragen des Firnis und ein Weiterarbeiten war so nicht mehr möglich. Dann die erste Schicht Firnis aufrollen und dreissig Minuten trocknen lassen. Dabei sollte die Luftfeuchtigkeit im Raum nicht zu hoch und die Raumtemperatur um die 20 Grad sein. Stimmen Luftfeuchtigkeit und Temperatur nicht, muss länger Zwischengetrocknet werden. Nun wird der Druck um 90 Grad gedreht und der zweite Firnisauftrag aufgebracht. Dann wieder dreissig Minuten trocknen lassen. Und den Druck wieder um 90 Grad drehen und den dritten und letzten Auftrag aufrollen, das sogenannte Finish.

Beim Aufrollen unbedingt auf einen gleichmäßigen Auftrag achten und die Rolle nicht zu stark aufpressen. Das der Firnis Anfangs etwas milchig aussieht, macht nichts, er wird sehr schnell klar und bleibt auch bis zuletzt so. Einzig auf kleine Luftbläschen muss geachtet werden. Die unbedingt so lange überrollen, bis sie sich aufgelöst haben. Mir ist beim zweiten Motiv passiert, das ich nach dem zweiten Durchgang einige kleine Luftbläschen übersehen hatte und nach einer halben Stunde war der Firnis handtrocken, die Bläschen waren noch da und der Druck jetzt so unansehnlich, das ich ihn wegtun musste. Nachdem der dritte Firnisauftrag gemacht ist, sollte der Druck weitere 24 Stunden trocknen und erst dann auf den Keilrahmen aufgezogen werden. Mein Fazit: Wer nur ab und an mal einen Canvasdruck firnissen will, für den ist das eine einfache Vorgehensweise. Wer aber mehrere Drucke oder gar viele schützen will oder muss, der bekommt Probleme. Ich habe da öfter mal so 100×250 cm große Drucke. Da die Drucke zwischendurch immer wieder trocknen müssen, hat man schnell Platzprobleme. Und irgendwo zur Seite stellen geht auch nicht so einfach, denn zu leicht kann sich ein Staubkorn auf der klebrigen Oberfläche festsetzen und ist später nicht mehr entfernbar.

Das Aufsprühen. Dazu habe ich mir eine Sprühpistole von Wagner gekauft. Knapp hundert Euro hat mich die Maschine im Baumarkt gekostet, gleich mit zwei Tanks für die Firnislösung. Die Sprühpistole ist eine sogenannte HVLP Sprühpistole, HVLP steht für High Volume Low Pressure und meint, sie spüht viel Farbe mit geringem Druck. Das wiederum bedeutet, es entsteht fast kein Sprühnebel, der sich im Raum verteilt und so alles mit seinen Farben zudeckt. Das ist gut. Und der Firnis kommt mit guten Druck aus der Pistole. Da gibt es dann wieder Haufenweise Anleitungen, wie die Pistole gehalten werden soll und in welchem Abstand.

Mein erster Versuch war, die Leinwand an einer Art Wäscheleine im Badezimmer über der Badewanne aufzuhängen. Doch der Spühdruck aus der Maschine blies mir die Leinwand immer weg, ein Firnisauftrag war so nicht möglich. Also wieder eine entsprechend große Unterlage besorgen und die Leinwand mit Kreppklebeband darauf fixieren. Mit einem gleichmäßigen Abstand von 5 bis 10 cm zum Canvas den Firnis gleichmäßig aufsprühen. Dabei schön darauf achten, dass der Firnis auch alles bedeckt, aber nicht zu viel, das der Firnis in Tropfenbahnen nach unten läuft. Die Canvas steht senkrecht vor mir, ein flaches hinlegen auf dem Tisch, wie beim Rollen mit der Malerrolle, geht ja nicht. Das Ergebnis war OK. Die Vorgehensweise ist wie beim Aufrollen. Erster Auftrag, dreissig Minuten trocken, zweiter Auftrag, dreissig Minuten trocken, dritter Auftrag. Mit Luftbläschen hat man hier keine Sorgen. Mein Fazit: Das Aufsprühen geht einfacher von der Hand. Doch die Sprühpistole kostet deutlich mehr und stellt an den Bediener deutlich höhere Fertigkeiten. Man muss mehr auf seine Gesundheit achten und unbedingt eine Atemschutzmaske tragen. Und Lärm produziert das Gebläse in der Sprühpistole auch, der leicht störend sein kann. Und so sehr man beim Spürhen auch Acht gibt, etwas geht immer vorbei am Canvas und muss hinterher gereinigt werden, es sei denn, man hat einen dauerhaften Sprühraum. Ich habe leider keinen. Das Sprühen mit der Sprühpistole ist dafür etwas sparsamer im Umgang mit dem doch recht teuren Firnis. Einen Liter bekommt man so zwischen 30 bis 60 Euro, fünf Liter Gebinde sind etwas günstiger pro Liter.

Ein richtiger Fan vom Firnissen werde ich aber bestimmt nicht werden. Zu viele Unannehmlichkeiten durch den erforderlichen Platz, die Staubfreiheit (die ja bei der regelmäßigen Arbeit mit Canvas sowieso nicht gegeben ist) und die langwierige Prozedur sowie die Unwägbarkeiten wie Staub oder die Luftbläschen lassen ein kalkulierbares Arbeiten eigentlich nicht zu.

Resümee

Eine Canvasverkäufer klagte mir sein Leid am Telefon, als ich ihn fragte, was er mir denn empfehlen würde. Er meinte, er hätte über die Jahre soviel versucht, doch nichts befriedigendes sei zu finden gewesen. Eine schwache Alternative sah er und auch ich hatte die Variante schon ins Auge gefasst, in der Verwendung von Canvas mit Satin oder Glossy Oberfläche. Die so beschichtete Leinwand verhält sich fast wie ein gutes Fotopapier, das in der Oberfläche deutlich unempfindlicher ist. Dazu hatte ich mir von Rauch eine satinglänzende recht teure Leinwand besorgt. Die Leinwandoberfläche möchte ich fast als unzerstörbar kennzeichnen, auch wenn das sicher übertrieben ist. Doch Druck und Reiben können dieser Oberfläche erstmal nichts anhaben. Und ich darf diese Leinwand sogar mit Photoblack bedrucken für ein bestes Ergebnis. Das spart den teuren Tintenwechsel. Das Schwarz ist noch ein bisschen Tiefer als das der matten Leinwand mit Matteblack bedruckt. Wermutstropfen sind der recht hohe Preis und viel schlimmer, die störenden Reflexe beim Betrachten der Leinwand durch die glänzende Oberfläche vor allem in Flächen mit hohem Farbauftrag. Also genau dort, wo die Leinwand mit besserem Schwarz punkten kann, schwächelt sie, weil das Schwarz häufig nur als Grau empfunden wird wegen der Lichtspiegelungen. Schade.

Ausblick

Ich recherchiere im Moment nach anderen, weiteren Lösungen für dieses Problem der so besonders empfindlichen Leinwanddrucke. Was ich gefunden habe, kann ich Ihnen vielleicht schon bald hier präsentieren. Ich bin gespannt, wie es ausgeht, Sie hoffentlich auch.

Foto HIRES PLUS

Heute habe ich ein neues Produkt aufgenommen, nachdem mich schon öfter Kunden nach  genau dieser Anwendung gefragt hatten: Fotoposter, die hinter einem Passepartout angebracht werden sollen.

Das Motiv wird vergrößert (+ 5 mm rundum) auf einem Bogen Fotopapier gedruckt, der rundum genau 3 cm größer als der Passepartoutausschnitt ist:

  • 30×40 cm Passepartoutausschnitt ergibt 
  • 31×41 cm Mindest-Motivgröße und
  • 36×46 cm Bogenformat

So wird der Passepartoutausschnitt vom Motiv komplett ausgefüllt und es bleibt genügend unbedruckter Rand, um den Druck hinterm Passepartout zu befestigen.

Obwohl die Bildvorschau beim Upload und Bestellen nur den skalierten Bildausschnitt im Passepartout zeigt, wird vom Motiv trotzdem nichts abgeschnitten – er verschwindet einfach hinterm Passepartout.

Weitere Infos und Preise: http://www.posterdruck.biz.