Timeless Firnis Gloss

Habe mir kurz vor Weihnachten mal ’ne Gallone von dem Timeless Gloss Firnis bestellt und dann einen 50×150 cm Druck auf der Bonjet Canvas matt zum Test damit lackiert.

Mein erster Eindruck ist, daß das Timeless Gloss sehr, sehr schnell trocknet. Ich muss die Rolle, die ich zum auftragen benutze, immer wieder in die Schale mit Firnis neu eintauchen und wenn ich dann die Rolle auf der Leinwand  dort ansetze, wo ich aufhörte, ist dort das Firnis schon fast komplett trocken. Als ich das Firnis überall aufgetragen hatte, konnte ich erste Bereiche mit unterschiedlichem Glanz sehen. Ich setzte mutig zum zweiten Durchgang an und trug auf der gesamten Fläche noch mal Firnis auf, diesmal etwas dünner, und versuchte so einen homogenen Glanz auf der Leinwand hin zu bekommen. Dabei merkte ich, daß das Firnis vom ersten Auftragen schon zäh klebrig an der Rolle zerrte.

Im trockenen Zustand waren auf der Leinwand immer noch mattere und glänzendere Bereiche auszumachen, vor allem, wenn ich schräg drauf schaute. Der Grund mag in den Umgebungsbedingungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Art der Leinwand gelegen haben, ich teste in den kommenden Tagen mal ein anderes Motiv und auch eine andere Leinwand werde ich für’s firnissen verwenden. So jedenfalls ist das Ergebnis nicht zu gebrauchen.

Meine anfängliche Frage, ob und wie sich das glänzende Firnis auf den Druck auswirkt, wurde beantwortet: Die Farben wirken brillanter, das Motiv ist kontrastreicher. Mit glänzendem Firnis wirkt das Motiv fast wie auf gutem Fotopapier gedruckt. Es ist plastischer, dreidimensionaler und knackiger. Einzig an den Stellen, an denen ich zweimal Firnis aufgetragen hatte, war der Glanz schon ein bisschen arg speckig, zuviel. Ich berichte vom nächsten Versuch.

Grafikrahmen oder Schattenfugenrahmen

Eine schöne Fotografie auf Leinwand ist eine Augenweide. Und praktisch dazu, kann der Druck auf Leinwand dank des Keilrahmens, auf dem sie aufgezogen ist, auch gleich aufgehängt werden. Aufwerten geht trotzdem, indem zusätzlich ein Holzrahmen den Leinwanddruck umrahmt. Da gibt es zwei Varianten:

Grafikrahmen schwarz lackiert

Grafikrahmen schwarz lackiert

Grafikrahmen

Grafikrahmenleiste © Nadler pro-artist

Grafikrahmenleiste © Nadler pro-artist

Ein Grafikrahmen wird von vorn auf den Keilrahmen angebracht und der Grafikrahmen deckt ein wenig vom Motiv auf der Leinwand ab – so wie bei einem üblichen Bilderrahmen. Vorteil, man sieht keine Kanten und kann aus einer unendlichen Vielzahl an Leisten- und Rahmentypen auswählen. Sie kennen sicher die alten Schinken – Ölgemälde aus vergangenen Tagen mit einem schweren, oft mit Gold und Ornamenten verzierten Rahmen – so sieht typischer Weise ein Grafikrahmen aus. Es gibt aber auch feine und schlichte Rahmen, wie gesagt, die Auswahl ist riesengross.

Schattenfugenrahmen mit Goldkante

Schattenfugenrahmen mit Goldkante

Schattenfugenrahmen

Schattenfugenleiste © Nadler pro-artist

Schattenfugenleiste © Nadler pro-artist

Schattenfugenrahmen sind praktisch umgekehrte Grafikrahmen, wobei die im Querschnitt wie ein grosses L aussehen. Hier wird der Leinwanddruck von vorn in den Rahmen eingelegt – umgekehrt zum Grafikrahmen. Man sieht vom Schattenfugenrahmen eigentlich nur eine schmale Leiste, die mit kleinem Abstand zum Leinwanddruck diesen umrahmt. Dieser Abstand – meist zwischen 5 und 10 mm – wirkt wie ein zusätzlicher Schatten um das Motiv, deshalb Schattenfugenrahmen. Hier ist die Auswahl eingeschränkter auf wenige Maße, wobei sich hauptsächlich die Breite der Kante, die man von vorn sieht, verändert. Und es gibt diese Rahmen in nur wenigen Farben. In Schwarz, Weiss, Grau sowie in Schwarz mit Gold- oder Silberkante und als unbehandeltes Naturholz fand ich Angebote.

Noch mal Fotogeschenke

Die Website http://www.meeresschaetze.de habe ich soeben überarbeitet und neu online gestellt. Ilona Weinhold-Wackernah zeigt auf dieser Site ihr gesamtes zum Kauf stehendes Portfolio von Fotografien in Editionen. Die meisten ihrer Arbeiten sind als Digigraphien ausgeführt, das heisst, jede Serie ist gleich ausgeführt auf besonders zertifiziertem Material und jedes Motiv ist in der Anzahl limitiert (meist auf nur 5 Stück). Dazu gibt es je ein Zertifikat und jeder Druck ist signiert.

Traum-Lilie, 90x30 cm, Canvas, 98 €

Traum-Lilie

Ausnahme – also nicht als Digigraphie ausgeführt – bildet ihre neue Serie „Wohnraumoffensive“. Die Motive sind meist malerisch gehaltene Ausschnitte von Naturmotiven, in 90×30 cm auf der besonders guten Epson Premium Canvas satin Leinwand gedruckt. Einzelne Motive kosten 98 €, kaufen Sie 2 Motive, gibt es ein drittes umsonst dazu.

Verzugsfrei, mehrfach verleimt, keilverzinkt – Keilrahmenleisten

Ich habe diese werbewirksamen Schlagworte schon oft gelesen und immer darauf vertraut, dass das der Weisheit letzter Schluss ist. Doch weit gefehlt, wie mich Joachim Nadler jetzt aufklärte. Das ist alles Quatsch!

Keilrahmen, die aus vielen kleinen Stücken gemacht sind und deren Stücke entweder keilverzinkt sind oder verleimt, bestehen im Grunde aus Abfallholz und sind damit nicht besser sondern minderwertiger.

Joachim Nadler dazu:

… das ist ein Industrieprodukt aus i.d.R. minderwertigem Restholz, Kurzholz oder Billighölzern, das man durch Längsverleimung künstlich verlängert, was aber keinerlei Sinn ergibt für Maßhaltigkeit oder Formstabilität. Deshalb auch die erkennbar kurzen Stösse. Und Händler peppen das werbetechnisch künstlich auf und preisen diese als 100 % verzugsfrei und und und … wenn Sie wüssten, was mir davon schon alles bei Aufzieh- und Umspannarbeiten  in die Hände gekommen und in den Ofen gewandert ist …

Im Stück ist also besser

Gute Schreinereien nehmen laut Herrn Nadler die Erdstämme, also den Teil vom Baum mit wenigen Ästen, und sägen daraus die Brettware und lassen das Holz dann gut trocknen. Und auch die Weiterverarbeitung muss bei konstanten Trocknungsgraden erfolgen. Joachim Nadler macht das so.

Wir verwenden  nur sog. Erdstämme, die Filetstücke eines Baumes mit ruhigem Wuchs und wenig Ästen (und auch deutlich teurer) – aus bayrischen, zertifizierten Forsten.  Daraus erzeugen wir schöne lange Leisten und die muß man nicht erst kleinschneiden, um sie danach wieder in der Länge aneinanderzuleimen. Daraus ist zu folgern, um diesen Aufwand der Zinkerei überhaupt verstehen zu können, dass es i.d.R. krumme Ware sein muß, die man, um sie überhaupt verwenden zu können, erst kleinschneidet um sie dann, jeweils eine Seite gedreht, wieder aneinanderheftet.

Und Joachim Nadler ist auch der Meinung, das es keinen Sinn macht, schöne Leisten kleinzuschneiden und dann wieder zusammenzuheften. Das leuchtet  mir ein. Und ich habe ja bislang überwiegend verleimte Leisten verarbeitet und da waren auch mehr als eine Leiste dabei, die krumm war, bevor ich sie zum Rahmen gebrauchen konnte.

Aber warum werden Leisten überhaupt krumm?

Dazu Joachim Nadler:

Ein Grund: Manche Teile eines Stammes stehen aufgrund der Wuchsumstände sehr unter Spannung, was sich dann beim Trennen eines Brettes zu Leisten zeigt. Zudem neigen diese Leisten zu rotbrauner Färbung, sind härter im Wuchs - das nennt man auch  Reaktionsholz – in der Leistenbranche das eigentlich nicht verwendbare Holz, da extrem verzugsgefährdet.
Ein weiterer Grund: Wenn Holz zu schnell künstlich getrocknet wird, entstehen Spannungen im Brett, die sich dann beim Trennen ebenso entladen können.
Und noch einer …
Das Wuchsgebiet: Zu enger Baumstand, deshalb nur relativ schmale Stämme, schnell hochgewachsen  (dem Licht entgegen) schlechterer, wasserarmer Boden.
Unsere Hölzer stammen aus sorgsam gezogenen Forsten, in idealen Höhenlagen gewachsen: Ringsum genug Abstände zum Nachbarbaum, das ein gleichmäßiges Wachsen ermöglicht (ansonsten Drehwuchsgefahr)  ein ausgeglichener Kalkgehalt im Wasser, guter Boden.

Und mir war auch immer ein übler Geruch aufgefallen, den ich einer Imprägnierung des Holzes zugeschrieben hatte. Herr Nadler klärte mich auf, dass das am Leim gelegen hat. Nur der Hersteller weiss, was die da für einen Leim verwendet haben und was da später so alles an die Luft kommt, Luft, die wir täglich einatmen.

Die Situation mit dem „Klebeholz“, deshalb vielleicht auch der Geruch, ist vergleichbar mit dem aktuellen Fall in der Fleischindustie, wo man einigen Händlern auf die Schliche gekommen ist, dass diese nicht selten Kleinfleischteile mittels Emulsionen so verpressen, dass man nach dem Klebeprozess ein saftiges Steak erhält, ohne dass man es gleich erkennt … im Kleingedruckten auf der Rückseite stehts dann … na Mahlzeit!
Die Leisten von Herrn Nadler habe ich gestern bekommen und die dufteten wirklich nach Holz, reinem Holz und sonst  nichts.
Joachim Nadler empfiehlt uns den korrekten Umgang mit den Leisten:

Zum Holz im Allgemeinen als Basiswissen:
Holz ist hygroskopisch, d.h., ist immer bestrebt sich dem Feuchtegehalt der es umgebenden Luft anzupassen, d.h. ist diese trocken und warm, entzieht sie dem Holz die Restfeuchte >> Holz schwindet, ist diese aber feucht, nimmt Holz die Feuchte an und quillt. Deshalb kann niemand von völlig verzugsfrei sprechen, auch wir nicht, da Holz als natürliches Produkt  „lebt“. Aber man kann Risiken so minimieren, dass fast nichts passiert. Deshalb weisen wir unsere Kunden auch immer darauf hin, die Leisten gleichmäßig trocken und kühl zu lagern, im Winter nicht an Heizkörpern oder im Deckenregal und rein gar nicht in feuchten (Keller-) Räumen.

Joachim Nadler ist unter NADLER pro artist im Internet zu finden und fertigt seit mehr als 40 Jahren Keilrahmen in Deutschland

  • in vielen Stärken und Breiten, in allen 0,5 cm-Schritten serienmäßig und Längen bis 500 cm
  • das Holz stammt aus dem Holz bayrischer, PEFC-zertifizierter Forste
  • gibt Workshops an Akademien, wo das Thema Holz immer den Anfang macht.

Fotos auf Leinwand verkaufen sich bestens

Ich war vor kurzem auf einer Art Versammlung von Fotografinnen und Fotografen, wo eine gemeinsame Ausstellung im Sommer 2010 besprochen wurde. Es wurde über Formate, Art der Fotopräsentationen und das Konzept der Ausstellung diskutiert. Übrig blieben für die Präsentation noch Aludibond und Canvas auf Keilrahmen. Doch einige Fotografen monierten, das Produkt Leinwand sei out und nicht mehr Zeitgemäß.

Ein Fotograf berichtete daraufhin von einer Ausstellung im vergangenen Jahr 2009, auf der die Fotografien auch verkauft wurden. Und auch dort waren die Fotos auf verschiedenen Medien präsentiert worden. Und er berichtete stolz, das von den verkauften Fotos gut 80 % auf Leinwand waren. Die Leinwand entsprach also am meisten dem Kundengeschmack. Dem kann ich nur zustimmen.

Einige Tage zuvor bekam ich eine neue Ausgabe der digit, in der Andreas Jankowsky von jam fineartprint verschiedene Präsentationsformen vorstellte und miteinander verglich. Er ging dabei sowohl auf die Argumentation der Fotografen ein als auch auf Kundenwünsche. Bei der Leinwand zum Beispiel stellte er auch die Kinderfreundlichkeit in den Vordergrund und begründete seine Sicht mit der leichten Bauweise des Keilrahmens und wie wenig Schaden ein herunter fallender Leinwanddruck anichten kann. Das sieht bei einem Glasrahmen oder Aludibond schon anders aus. Auch dem stimme ich zu. Der Artikel ist aber auch sonst lesenswert.

Auch in der eingangs erwähnten Diskussion zwischen den Fotografen, wie denn die Fotos präsentiert werden sollen, wurde meiner Meinung nach der Sicht und Ansprüche der Käufer von Fotografien zu wenig Beachtung geschenkt. Und ich meine auch, zu oft werden Fotografien in einer Art und Weise präsentiert – aufgepeppt – das man meinen könnte, es stünden nicht die Fotomotive im Mittelpunkt/zum Verkauf, sondern die Aufmachung derselben. Dabei wirkt eine gute Fotografie doch für sich selbst, oder?

Foto auf Leinwand auf 2 und 4 cm Leisten

Seit nun zwei Wochen bekommen Sie von mir die Canvas BASE und Canvas PRO auf Galerierahmen (mit 2 cm Tiefe) und auf Museumsrahmen (die mit 4 cm Tiefe). Damit Sie den Unterschied zwischen den beiden Leistentypen mal sehen, füge ich beide als Foto hier an.

Keilrahmen XL Leisten

Keilrahmen XL

Keilrahmen S

Keilrahmen standard

Selbstverständlich stammt das Holz für die Keilrahmenleisten aus nachhaltiger, ökologischer deutscher Waldwirtschaft, ist mehrfach verleimt (die Leiste besteht aus vielen Einzelstücken, die miteinander verleimt sind und so verzugsfreier bleiben) und gut abgelagert.

Das Besondere am Keilrahmen ist die Eckverbindung, die nicht fixiert wird. Das Profilist so gewählt, dass sich die Leisten in einem Winkel von 90 Grad zusammenschieben lassen. Die Stabilität entsteht erst, wenn die Leinwand aufgebracht wird. Sollte die Leinwand mit der Zeit an Spannung verlieren, wird der Keilrahmen in den Ecken aufgekeilt, d.h. es werden Hartholzkeile von innen in die Gehrung getrieben, damit sich das Außenmaß vergrößert und die Leinwand sich spannt.

Sehen Sie sich meine Preise auf meiner website an: www.posterdruck.biz/

Bernd Schmidt Timmendorfer Strand

Bernd Schmidt zeigt zwölf großformatige Fotografien im alten Rathaus in Timmendorfer Strand und veröffentlicht rechtzeitig zu Ostern seinen Kalender für 2011 mit einer Auswahl seiner Landschaftsfotografien von Timmendorfer Strand und Niendorf an der Ostsee.

Auf dem Foto links TSNT-Geschäftsführer Christian Jaletzke und rechts der Fotograf Bernd Schmidt mit dem neuen Kalender „Timmendorfer Strand Meerblicke zum Träumen“  für  das  Jahr 2011.

Die großformatigen Fotografien sind auf Epson Premium Canvas Satin gedruckt und ich – www.posterdruck.biz – durfte den Auftrag ausgeführen.

Ist in Leinwand noch Leinwand drin?

Waren wir nicht erst vor kurzem aufgeschreckt, als wir lasen und hörten, das wo Käse drin sein soll, gar kein Käse mehr drin ist? Ich war schockiert. Eine Pizza ohne echten Käse? Ich musste gleich an den berühmten Film Brust oder Keule mit Louis de Funes denken, wo er einen Gourmetkritiker spielt und sein Gegenspieler, Michel Colucci als Gérard Duchemin, einen skrupellosen Fastfoodfabrikanten. Da konnten wir sehen, wie ein Hähnchen aus meiner undefinierbaren Masse geformt wird, mit Lebensmittelfarbe die gebräunte Haut aufgesprüht wird. Ekelig.

Zwischen meinen Beiträgen habe ich Google-Anzeigen geschaltet. Da sehe ich dann immer öfter Anzeigen von Mitbewerbern um Aufträge für Foto auf Leinwand. Ja, der Markt ist für den Verbraucher inzwischen unüberschaubar geworden, für uns Dienstleister ein hartes Brot. Wehmut klingt in mir an, wenn ich an die Zeit denke, in der ich noch einer der ganz wenigen Anbieter war. Naja. Und die Preise, die meine Mitbewerber für Leinwanddrucke verlangen, lassen mich fragen, wie ist das denn möglich.

Jetzt hake ich mal ein wenig nach

Da bekomme ich bei http://ranaposter.de eine 80×120 cm Leinwand für 89 Euro. Natürlich auf Keilrahmen aufgezogen, oder nicht. Das geht nicht eindeutig aus der Produktbeschreibung hervor. Allein so einen Druck für den Versand zu verpacken, dauert bei mir schon fast eine viertel Stunde und kostet mich im Versand mit UPS schon einen saftigen Zuschlag wegen “großem Paket”. Und erst das Verpackungsmaterial.

Was mir noch auffällt: Microfaser Leinwand. Was ist das denn? Ich denke, Leinwand ist aus Baumwolle. Eine Googlesuche zeigt mir Microfasertücher, Leinwand für Beamer, also die bekannte Leinwand für Diavorträge, Leinwand für Rollos und tatsächlich werben ganz schön viele Anbieter von Foto auf Leinwand mit Microfaser-Leinwand. Die Leinwand mit einem Flächengewicht von 210g/qm bis zu stattlichen 400g/qm verspricht so nichts schlechtes. Oder? Bei www.online-artikel.de finde ich diese Aussage:

Vorsicht ist aber bei der Auswahl des jeweiligen Anbieters bezüglich eines Fotos auf der Leinwand geboten. Nicht immer wird die angebotene Qualität auch geboten. Was für einen Künstler verwerflich wäre – ist bei der Produktion einer Foto Leinwand unersetzbar – die Microfaser-Leinwand. Der Vorteil besteht darin, dass sich die im Druckverfahren verwendete Tinte sofort mit den Poren dieser Leinwand verbindet. Nur so ist es gewährleistet, dass das Foto auf Leinwand reflektionsfrei, kratzfest und wasserunempfindlich ist. In Fällen, in denen ein anderes Gewebe seinen Einsatz findet, passiert es nicht selten, dass an den Eckfalzen unschöne Farbbruchstellen entstehen. An eine Kratzfestigkeit und Wasserunempfindlichkeit ist gar nicht zu denken.

Hmm, stimmt denn diese Aussage? „Was für einen Künstler verwerflich wäre, ist für Foto auf Leinwand unersetzlich.“ Habe ich etwa die schönsten Fotografien meiner Frau, die damit mehrere Ausstellungen veranstaltet hat, unersetzlich versaut?

Unter http://mootivoo.de finde ich diese Aussage:

Ihr Bild wird auf ein speziell für den Druck von Fotoleinwänden entwickeltes Microfaser-Leinwandgewebe gedruckt. Ein High-Tech-Gewebe dass die Verbindung der lösungsmittelfreien Farben, durch den Sublimationsdruck, auf einer molekularen Ebene ermöglicht. So entsteht eine einzigartige Farbbrillanz und Ihr Bild wird kratzfest, UV-beständig und sogar waschfest bei 30 Grad!

Die Struktur (fein und doch gut sichtbar) dieses hochwertigen Materials eignet sich perfekt für Ihre mootivoo Fotodrucke und bewahrt, insbesondere aus der Nähe betrachtet, den Look ähnlich eines Gemäldes. Die seidenmatte, lichtechte Oberfläche gibt Farben besonders satt und leuchtend wieder und verleiht Ihrem mootivoo Bild eine sehr exklusive Wirkung.

Die Beschaffenheit dieses Materials lässt keine Wünsche offen, sie ist auf Haltbarkeit und Farbbrillanz optimiert.

Die verwendeten Leinwände sind darüber hinaus Naturprodukte und unterliegen der ständigen Kontrolle unseres Qualitätsmanagements. Das Baumwollgewebe wird exakt nach unseren Vorgaben verarbeitet und kleinste Webfehler durch optische Vermessungen erkannt und aussortiert. So kommt nur zu 100 % perfekt verarbeitete Leinwand zum Einsatz.

All diese Eigenschaften des mootivoo Leinwandgewebes lassen Ihre Motive edel und wertig zum Ausdruck bringen

Alle Anbieter sprechen übrigens von einer eigens für Sie hergestellten Leinwand. Als wäre ihr Angebot das Einzige. Apropos: Ein High-Tech-Gewebe steht oben und unten sprechen die von einem Naturprodukt. Wie geht das zusammen.

Ich lese weiter in den Googlesuchergebnissen und finde Hinweise, um was es sich denn überhaupt handelt und was zu erwarten ist: aufwändiges Transferverfahren, Sublimationstinten und 720 ppi Druckauflösung. Und es ist ein Produkt nach dem Öko-Tex Standard. Siehe zu Öko-Tex bei Wikipedia. Das was ich da lesen kann, klingt erstmal gut. Doch ist deshalb die klassische echte Leinwand schlecht?

Geworben wird bei der Microfaser Leinwand auch mit Haltbarkeit, aber dazu gibt es keine Tests. OK. Anders zum Beispiel bei der Epson Leinwand. Die ist sogar für das Epson Zertifikat Digigraphie gut. Naja. Dieses Produkt „Microfaser Leinwand“ ist also eigentlich keine echte Leinwand. Im Gegenteil, es ist ein Druck auf Transferpapier, der dann vom Transferpapier mit einer Transferpresse auf den synthetischen Leinwandstoff aufgebracht wird. Es soll viele Vorteile wie Kratzfestigkeit, Wasserbeständigkeit und vielleicht Haltbarkeit haben. Aber es bedarf komplizierter Technik wie Transferpresse und spezieller Tinte. Inwieweit man solche Drucke mit denen mit Epson Tinte auf Epson Leinwand vergleichen kann, sei dahin gestellt, ich habe keine Erfahrungen damit. Wir kennen das Prinzip aber schon von den T-Shirt-Drucken, wo das gleiche Verfahren angewendet wird. Interessieren würde mich auch, wie groß der Farbraum nach dem transferieren der Farben bleibt.

Und mir ist aufgefallen, das sich die Texte für die Produktbeschreibung auf sehr vielen Webseiten gleichen, was darauf schließen lässt, das viele Shops nur sogenannte Partnershops sind und letztlich nur wenige Anbieter für die Produktion dahinter stehen.

Ich will die beworbenen Vorzüge der Microfaser Leinwand nicht schlecht reden, im Gegenteil spricht vieles dafür und sie merzt so manche Unzulänglichkeit herkömmlicher Leinwanddrucke aus. Aber wenn ich mich als anspruchsvoller Künstler für ein Hahnemühle PhotoRag Produkt interessiere, würde ich dann einen Fotodruck auf hochglänzender Fotofolie wie dem Ilford Galerie Smooth High Gloss Media in meine Überlegungen mit einbeziehen? Und vergleiche ich einen Druck auf einem 200g/qm schweren Fotopapier mit dem Ausdruck auf einem Barytpapier? Oder vergleiche ich ein Kleid von KiK mit einem von einem Modezar?

Ich habe auf viele Anfragen von Kunden nach kratzfesten und wasserunempfindlichen Leinwanddrucken von mir immer gereizt mit dem Vergleich mit einem van Gogh reagiert und ob sie, die Kunden, denn einen van Gogh auch in die Waschmaschine tun würden. Und meinte damit, einen van Gogh würde man ja auch pfleglich behandeln und erwarte das auch für einen guten Fotodruck auf Leinwand.

Aber der Erfolg der Microfaser Leinwand zeigt scheinbar, das ein Foto auf Leinwand eben doch mehr aushalten muss, als nur schön an der Wand auszusehen und den Betrachter zu erfreuen. Oder liege ich damit so falsch? Bin gespannt auf Reaktionen.

Epson Premium Canvas Satin

Habe endlich meine ersten Drucke auf der Epson Premium Canvas Satin Leinwand gemacht und bin sehr zufrieden. Der Glanz ist nicht störend, das Druckbild hat schöne Schwärzen, einen guten Kontrast und großen Farbraum. Und ich habe mit Epsons Photoblack gedruckt, das spart den lästigen Tintenwechsel zum Matte Black und damit Kosten. Die Leinwand müffelt anfangs nach dem Bedrucken ein wenig, was vermutlich am Coating liegt. Die Oberfläche ist sehr robust, Fingerabdrücke machen ihr nichts aus und da schon Glanz drauf ist, gibt es auch keine unangenehmen Glanzstellen, wenn man versehentlich Druck drauf ausübt. Preislich ist die Canvas mit etwas mehr als 16 Euro pro qm gerade noch vertretbar.

Glänzende Leinwand und das gilt auch für die Epson Premium Canvas Satin, darf nicht gefirnist werden. Bitte unbedingt dran denken. Das Coating bietet ausreichenden Schutz. Insgesamt ein gutes Produkt. Einziges Manko: die Leinwand bricht manchmal, wenn an den Kanten eingefaltet wird.

Canvas und Eco Solvent

Druckmaschinen mit Eco Solvent Tinten statt der sonst üblichen wasserbasierten Tinten wie zum Beispiel in den Epson Stylus Pro Druckern sind nicht erst seit der Vorstellung des Epson GS6000 im Jahre 2008 gerade für Outdoor Anwendungen die bessere Wahl. Die Drucke sind kratzfest, wasserfest und halten ohne weiteren Schutz teilweise mehrere Jahre im Aussenbereich.

Gerade diese Attribute machen die Annahme möglich, man könne damit auch Canvas bedrucken. Und ja, man kann Canvas bedrucken, Epson hat sogar eigens eine Leinwand für den Epson GS6000 ins Programm aufgenommen. Apropos: wenn ich hier exemplarisch den Epson GS6000 anführe, dann nur weil ich Epson Geräte gerne benutze und so vielleicht auch aus Bequemlichkeit bei Epson bleiben würde. Außerdem wirbt Epson für seinen Eco Solvent Drucker mit dem derzeit größten Farbraum.

Ich bin also zu einem Demotermin gefahren, um mir das Gerät und die Druckergebnisse auf Canvas live zeigen zu lassen. Dazu waren auch eine CD mit eigenen Fotos im Gepäck, die ich Tage zuvor mit meinem Epson 9800 und Matteblack auf meiner Leinwand gedruckt hatte. So hatte ich später wieder zu Hause eine Vergleichsmöglichkeit.

Die Leinwand war schon im GS6000 eingelegt und eigentlich hätte es sofort losgehen können. Doch erst mal zum Gerät: Die Maschine verarbeitet Material bis zu 64 Zoll Breite, das sind beeindruckende 162 cm, und dicke Rollen kann man auch einlegen, so bis 30 kg schwer dürfen die sein. So kann richtig viel in einem Stück gedruckt werden. Maschinen dieser Liga sind bei anderen Anbietern sicher ähnlich ausgestattet, aber mich interessiert hier ja nur, wie sich Eco Solvent zu meinem Epson 9800 schlägt.

Erster Wermutstropfen ist, ich brauche unbedingt ein RIP zum Drucken. Einen eigenen Epsontreiber gibt es nicht. Schade. Ich persönlich habe keine so prickelnden Erfahrungen mit diversen RIPs gemacht. Naja. Und im Gegensatz zu Epson Amerika wird der Drucker hierzulande ohne RIP verkauft, entweder hat schon eins oder man muss sich das noch dazu kaufen. So wird der Einstieg ins Eco Solvent zu dem happigen Preis der Maschine nochmal um einen Betrag zwischen zwei- und dreitausend  erschwert.

Im Democenter war ein Colorgate RIP auf einem Windows PC installiert, eine hauseigene Canvas Marke mit satin glänzender Oberfläche im Drucker. Für die Ausgabe meines ersten Testfiles wurde auf höchste Auflösung und Qualität eingestellt. Nach wenigen Minuten beginnt der Druck. Der Geräuschpegel ist höher als bei meinem Epson 9800, aber nicht wirklich störend – halt etwas lauter, mechanischer. Der Druckkopf schiebt sich von links nach rechts über die Canvas und wieder zurück. Mein Epson 9800 schafft bei 1440 dpi so eins bis einskommafünf Quadratmeter pro Stunde, bestenfalls. Dieser soll fünf bis sechs bei 1440 dpi schaffen. Also viermal so schnell kommt mir das nicht vor. Doch als ich den Druck in Händen halte, bin ich erstmal beeindruckt. Stimmige Farben, gute Tiefen und die satin Oberfläche der Canvas ist glücklicherweise nicht so spiegelnd glänzend wie so oft gerade bei Canvas für meinen Epson 9800. Dann noch mal eben einige weitere meiner Motive drucken. Eco Solvent riecht ja meist nach Lösemitteln. Hier beim GS6000 riecht es auch, aber nicht wirklich störend, aber eben doch, obwohl Epson das anders sieht. Jetzt sind alle Drucke fertig. Sofort trocken sind sie noch nicht. Ich muss etwas warten. Ein völliges Durchtrocknen dauert aber doch sehr viel länger. Wieviel wurde nicht gesagt.

Ich hatte auch ein Motiv mit einem Cocktailglas mit rotem Inhalt, roter Kirsche und einer Scheibe Orange vor schwarzem Hintergrund mitgebracht. Das sah nun im Druck nicht so schwarz aus, wie ich mir das vorgstellt hatte. Und auch das Rot war  nicht wirklich intensiv. Der Verkäufer gab dann auch zu, dass der GS6000 beim Rot und Blau ein wenig schwächelt. Ein Graustufentestbild war mit feinen Verläufen sauber gedruckt und schien dort im Demoraum ohne Normlicht neutral. Zuhause sah das dann doch anders aus, aber dazu später mehr. Ende der Demo nach anderthalb Stunden. Alles gesagt, erklärt und gezeigt. Ich fahre heim.

Zuhause erwartete mich meine Frau bereits und wir beide rollten die Testdrucke sofort auf dem Tisch aus und ich holte meine früher mit dem Epson 9800 gemachten Vergleichsdrucke hervor. Uuh, ooh, da waren doch deutliche Unterschiede zwischen den Drucken. Das hatte ich nicht erwartet. Naja, das Gehirn spielt einem mit seiner Erinnerung doch gerne einen Streich und rechnet meist schön, so schön wie wir es uns wünschen.

Alle Drucke waren insgesamt etwas heller oder besser blasser. inwieweit das dem RIP, dem Medium oder den Tinten geschuldet ist, kann ich nicht sagen mangels Vergleichsmöglichkeit. Aber gehe ich davon aus, das diese Testdrucke einen Mittelwert bezüglich der möglichen Qualität mit Eco Solvent darstellen, so kann es nicht viel besser werden. Die Auflösung ist sehr fein, die Schärfe gut, Farbverläufe kommen gut. Aber in allen Punkten ist der Epson 9800 besser, deutlich besser. Meine Vergleichsdrucke sind deutlich farbintensiver, etwas schärfer, haben ein besseres Schwarz was in höherem Kontrast resultiert. Selbst ein Motiv, das ich 1998, also vor gut 12 Jahren auf einem damals hochmodernen HP Designjet 3500 gedruckt hatte, war farbintensiver und etwas schärfer, kontrastreicher. Das Graustufentestmotiv wirkte nun unter fast Normlich grünlich und verschwommen. Der Verlauf war OK, das Fehlen des zusätzlichen Schwarztons vom Epson 9800 macht sich also nur bedingt bemerkbar.

Fazit: Eco Solvent punktet immer, wenn es um den schnellen Druck großer Menge geht und wenn Wetterfestigkeit Bedingung ist. Großformatige Drucke betrachtet man ja aus größerem Abstand als ein Foto in DIN A3 Größe. Da sind die geringere Schärfe und Kontrast nicht ganz so ausschlaggebend. Aber das ist nicht mein Markt. Ich drucke Fotografien in allerbester Qualität. Maximale Tiefe, bester Kontrast, feine Verläufe und satte Farben wo gewünscht sind Voraussetzung. Und Eco Solvent ist davon weit entfernt, sehr weit entfernt. Und meine ursächliche Intention, das Problem mit den so besonders empfindlichen Leinwanddrucken auf matter Leinwand so zu umgehend, war überhaupt nicht erfüllt. Ich hatte ein Motiv meiner Vergleichsdrucke sogar schon mit Firnis überzogen vorliegen. Gegenüber meinem unbehandelten Vergleichsdruck war es etwas kräftiger mit noch tieferen Schwarz. Der Firnis dunkelt also etwas nach, Farben werden dabei leicht intensiver. Mit Firnis ist also noch mal eine Steigerung für hochwertige Fine Arts aus dem Epson 9800. Dagegen sah der Druck aus dem GS6000 ausgewaschen und blass aus. Schade. So aber werde ich meine Fähigkeiten im Firnissen weiter ausbauen – also mehr üben.

Nachtrag zur Kratzfestigkeit: Eco Solvent und auch Epson wirbt für den GS6000 mit kratzfesten Ausdrucken. Zuhause angekommen bin ich dann spaßeshalber mal mit dem Fingernagel über den Leinwanddruck aus dem GS6000 gekratzt – oops, den kann man ja sehen. Also doch nicht kratzfest. Wieso das aber versprochen wird?

Und wer als Fine Art Druckdienstleister was auf sich hält, wird ein Foto auf Leinwand nicht mit einem Eco Solvent Drucker drucken. Achten Sie unbedingt auf die verwendeten Maschinen und Tinten, wenn Sie irgendwo besonders günstige Angebote entdecken. Steckt eine Eco Solvent Maschine in der Produktion, erwarten Sie keine hochwertigen Prints, wenn Sie Fine Art wollen.