Jetzt Digigraphie zertifiziert

Gestern bekam ich den unterzeichneten Vertrag von Epson zurück, der mich als zertifiziertes Digigraphie Labor auszeichnet. Was bedeutet das? Es ist eine Auszeichnung, mit der ich am Digigraphie Programm teilnehmen kann und das wiederum bedeutet, ich kann Künstler-Ediionen für Sie in limitierten Auflagen erstellen und die Drucke mit einem Prägestempel signieren sowie für den Druck dem Käufer ein Zertifikat ausstellen.

Dem Käufer eines Kunstdrucks geben wir damit eine Fotografie mit Gütesiegel in die Hand. Drucke nach dem Digigraphie Programm dürfen nur auf von Epson zertifizierten Medien gedruckt werden und nur mit einem Epson Drucksystem der neuesten Generation. Und die Drucke müssen immer limitiert sein, wobei die Limitierung jeweils die Druckgröße, das Medium und das Drucksystem vorgeben. Sie können so aber auch mehrere limitierte Auflagen gleichzeitig herausgeben.

Eine limitierte Auflage setzt sich so zusammen:

Auflage: 5 Stück (die Auflage legen Sie einmal vor Druckbeginn fest)

Material: Epson Premium Canvas Satin (oder ein anderes Material Ihrer Wahl)

Druckgröße: 50×60 cm

Drucksystem: Epson Stylus Pro 9800

Ändert sich irgend eine Komponente in dieser limitierten Auflage, so ist die Auflage beendet und eine neue Auflage muss begonnen werden. Damit der Käufer sieht, das es sich um eine limitierte Auflage handelt, wird jeder Druck mit einem speziellen Prägestempel geprägt, ein Zertifikat ausgestellt und von Ihnen als Künstler unterschrieben.

So sieht mein Stempel aus, mit dem jedes Bild geprägt wird:

Welche weiteren Vorteile hat das für Sie als Künstler?

Einen weiteren Vorteil haben Sie durch die Veröffentlichung Ihrer limitierten Motive in der Galerie auf der Webseite von Epsons Digigraphie Site. Das Einpflegen der Bilder übernehme ich in Absprache mit Ihnen. Die Galerie sorgt durch ihren Bekanntheitsgrad für eine gute Werbung. Und Epson ist mit seinem Ausstellungsraum in Düsseldorf sehr rege, was hochwertige Ausstellungen mit Bildern von namhaften Künstlern angeht.

Jetzt müssen Sie nur noch starten. Ich jedenfalls werde den Anfang machen, mit ausgewählten Fotografien aus den Foto-Editionen von meiner Frau Ilona Weinhold-Wackernah.

Was ist denn Digigraphie?

Korrekt muss es ja Digigraphie by Epson heißen, denn Digigraphie ist eine Idee von Epson für hochwertige, limitierte Drucke auf speziell dafür zertifizierten Medien. Für Epson bedeutet Digigraphie eine Aufwertung seiner Drucker, Medien und der damit erstellten Drucke. Doch was zunächst nach einem Werbegag ausschaute, hat sich inzwischen mit vorzeigbaren Ergebnissen zu einem kleinen aber bedeutsamen Kunstmarkt entwickelt.

Epson hat dazu eine eigene Website entwickelt, die Anfangs etwas holprig aufgemacht war, inzwischen aber funktionierend alles zur Digigraphie erklärt. Dort kann auch nachgelesen werden, wie man Digigraphie Künstler wird. Gelistet werden in der Rubrik Neuigkeiten Wissenwertes um die Digigraphie und Künstler, die im Kunstbetrieb ausstellen. Der Kunstbetrieb wird von Epson wie folgt beschrieben:

Der „Epson Kunstbetrieb“ in Düsseldorf ist ein „Kunstort“ mit innovativem Konzept: Dort werden nicht nur hochkarätige Ausstellungen für Fotografie und Videokunst gezeigt, sondern der Epson Kunstbetrieb versteht sich auch als Produktionsort für Digigraphie®, Begegnungs-Forum, Workshop-Zentrum und Event-Location – eben als kunstbezogene Betriebsstätte. Im Epson Kunstbetrieb sollen Sammler und Kunst-Produzenten, Studenten und etablierte Künstler sowie alle Interessenten in einen „betriebsamen“ Dialog einsteigen.

Einige Ausstellungen wurden in der einschlägigen Presse schon ausführlich erwähnt. Bessere Presse kann man seinen Drucken gar nicht wünschen. Das Konzept von Epson scheint schlüssig.

Was aber zeichnet die Digigraphie-Drucke aus?

Der Einstieg ist  nicht mal so eben gemacht. Sowohl als Künstler als auch als Druckdienstleister müssen Sie einen Vertrag mit Epson schließen und darin versichern, sich genau an die vorgegebenen Richtlinien halten werden. Das setzt einerseits einen Drucker von Epson sowie zertifizierte Medien voraus:

Digigraphie® – Definition: Digigraphie® bezeichnet einen Ausdruck auf einem professionellen Epson Stylus Pro-Drucker mit UltraChrome™-,UltraChrome™ K3-, oder UltraChrome™ K3 Vivid Magenta-Tintentechnologie auf einem zertifizierten Papier. Jeder Druck wird mit Nummer und Unterschrift authentifiziert, mit Prägestempel versehen und mit einem Zertifikat ausgestattet.

Geeignete und zertifizierte Medien lesen Sie bitte online nach -> Epson Digigraphie.

Andererseits brauchen Sie einen Prägestempel, den man nur bei Epson bekommt und der kostet nicht wenig. Der Stempel wird eigens mit dem Namen des Künstlers oder dem des Druckdienstleisters angefertigt. Und Sie dürfen grundsätzlich nur limitierte Auflagen anbieten. Eine limitierte Auflage gilt aber nur für eine Druckgröße auf einem gewählten Medium. Wollen Sie ein weiteres Material alternativ anbieten, bedeutet dies eine zweite limitierte Auflage. Das schränkt ein führt das Prinzip einer limitierten Auflage aber ad absurdum, denn Sie können unendlich viele limitierte Auflagen erzeugen. Naja.

Jeder limitierte Druck muss mit dem Prägestempel geprägt werden und vom Künstler eigenhändig unterschrieben bzw. signiert sein.

Was aber ist mit Druckdienstleistern?

Auch als Druckdienstleister kann jeder im Rahmen der Vertragsvorgaben am Digigraphie-Programm teilnehmen und Künstlern damit Drucke erstellen, die dem Konzept der Digigraphie konform sind. Das ist auch gut so, denn nicht jeder Künstler wird gleich einen großformatigen Epson Drucker hinstellen. Und wer kann fachlich besser mit den Vorgaben der Digigraphie umgehen, als ein versierter Druckdienstleister. Einzig die Stempelprägung weist dann den Druckdienstleister aus als Ersteller, nicht den Künstler. Der Künstler bleibt weiterhin der Autor und hält das Urheberrecht und signiert seine Kunstwerke. Das Prinzip kann aber auch Verwirrung stiften. Und eigentlich eignet sich das Konzept nur für räumlich nah bei einander lebende Künstler und Druckdienstleister, denn ein häufiger Postversand der Drucke ist den Drucken bestimmt nicht dienlich. Das muss aber sein, denn der Künstler signiert, der Druckdienstleister prägt und nummeriert und schickt an den Kunstkäufer. Oder so.

Ist das ein Markt, wertet es meine Drucke auf?

Vorweg: Epson gewinnt in jedem Fall. Aber die beiden anderen großen, Canon und HP, haben ähnliches in der Schublade bzw. schon veröffentlicht.

Für den Künstler bedeutet dies, sich auf einen Drucker von Epson und ein zertifiziertes Material fest zu legen. Die zertifizierten Medien sind allesamt aus der ganz oberen Preisliga, also muss der Künstler auch die Kostenseite betrachten. Das ist nicht ganz billig. Aber nicht jeder Künstler gehört zu den ganz wenigen, die für jeden Druck mal eben ein paar tausend Euro verlangen und auch bekommen. Da muss jeder für sich kritisch heran gehen. Und der Künstler darf nicht glauben, nur weil ein Druck nach den Digigraphie Vorgaben erstellt wurde, verkauft sich der Druck einfacher oder gar besser. Mitnichten.

Für den Kunstmarkt ist die Digigraphie aber ein verlässliches Produkt. Der Kunstmarkt weiß und kann sich darauf verlassen, dass der Druck strengen Qualitäts- und Produktkriterien unterliegt. Einzig das relativ offene Konzept der limitierten Auflagen bedarf noch einiger Klärung. Nicht jeder Künstler wird sich selbst soweit beschränken und einen Druck nur in einer oder ganz wenigen Auflagen anbieten. Das wird die Zukunft zeigen. Doch bieten viele Künstler ihre Drucke in vielen Auflagen an, kann die Digigraphie schnell ihren Ruf verlieren.

Für den Druckdienstleister bietet die Digigraphie ein Qualitätssiegel. Es ist zwar relativ einfach, sich dem Digigraphie Programm anzuschließen, doch Epson wird schon ein Auge drauf haben, das Druckdienstleister sich genau an die Vorgaben halten. Und wer mal Schindluder mit dem Siegel treibt, fliegt schnell raus aus dem Programm. Denn Epson behält sich einen Ausschluß vor und dann muss der Prägestempel zurück gegeben werden. Ohne Prägestempel keine Digigraphie. Schon gut, was sich Epson da ausgedacht hat.

Es gibt aber auch schon kritische Stimmen!

Es gibt Druckdienstleister, die nach noch mehr Qualität streben. Denen ist das Digigraphie Programm schon wieder zu wenig speziell, zu viele können daran teilnehmen. Die wollen das allerletzte Quäntchen Qualität bieten und ihre Arbeit noch  hochwertiger erscheinen lassen. Ob sich noch weitere Qualitätssiegel etablieren können, wird sich zeigen. Aber am Produkt BIO war das ja auch möglich, wo viele Siegel nebeneinander bestehen. Nur der Kunde weiß sich nicht mehr zurecht zu finden im Siegeldschungel.

Da bleibt dann letztlich auch die Frage, ob denn ein Qualitätssiegel überhaupt beim Kunden ankommt. Kann ein Kunde etwas mit Digigraphie anfangen und interessiert den Durchschnittskunden überhaupt irgendein Siegel?

Kommentare sind herzlich willkommen, eine Diskussion erwünscht.

Meddle Hommage von Adrian Wackernah

Ich hatte vorgestern mal wieder so eine Müßigminute und darin entstand in mir der Wunsch, mich kreativ zu betätigen. Heraus kam ein Print, der wiederspiegelt, was mich auch an meine Jugendjahre in den 1970er Jahren erinnert. Und ich war tief beeindruckt von der Musikband Pink Floyd und deren Album Meddle, als ich dass das erste Mal hörte. Es war für mich eine wilde Zeit.

Das Bild, das ich MEDDLE HOMMAGE nenne, möchte ich Ihnen zum Kauf anbieten. Es ist zu haben mit einer Auflage von 5 Stück entweder in 60×40 cm oder in 120×80 cm, gedruckt als Giclée Print auf feinstem Epson Premium Canvas Satin und fertig auf einem Museumskeilrahmen mit 4 cm tiefen Leisten aufgezogen.

Auf dem Bild rechts unten steht Meddle.Pink.Floyd, darunter sind alle Titel mit Dauer in einer Zeile aufgeführt.

Wie verkaufe ich meine Prints

Gerade eben fand ich einen sehr ausführlichen Bericht vom Fotografen Dan Heller im Web, in dem er seine Erfahrungen im verkaufen von Prints von seinen Fotografien beschreibt. Der Artikel ist leider in amerikanisch verfasst, aber man versteht die wichtigen Aspekte auch dann, wenn das Englisch schon ein wenig eingerostet ist.

Dan Heller führt den Leser behutsam durch alle wichtigen Bereiche, die man sich vor dem ersten Anbieten seiner Fotografien als Prints überlegen sollte. Da sind Kapitel mit „Wer kauft eigentlich Fotografien als Kunst“ oder „Welcher Käufer ist der richtige für Sie“ sowie „Kunst kaufen: Die Kaufkriterien …“ und „Verkaufspreise“. Abschließend erläutert er aus seiner Erfahrung ob „Signieren und Nummerieren“ von Prints sinnvoll ist, geht auf das „Rahmen von Prints“ ein und schließt in seinem „Summary“, man möge sich selbst und seinen Status in der Kunstwelt kritisch  betrachten und dann klein aber fein seine Werke auf dem Markt der Künste zu platzieren.

Lesen Sie den Artikel hier: Selling Photography Prints von Dan Heller.