In der digit! Ausgabe 3-09 wird dieses Thema kontrovers unter dem Titel »Von allem das Beste« von Peter Schuffelen beleuchtet und einige Fachleute dazu befragt.
Der allgemeine Tenor unter den Fachbetrieben, die Fine Art Printing anbieten, scheint zu sein: Inkjets sind für die Fotokunst geeignet und Fotokunst muss konserviert werden. Viele altbekannte Betriebe und auch jüngere verfolgen das Ziel, dem Künstler unbedingt ein konservatorisch umständlich und kostenintensiv bearbeitetes Fotoprodukt verkaufen zu wollen. Da ist das aus früheren Laborzeiten, als Fotos nur auf chemischem Wege hergestellt wurden, bekannte DiaSec von Grieger scheinbar allen nachahmungswert – es wurden Produkte unter eigenem Namen entwickelt, die das DiaSec im Prinzip kopieren. Dabei ist das DiaSec doch besonders empfindlich. Fotos müssen nach deren Gusto also aufgezogen und vor allen Umwelteinflüssen geschützt werden. Und begründet wird das vorwiegend mit der Annahme, Galeristen, Kunstsammler und Museen würden die Bilder sonst nicht akzeptieren. So werden Fotos auf Platten geklebt und vorn mit Schutzlaminaten, Plexiglasfolien und -scheiben für immer und ewig vereint. Doch was diese Klebesessions dem Foto anhaben und dessen Haltbarkeit negativ beeinflussen können, wird gern verschwiegen.
In dem Artikel in der digit! werden dann aber auch die, die das angeblich zu verantworten hatten, gefragt und was wunderts, es stimmt so nicht unbedingt. Sicher ist das eine oder andere Museum auch heute noch der Meinung, Fotografien würden sonst nicht lange genug halten, auch Inkjetdrucke nicht, doch sind die meist auch nur den Fachleuten aus den fotoverarbeitenden Betrieben in deren Argumentation gefolgt.
Als Fazit aus dem Artikel kann gezogen werden, Inkjets sind heute besser als manch ein gut gemachter chemischer Fotoabzug und Inkjets bloß nicht aufziehen oder gar speziell konservieren, so ein befragter Galerist.
Der Inkjetdruck auf gutem Papier ist haltbarer als ein chemischer Fotoabzug. Wieviel hängt von den Tinten, dem Papier und den Bedingungen, unter denen das Bild später lagert, ab. Und es ist fast egal, ob mit einem Canon, HP oder Epson gedruckt wird, solange man pigmentierte Tinten verwendet.
Das Aufziehen macht das Bild zwar schön plan und spart vielleicht gar einen teuren Rahmen, aber Aufziehen geht nur mit Kleber und Kleber kann auf die Farben auch noch nach Jahren einen ungünstigen Einfluß haben, ganz zu schweigen von den Folgen für das bedruckte Papier. Ein Galerist fasst für sich in dem Artikel zusammen: am besten das Bild hinter einem Passepartout anbringen und dann ab in einen guten Rahmen.
Das ist auch meine Meinung.
Viele Kunstsammler und Fotokäufer interessieren sich übrigens fast gar nicht für Aspekte wie Haltbarkeit und technische Ausführung. Denen ist das Bild und der Name des Bildschaffenden viel wichtiger.