Essay zu Fotoalben

2. September 2007

Das Thema Fotoalben selbst zu bedrucken hat mich von Anfang an fasziniert. Als Hahnemühle seine Fotoalben vorstellte, war ich zunächst hin und weg. Zunächst. Dann waren da mit einem Male viele Anbieter, die Fotoalben zum Selbstbedrucken anboten, viele basierten auf dem Konzept und Papier von Hahnemühle. Und ruckzuck war in der Fotolaborszene neben dem klassichen 10×15 Print das individuelle Fotoalbum selbstverständlich. Die Fotolabore will ich mal als industrielle Anbieter einstufen, denn fast alle drucken mit HP Indigo Maschinen, die mit Preisen ab 150 tausend Euro pro Stück nicht für jeden erschwinglich sind. Zu der damit möglichen Qualität später mehr.

Meine Erfahrung mit einem industriellen Anbieter

Ich habe mir in den vergangenen Wochen zwei Fotobücher drucken lassen. Ein Buch in DIN A5 mit 60 Seiten für knapp 80 Euro war ok, musste aber nach Reklamation ein zweites Mal gedruckt werden. Die Bindung, eine Klebebindung mit eigenem Motiv bedrucktem, festem Buchdeckel und zusätzlich Buchschrauben, war gut, die Druckqualität insgesamt ausreichend. Ist halt doch kein hochwertiger Inkjetdruck.

Das zweite Buch war in DIN A3 mit Ringbindung und die Innenseiten glänzend laminiert. Hier waren die Motive ein wenig schwieriger weil größer dargestellt und viele Motive vor schwarzem Hintergrund fotografiert. Die Bindung war na ja, die Druckqualität mangelhaft. Kaum ein schwarzer Bereich in den Fineart-Fotografien war auch nur annähernd Schwarz, meist nur Dunkelgrau mit deutlichem Grünstich. Tonwertabrisse an vielen Stellen, hier klappt die Separation einfach nicht. Absolut indiskutabel. Und die einzelnen Blätter waren durch das dünne Papier und die Laminierung an den Rändern durchgängig wellig. Das Buch werde ich in die Mülltonne befördern und es war mein letzter Auftrag.

Ich glaube hier ein grundsätzliches Problem mit HP Indigo Maschinen gefunden zu haben und da fast alle Anbieter mit diesen Maschinen drucken, kann das verallgemeinert werden. Am Farbmanagement muss dieser Anbieter noch sehr stark arbeiten.

Das Angebot an Alben zum Selbstbedrucken

Es gab in der letzten »Fine Art Printer« eine kleine Übersicht über Fotoalbenanbieter, die Fotoalben zum Selbstbedrucken im Sortiment haben. Da sind nette Ideen dabei, doch keiner kann mit einem Album aufwarten, das schon von aussen Rückschlüsse auf den Inhalt gibt. Individuelle Umschläge sind passé. Einzig haben manche Varianten ein gestanztes rechteckiges Loch im Umschlag, das den Blick auf das erste Bild frei gibt, doch im Bücherregal bleibt einem der Inhalt verschlossen. Bei wenigen Alben im Bücherregal kann das manchmal verschmerzt werden.

Auch gibt es Anbieter, die einen individuellen geprägten Text auf dem Deckel anbieten. Da kommen dann aber schnell mal 200 Euro zusammen, die man für ein nacktes Album hinblättern muss, denn den Druck muss man ja noch selbst machen.

Die Bindearten sind vielfältig: Buchschrauben sind eine Möglichkeit, Klebebindungen eine andere. Die meisten schliessen allerdings durch die Art der Bindung ein erweitern des Inhalts aus, einzig nur per Buchschrauben gebundene erlauben ein späteres hinzufügen von weiteren Seiten.

Das von Hahnemühle scheint mir der beste Kompromiss zu sein, wobei Kompromiss hier sehr zu betonen ist, denn von ideal ist das noch weit entfernt. Hahnemühle bietet nur sein eigenes Papier an. Das ist zwar sehr hochwertig, doch ist es das gleiche Papier, auf dem sonst Finearts gedruckt werden, eben ein Naturpapier. Mir fehlen eine gute Weisse des Papiers und die Möglichkeit, das Papier mit Photoblack zu bedrucken, denn das Natural Art muss mit Mattblack bedruckt werden, sonst gibt es nur Grau statt Schwarz und die Farbe sickert durch das Papier. Und, das Papier ist nach dem Druck sehr, sehr empfindlich. Nicht zuletzte empfiehlt Hahnemühle die dreimalige Besprühung des fertigen Drucks mit seinem Protective Spray.

Und da im Hahnemühlealbum das hochwertige Natural Art verwendet wird, empfehle ich, jeden Betrachter des Albums gleich mit Baumwollhandschuhen zu bestücken, damit die Finearts auch Finearts bleiben.

Was fehlt sind also weniger anspruchsvolle und weniger empfindliche Papiere, die trotzdem die Wirkung von professionellen Fotografien wertig wiedergeben und sich dem üblichen Umgang mit Fotoalben gewachsen zeigen.

Meine Überlegungen, ein Album selbst zu drucken

Nachdem ich das ringgebundene Album von dem oben erwähnten Druckdienstleister zurück bekam und über die schlechte Qualität mich geärgert hatte, beschloß ich ein Album selbst herzustellen. Die Papierauswahl auf dem Markt ist allerdings mager, ausser besagte Papiere von Hahnemühle fand ich nur ein echtes Fotopapier bei Sihl, das allerdings mit 330 g/qm recht stabil ist.

Eine Ringbindung kann ich im Hause machen, eine Stanz- und Bindemaschine von Renz ermöglicht mir das. Wer so etwas nicht hat, ist da schlecht dran, denn das Sihlpapier ist pur ohne Löcher für Schrauben.

Das Sihlpapier gibt es in DIN A4 und DIN A3+. Ich wähle DIN A3+, erkenne jedoch schnell, dass ich damit keinen Umschlag hin bekomme. Das Ringalbum vom Dienstleister hatte eine milchglasige Folie als Schutz vor dem ersten und nach dem letzten Blatt. Woher sollte ich eine solche Folie bekommen und dann in DIN A3+? Sicher hätte ich das Papier auf DIN A3 kleinschneiden können, um aber gleich große Bogen zu erhalten, muss man das mit einem Stapelschneider machen. Eine Stapelschneidemaschine habe ich, sogar elektrisch, doch ist deren Schnittbreite auf 39 cm begrenzt. Aus 48 cm dann 42 herausschneiden geht damit nicht. Außerdem war mir eine Ringbindung nur ein notwendiges Übel mangels Alternativen.

Ich fand von Fastbind dann eine Lösung, selbst ein Hardcover herzustellen. Eine kleine Maschine, in die ein selbstklebend ausgerüsteter Druck für den Deckel eingelegt wird. Dann legt man die Buchdeckelpappen an die richtige Stelle auf den Druck und bewegt einen Hebel, schon ist der Umschlag fertig. Das klingt sehr gut. Allerdings kostet die Maschine für DIN A3+ über 3 000 Euro plus MwSt. Und den Album-Innenteil bringt man dann mit einer Klebebindung - natürlich auch von Fastbind - in den Umschlag ein. Die Klebebindemaschine kostet auch und das Album ist später nicht erweiterbar.

Das ist es irgendwie nicht, ich bin enttäuscht.

Zusammenfassung

Variante 1

Das Buch vom Dienstleister in DIN A3 (315×420 mm) mit 15 Blatt/30 Seiten, Deckeln aus matten ca. 0,5 mm dicken Folien, Ringbindung und alle Innenseiten glänzend laminiert hat mich inkl. Versand und MwSt. etwas über 67 Euro gekostet.

Vorteil: Buchlayout abschicken, vorab bezahlen und nach ca. 7 Tagen hält man das fertige Buch in Händen. Und die Druckseiten sind durch die Laminierung geschützt.

Nachteil: Einfache Ringbindung, Laminierung nicht jedermanns Geschmack, Druckseiten relativ dünn (200 g/qm), mit Laminierung wellig, wenig wertig und in meinem Fall miserable Druckqualität.

Variante 2

Das Papier von Sihl, das 330 DS semimatt beidseitig beschichtet, kostet im Karton mit 20 Blatt/40 Seiten gut 63 Euro inkl. Versand und MwSt. Dazu kommt noch der Druck. Hier will ich mal nur den Tintenpreis ansetzen, geschätzt ca. 40 Euro für 30 Seiten DIN A3+ und inkl. MwSt. auf meinem Epson 9800. Für die Ringbindung rechne ich mal 1 Euro, für die Deckelfolien noch mal 1 Euro. Das macht für ein Buch wie in Variante 1 beschrieben mit 30 Seiten = 89,25 Euro.

Vorteil: Absolut beste Druckqualität auf sehr gutem Fotopapier.

Nachteil: Einfache Ringbindung, Druckseiten nicht geschützt, man muss selbst Zeit investieren, denn 30 Seiten dauern schon ihre Zeit auf einem Epsondrucker, Fehldrucke kommen hinzu und dann ist der ganze Spass auch noch etwas teurer.

Variante 3

Ein Fotobuch in DIN A3 von Hahnemühle. Das ist aussen 308×455 mm groß oder so, der Deckel ist gut gelöst und wertig, die Buchschrauben eine gute Lösung. So ein Album kostet mit 20 Blatt Natural Art beidseitig beschichtetem Papier mit einem Flächengewicht von 256 g/qm so um die 65 Euro. Dazu kommt der Druck, den ich hier mit 32 Euro ansetzen will, weil die Druckfläche nur gut DIN A3 ist und nicht DIN A3+ wie in Variante 2. Umschlag und Papier kosten für 15 Blatt/30 Seiten anteilig ungefähr 55 Euro - aus 40 Blatt im Nachfüllpack, das knapp 79 Euro kostet, der Deckel kostet rund 25 Euro, errechnet. Rechnet man jetzt noch die Tintenkosten hinzu macht das 87 Euro. Dazu kommt noch geschätzt eine Dose Hahnemühle Protective Spray, mit dem jede einzelne Druckseite dreimal dünn besprüht werden muss. Damit wird der Druck dann unempfindlicher gegen Fingerabdrücke und andere Verschmutzungen. Eine Dose kostet bei Abnahme von vier Dosen je gut 18,50 Euro. Das ganze Album in DIN A3 mit gleichem Umfang wie in den vorherigen Varianten kostet dann 105,50 Euro.

Vorteil: Absolut beste Druckqualität auf einem sehr haltbaren Fineartpapier. Durch das Spray sind alle Seiten einigermaßen geschützt. Der Umschlag ist sehr wertig. Das Album kann sehr leicht ergänzt werden mit weiteren Seiten.

Nachteil: Teuerste Lösung, Druck setzt das Mattblack voraus und der Umschlag gibt keinen Eindruck vom Inhalt. Hat man also vier Alben gleicher Größe nebeneinander liegen, so schafft erst ein Blick ins Album Klarheit, was drin ist.

Fazit

Keine Lösung kommt nur annähernd an mein Idealalbum heran: ich habe ein individuelles Cover, einen hochwertigen Druck von langer Haltbarkeit mit unempfindlichen Albuminnenseiten, Seiten lassen sich austauschen bzw. einfügen und das alles zu einem für meinen Geschmack angemessenen Preis: 70 bis 75 Euro. Ziehe ich die Tintenkosten ab, so darf ein unbedrucktes Album in DIN A3 nur um die 40 Euro kosten.

Ausstellung KITASA

16. August 2007

KITASA - menschliche Spuren in verlassenen Häusern auf Kreta

So hat Maria Eleftheria ihre Ausstellung betitelt. Eine Ausstellung ihrer Photographien in der Siebensterngalerie, Siebensterngasse 25, 1070 Wien. Mit Vernissage am 28. Juni 2007, 19 Uhr. Und leider schon wieder vorbei.

Der Titel KITASA leitet sich aus der griechischen Sprache ab und bedeutet: Ich habe betrachtet, ich habe darauf Acht gegeben.
Die Photographien laden zur Entdeckungsreise ein. Als leidenschaftliche Lichtzeichnerin bewege ich mich durch oft baufällige Unterkünfte und spüre dem Leben der ehemaligen BewohnerInnen nach. Meine Bilder erzählen leise Geschichten vom Mensch Sein, machen scheinbar Vergangenes gegenwärtig und lebendig.

Alle Aufnahmen sind wahlweise auf Hahnemühle Fineart Pearl oder Leinwand zu haben.

Leider konnte ich nicht früher darauf aufmerksam machen mangels Informationen und Ausstellungsdaten. Auf ihrer Webseite gibts noch was zum Nachlesen.

Sihl P3 Professional glossy

13. August 2007

Das neue Fotopapier aus der Sihl P3 Professional Serie ist wirklich beindruckend. 330g/qm schwer, mit hochglänzender »Profi SuperDry« Oberfläche und der Druck behält seinen Glanz auch an Stellen, die nicht bedruckt werden.

Also, wirklich hochglänzend, super großer Farbraum, exzellente Schärfe und ein gutes Gewicht mit hoher Stabilität. Ein Profipapier. Selbstverständlich mit sehr langer Haltbarkeit.

Anfangs habe ich mir erst mal eine Rolle in 43,2 cm Breite besorgt, deshalb nur Formate, die da drauf passen. Wenn Nachfrage besteht, bestelle ich umgehend weitere Rollenbreiten für alle anderen Formate. Druck darauf natürlich in Hires mit 1440 dpi, für Eco ist das Papier zu schade.

Hier geht’s zu den Formaten und Preisen: Preise [Link im Moment nicht aktiv].

Schleswig-Holstein 360 Grad

13. August 2007

Holger Schulz begann vor knapp einem Jahr ein interessantes Projekt zusammen mit dem Zeitungsverlag sh:z, in dem das »Land zwischen den Meeren«, wie Schleswig-Holstein auch genannt wird, in 360° Panoramen dargestellt wird. Heraus gekommen sind täglich je ein Foto, die in den Zeitungen des Verlages ebenso täglich präsentiert wurden und werden. Am 1. September 2006 begann das Projekt und endet nun im September 2007. Alle Panoramen können auf der Website http://www.schleswig-holstein-360.de angesehen und natürlich als hochwertigen Druck auf Fotopapier bestellt werden. Gängige Größen sind 23×90 cm oder 40×160 cm. Ein Besuch der Website lohnt sich in jedem Fall.

Ausstellung der Foto-Edition »Töwertied«

17. Juli 2007

Ilona Weinhold-Wackernah zeigt seit dem 8. Juli 2007 in der Galerie im Forum Fischbahnhof in Bremerhaven ihre Foto-Edition »Töwertied« mit zum Teil großformatigen Leinwanddrucken im Format 100×180 cm. Die Ausstellung ist noch bis zum 7. August 2007 in der Galerie zu sehen!

Die Ausstellung kann täglich von 10 bis 18 Uhr besucht werden.

Ausstellung Norddeutscher Lloyd im DSM

17. Juli 2007

Im Rahmen dieser umfassenden Ausstellung im Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven über den Norddeutschen Lloyd und seine 150-jährige Geschichte zeigt Wolfhard Scheer 35 großformatige Aufnahmen auf Leinwand vom Leben und Arbeiten an Bord der »MS Europa«.

Die Austellung läuft seit dem 8. Juli 2007 und geht bis zum 6. Januar 2008.
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00 Uhr; 1. November bis 31. März: montags geschlossen; 24., 25. und 31. Dezember: geschlossen

Schweizer Kunden aufgepasst

2. Juli 2007

Erst wenige Tage ist es her, dass ich endlich meine lieben Kunden aus der benachbarten Schweiz ohne Mehrwertsteuer-Berechnung ihre Drucke liefern konnte. Immerhin 19 Prozent sparen so die Eidgenossen. Ein schweizer Kunde hatte mich hartnäckig so lange gefragt, bis ich mich mit Hilfe meiner IHK mit den gesetzlichen Grundlagen so weit vertraut gemacht hatte, das eine rechtlich abgesicherte Lieferung ohne MwSt.-Berechnung erfolgen konnte. Das gilt übrigens für alle Lieferungen ins aussereuropäische Ausland. EU-weit gilt auch weiterhin eine Lieferung ohne Berechnung der Mehrwertsteuer nur, wenn gewerbliche Kunden mit einer gültigen und geprüften UID bei mir einkaufen.

Schlechte Nachricht kam am 1. Juni 2007 durch die DHL bzw. Post: Seit dem Datum wird die Schweiz als nicht zur EU gehörend geführt (was ja auch stimmt) und dadurch rutschte die Schweiz in die Gruppe 2 der Empfängerländer. Zielländer der EU gehören zu Gruppe 1 und dorthin kostet der Versand pauschal 17 Euro (ohne MwSt.), Zielländer in der Gruppe 2 werden jedoch mit pauschal 30 Euro abgerechnet. Und ein Paket, dass breiter als 60 bzw. länger als 120 cm ist, wird zu Sperrgut und kostet in die Schweiz jetzt 55 Euro!

Sperrgutaufträge in die Schweiz nehme ich nur nach Rücksprache noch an. Ich versuche jetzt eine andere Versandmöglichkeit in die Schweiz auf zu tun. Doch bitte ich um etwas Geduld.

Jetzt Leinwanddrucke mit Mattschwarz

2. Juli 2007

Seit genau einer Woche nun habe ich einen zweiten Epson Stylus Pro 9800 bei mir stehen. Grund war meinerseits der Wunsch nach einer besseren Tiefe bei den Leinwanddrucken, die nur mit dem matten Schwarz zu erreichen sind. Heraus kommen heute Drucke mit dem besten Schwarz, das ich mit den Epson Druckmaschinen erreichen kann.

Sie erinnern sich an meine Auslassungen zu Mattschwarz in einem früheren Beitrag?

Eine zweite Maschine war notwendig, weil ich einerseits das umständliche und kostenintensive Wechseln von Photoschwarz zu Mattschwarz vermeiden wollte und mit der zweiten Maschine, die ständig mit Mattschwarz bestückt ist, vermeide. Andererseits hat das Druckvolumen inzwischen so zugenommen, dass eine zweite Maschine dringend erforderlich war.

Für einen Ausstellungsauftrag musste ich wieder auf die originale Epson Leinwand drucken, erstmals mit Mattschwarz. Und ich muss sagen, dass Ergebnis ist noch ein Stück besser als auf der Hahnemühle Fineart Leinwand. Und vor allem, das matte Schwarz scheint auf der Epson Water Resistant Canvas deutlich unempfindlicher zu sein als z. B. auf der bisher von mir verwendeten von Hahnemühle. Ich überlege einen permanenten Wechsel zur Leinwand von Epson. Dagegen sprechen nur ein etwas höherer Preis im Einkauf und schlechte Liefersituationen in der Vergangenheit.

Leinwandschutz bei firnis.com

18. Juni 2007

Zufällig beim Durchlesen der Gebrauchsanweisung der Epson Leinwand stiess ich auf diesen Hinweis:

Eco Print Shield Glossy bei www.firnis.com

PremierArt™ Eco Print Shield ist ein umweltfreundlicher, wasserbasierter Schutzfilm (Firnis) der speziell für Tintenstrahldrucke entwickelt wurde.

Der Firnis ist optimiert zum Veredeln von Pigmentdrucken, die mit EPSON UltraChrome™ Tinten erzeugt wurden.

Eco Print Shield schützt Pigmentdrucke vor Feuchtigkeit, Licht, Luftfeuchtigkeit, Umweltbelastungen, Kratzern und sogar Fingerabdrücken

Die Schutzlacke gibt es auch gleich in drei Oberflächen: matt, satin und glanz. Und sogar Testflaschen kann man dort beziehen. Schauen Sie mal rein.

Damit dürfte für meinen vorherigen Beitrag eine Lösung gefunden sein, zumindest für extreme Fälle, die einen besonderen Schutz der bedruckten Leinwände verlangen.

Ist die Leinwand wasserfest?

17. Juni 2007

Ich werde immer wieder gefragt, ob denn die Leinwand wasserfest ist, feucht abgewischt werden kann oder gar in einem Nassraum wie dem Badezimmer aufgehängt werden darf. Oder ob die Leinwand für die Küche geeignet ist?

Nein, die von mir verwendeten Leinwände und auch die Druckfarbe ist nicht wasserfest. Allein die Tinte ist schon wasserlöslich. Es gibt drei besonders schädigende Einflüsse für die Leinwand: UV-Licht, Feuchtigkeit und mechanische Einflüsse wie an der Oberfläche kratzen. In einer Küche kommen neben Dampf beim Kochen auch noch Fette hinzu, die bei der Essenszubereitung in einer Küche nun mal entstehen. Man kann die Oberfläche zwar mit speziellen Zwei-Komponenten-Lacken schützen, doch die Rückseite der Leinwand bleibt ungeschützt. Permanente Feuchtigkeit auf einer Baumwolle fördert nicht nur Schimmel.

Aber mal nachgedacht: Das Material Leinwand kam vor nicht all zu langer Zeit vorwiegend in der Malerei zum Einsatz. Ölgemälde würden Sie doch sicher auch nicht solchen Bedingungen aussetzen, geschweige denn mit einem feuchten Tuch abwischen?

Eine gute Fotografie auf Leinwand sollte ihrer Wertigkeit entsprechend präsentiert und erhalten werden.

Auch Drucke auf Fotopapier sollte man solchen Einflüssen nicht aussetzen, einzig vollständig einlaminierte Fotopapiere können dem widerstehen und mit vollständig meine ich, selbst die Schnittkanten dürfen nicht frei liegen.

Es gibt Anbieter, die wasserfeste Drucke anbieten - manch einer wirbt gar mit Waschbarkeit: Alle vier Wochen vom Keilrahmen nehmen und bei 30 Grad vorsichtig ohne Waschmittel spülen. Vielleicht gibt es ja sogar eine Waschanleitung dazu?!

Natürlich stimmt das häufig sogar. Es gibt halt Druckfarbe, die sogar bei 60 Grad waschen übersteht - Eco-Solvent- oder Solvent-Tinten zum Beispiel. Das sind lösemittelhaltige Farben und die leisten erstaunliches. Sehr feine Druckauflösungen sind noch nicht möglich und der Farbraum ist weit von denen der wasserlöslichen Farben entfernt, doch Kompromisse muss man nun mal eingehen.

Auch Leinwand ist nicht gleich Leinwand: Es gibt Papier mit Leinwandstruktur, Leinwand aus Kunststoff-Fasern, Kunststoff-Folie mit Leinwandstruktur, Baumwoll-Leinwand mit Kunststoff-Fasern durchwebt und schliesslich reine Baumwoll-Leinwand.

Archivfeste Leinwand, wie Museen sie voraussetzen, bevor sie ein Leinwandbild akzeptieren, ist immer aus reiner Baumwolle und die Beschichtung, die die Tinte aufnimmt, sollte wenig bis keine optischen Aufheller enthalten. Darauf bekommen sie Drucke mit feinsten Nuancen, sehr hohem Farbumfang und richtig gelagert sehr langer Haltbarkeit. Epson-Tinte hält gut 75 Jahre, die Epson Leinwand mindestens genauso lange, die Hahnemühle Leinwand wohl sogar noch etwas länger.

Epson bewirbt seine Leinwand mit waterresistant - wasserunempfindlich, doch das meint sicher eine Unempfindlichkeit gegen hohe Luftfeuchtigkeit, wie an schwülen Tagen üblich und nicht abwaschbar!