Timeless Firnis Gloss

Habe mir kurz vor Weihnachten mal ’ne Gallone von dem Timeless Gloss Firnis bestellt und dann einen 50×150 cm Druck auf der Bonjet Canvas matt zum Test damit lackiert.

Mein erster Eindruck ist, daß das Timeless Gloss sehr, sehr schnell trocknet. Ich muss die Rolle, die ich zum auftragen benutze, immer wieder in die Schale mit Firnis neu eintauchen und wenn ich dann die Rolle auf der Leinwand  dort ansetze, wo ich aufhörte, ist dort das Firnis schon fast komplett trocken. Als ich das Firnis überall aufgetragen hatte, konnte ich erste Bereiche mit unterschiedlichem Glanz sehen. Ich setzte mutig zum zweiten Durchgang an und trug auf der gesamten Fläche noch mal Firnis auf, diesmal etwas dünner, und versuchte so einen homogenen Glanz auf der Leinwand hin zu bekommen. Dabei merkte ich, daß das Firnis vom ersten Auftragen schon zäh klebrig an der Rolle zerrte.

Im trockenen Zustand waren auf der Leinwand immer noch mattere und glänzendere Bereiche auszumachen, vor allem, wenn ich schräg drauf schaute. Der Grund mag in den Umgebungsbedingungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Art der Leinwand gelegen haben, ich teste in den kommenden Tagen mal ein anderes Motiv und auch eine andere Leinwand werde ich für’s firnissen verwenden. So jedenfalls ist das Ergebnis nicht zu gebrauchen.

Meine anfängliche Frage, ob und wie sich das glänzende Firnis auf den Druck auswirkt, wurde beantwortet: Die Farben wirken brillanter, das Motiv ist kontrastreicher. Mit glänzendem Firnis wirkt das Motiv fast wie auf gutem Fotopapier gedruckt. Es ist plastischer, dreidimensionaler und knackiger. Einzig an den Stellen, an denen ich zweimal Firnis aufgetragen hatte, war der Glanz schon ein bisschen arg speckig, zuviel. Ich berichte vom nächsten Versuch.

Timeless Firnis Matt

Nach meinem ersten Test der Tetenal Firnislösung habe ich jetzt mal die von Breathing Color probiert. Breathing Color macht im Internet viel Werbung für seine Canvas Stoffe und wirbt besonders mit deren besonderer Weiße ohne optische Aufheller. Das matte Canvas Lyve von Breathing Color habe ich gerade im Test und berichte demnächst darüber.

Timeless ist eine Weiterentwicklung vom Glamour II und soll noch besser sein. Glamour II konnte ich nicht testen, womit ein Vergleich für mich nicht möglich ist. Timeless ist in drei Glanzgraden zu bekommen: matt, satin und gloss. Für meinen Test habe ich mir eine Dose in matt besorgt und war gleich enttäuscht von der Dosengröße: Ich hatte die in Pintgröße bestellt und diesen Pint fälschlicherweise mit knapp einem Liter angenommen. Tatsächlich ist das amerikanische Pint aber nur knapp einen halben Liter groß. In Amerika bekommt man allerorten ein Pint Bier serviert – also knapp einen halben Liter, was beim dünnen amerikanischen Bier nicht wirklich viel ist. Das so nebenbei.

Ein halber Liter stand mir für erste Firnisversuche also zur Verfügung – der kostete mich doch tatsächlich fast 35 Euro, der Liter so gut 70 Euro. Das wäre zweimal so teuer wie Protenal, wobei Protenal nur als Litergebinde zu haben ist, während Timeless auch als Gallone lieferbar ist. Eine Gallone entspricht fast 4 Liter – genauer sind es 3,785 Liter – und die gibt es für rund 130 Euro, was einem Literpreis von etwas mehr als 34 Euro entspricht. Damit ist Timeless dann wieder 1 Euro pro Liter günstiger als Protenal. Und Timeless wird nur einmal aufgetragen, Protenal dagegen zweimal, sparen wir auch hier, selbst wenn die leichte Verdünnbarkeit des Protenal mit einbezogen wird.

Gehe ich davon aus, das ich mit Protenal und Timeless die gleiche Quadratmeterzahl schützen kann, dann ist Timeless fast doppelt so ergiebig – weil nur einmal aufzutragen – wie Protenal. In Kosten ausgedrückt ergibt sich Timeless also ein deutlicher Vorteil, aber wohlgemerkt theoretisch.

Timeless darf nicht verdünnt werden, daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil: Reste können zurück in die Dose gekippt werden, ich muss nur selten Ansatzlösungen wegtun und spare hier noch mal.

Das Auftragen

Dose gut schütteln und die fertige Lösung in eine Schale für die Malerrolle kippen. Die Malerrolle gut mit dem Firnis vollsaugen lassen und dann auf das Canvas aufrollen. Auf Breathing Colors Website gibts ein Video, dass das Vorgehen gut zeigt. Tatsächlich sehe ich keine Veränderungen der Farbe beim Auftragen. Die Firnislösung ist ganz klar, keine gelbliche Veränderung wie beim Protenal. Das Timeless muss kräftig aufgetragen werden. Es sind viele Rollbewegungen mit der Malerrolle zu machen, wobei ich mit immer weniger Druck rolle. Nach kurzer Zeit ist das Firnis angetrocknet und ich kann den Canvasdruck zur Seite legen. Nach gut 12 Stunden ist das Firnis wirklich trocken und ich sehe auch hier, wie beim Protenal, leichte Glanzunterschiede in der Oberfläche, so wie ich die ersten Bahnen mit viel Firnis auf der Rolle gerollt hatte. Vielleicht ist das Canvas schuld? Ich hatte das Bonjet 360 matte Canvas von Le Bon Image für die Tests genommen und da sowohl das Protenal als auch Timeless diese Streifen zeigen, bin ich geneigt das Canvas als Ursache anzusehen. Ich werde da noch Tests mit dem Breathing Color Lyve und dem Epson Water Resistant matte Canvas und den beiden Firnis machen müssen.

Mein Fazit

Timeless ist im großen Gebinde bezahlbar, allerdings muss man sich dann auch eine Gallone davon hinstellen. Wer nur ab und an und dann nur kleinere Flächen versiegeln muss, dem wird das Timeless zu teuer sein. Timeless lässt sich ähnlich einfach und ohne Probleme auftragen wie das Protenal. Keine Bläschen, keine Farbänderungen.

Beide matten Firnisse, das Protenal wie auch das Timeless, sind nicht komplett matt. Das Timeless ist ein Hauch matter als Protenal. Schaut man seitlich auf die Canvasdrucke, so nimmt der Kontrast ab, Schwärzen werden grauer. Beim direkten Betrachten von vorn wirkt das Bild so wie ohne Firnis und auch die Streifen sind nicht sichtbar.

Früher beim Laminieren von Fotodrucken war mir aufgefallen, das eine matte Folie ein knackiges Foto total flau werden lässt, nur glänzende Folie erhielt das Erscheinungsbild.

Um also einen Canvasdruck knackiger, brillianter zu machen, muss ich schon eine seidenglänzende oder gar glänzende Firnis verwenden. Das konnte ich im vergangenen Jahr auch mit der seidenglänzenden Firnis von Canvasi beobachten, die besonders das Schwarz schwärzer werden ließ. Doch damit erhalte ich auch wieder Glanz auf der Leinwand und Reflexionen vom Licht im Raum. Dann kann ich auch gleich eine glänzende Leinwand nehmen und spare mir die kleherei mit Firnis, Zeit und Geld. Die Epson Premium Canvas satin hat mir besonders gut gefallen.

Tetenal Protenal M Firnis

Wer seine matten Canvasdrucke schützen will, der benutzt ein Firnis. Ich habe mir vor wenigen Tagen mal das Firnis von Tetenal besorgt und weil ich die Anmutung der matten Leinwand erhalten wollte, das mit dem matten Finish gewählt.

Tetenal verspricht mit einem Liter bis zu 15 qm Canvas zu versiegeln. Man soll es nur zweimal auftragen müssen. Andere Firnisse sind da ausgiebiger aufzutragen, meist müssen die dreimal aufgerollt oder aufgesprüht werden. Tetenal Protenal ist so günstiger als andere.

Ich habe heute ein Canvas in 70×120 cm gedruckt und nach einigen Stunden Trockenzeit das Protenal angerührt: 3 Teile Protenal, ein Teil Wasser. Das Auftragen geht mit der Rolle leicht und ist schnell gemacht. Unbedingt eine Schaumstoffrolle mit abgerundeten Seiten verwenden (ich hab meine bei Max Bahr bekommen)! Bläschen, die beim Aufrollen mit der Schaumstoffrolle entstehen, verschwinden bei Protenal schnell und es entsteht eine glatte Oberfläche. Zum Vergleich mit dem Firnis von Canvasi: da hatte ich bei zwei von drei Versuchen nach dem Trocknen des Firnis noch Bläschen auf dem Canvas, was dadurch nicht mehr zu gebrauchen war.

Das Protenal erzeugt einen ganz schwachen Glanz auf dem Canvas, obwohl ich das matte Protenal verwendete. Und es bleiben leichte Streifen nach dem Trocknen zu sehen. Dabei hatte ich versucht, das Protenal gleichmässig aufzurollen. Die Streifen zeigen sich nach dem Trocknen durch unterschiedliche Glanzgrade und die sieht man, wenn man die Leinwand schräg gegen das Licht betrachtet. Das war nicht so toll.

In meinem Test habe ich das Protenal auf die Bonjet 360 Leinwand von Le Bon Image aufgetragen. Diese Leinwand ist sehr weiss, also mit optischen Aufhellern. Das Protenal macht die weisse Leinwand etwas gelber. Im Motiv konnte ich keine Farbänderungen wahrnehmen, aber das von mir verwendete Motiv war für solch kritische Betrachtungen eh nicht sonderlich geeignet. Also aufpassen!

Mein Fazit:

Verglichen mit dem Firnis von Canvasi nimmt die Tiefenwirkung im Bild nicht zu, eher wird es ein ganz klein wenig kontrastärmer. Es ist leichter zu verarbeiten, wenn auch die Streifen nach dem Trocknen noch Probleme machen. Mit ca. 30 Euro pro Liter netto ist Protenal nicht günstig, aber günstiger als Art Shield. Es ist schneller zu verarbeiten, denn zwischen den beiden Auftragvorgängen muss nur 4 bis 6 Stunden Trockenzeit vergehen. Bei Art Shield sollten es 12 bis 24 Stunden sein und das sogar dreimal aufzutragen ist. Matt bleibt mit Protenal nicht matt, auch wenn der Glanz nur schräg gegen das Licht betrachtet sichtbar wird und sich dann als schwaches Schimmern zeigt. Wie das bei Art Shield und Canvasi ist, konnte ich noch nicht probieren. Von Canvasi hatte ich bisher nur das semimatte probiert.

Grafikrahmen oder Schattenfugenrahmen

Eine schöne Fotografie auf Leinwand ist eine Augenweide. Und praktisch dazu, kann der Druck auf Leinwand dank des Keilrahmens, auf dem sie aufgezogen ist, auch gleich aufgehängt werden. Aufwerten geht trotzdem, indem zusätzlich ein Holzrahmen den Leinwanddruck umrahmt. Da gibt es zwei Varianten:

Grafikrahmen schwarz lackiert

Grafikrahmen schwarz lackiert

Grafikrahmen

Grafikrahmenleiste © Nadler pro-artist

Grafikrahmenleiste © Nadler pro-artist

Ein Grafikrahmen wird von vorn auf den Keilrahmen angebracht und der Grafikrahmen deckt ein wenig vom Motiv auf der Leinwand ab – so wie bei einem üblichen Bilderrahmen. Vorteil, man sieht keine Kanten und kann aus einer unendlichen Vielzahl an Leisten- und Rahmentypen auswählen. Sie kennen sicher die alten Schinken – Ölgemälde aus vergangenen Tagen mit einem schweren, oft mit Gold und Ornamenten verzierten Rahmen – so sieht typischer Weise ein Grafikrahmen aus. Es gibt aber auch feine und schlichte Rahmen, wie gesagt, die Auswahl ist riesengross.

Schattenfugenrahmen mit Goldkante

Schattenfugenrahmen mit Goldkante

Schattenfugenrahmen

Schattenfugenleiste © Nadler pro-artist

Schattenfugenleiste © Nadler pro-artist

Schattenfugenrahmen sind praktisch umgekehrte Grafikrahmen, wobei die im Querschnitt wie ein grosses L aussehen. Hier wird der Leinwanddruck von vorn in den Rahmen eingelegt – umgekehrt zum Grafikrahmen. Man sieht vom Schattenfugenrahmen eigentlich nur eine schmale Leiste, die mit kleinem Abstand zum Leinwanddruck diesen umrahmt. Dieser Abstand – meist zwischen 5 und 10 mm – wirkt wie ein zusätzlicher Schatten um das Motiv, deshalb Schattenfugenrahmen. Hier ist die Auswahl eingeschränkter auf wenige Maße, wobei sich hauptsächlich die Breite der Kante, die man von vorn sieht, verändert. Und es gibt diese Rahmen in nur wenigen Farben. In Schwarz, Weiss, Grau sowie in Schwarz mit Gold- oder Silberkante und als unbehandeltes Naturholz fand ich Angebote.

Wie ist die CO₂-Bilanz für Leinwand vs. Alu-Dibond?

Gibt es eigentlich sowas wie eine CO₂- Bilanz für Fotoabzüge? Ich meine ja und versuche in diesem Beitrag nur ein paar Punkte aufzudecken und komme zum Schluss, dass das Foto auf Leinwand deutlich besser abschneidet als das allseits so beliebte Foto auf Alu-Dibond. Dies ist meine Argumentation.

Foto auf Leinwand

Ein Foto auf Leinwand besteht aus den Komponenten Leinwand, Inkjetbeschichtung, Tinte, Keilrahmen und Klammern. Die Leinwand ist, wenn sie eine gute Leinwand ist, nur aus Baumwolle gewebt. Baumwolle darf als Klimaneutral eingestuft werden. Es gibt aber auch Leinwand, die aus einer Mischung aus Baumwolle und Polyamid – Kunstfasern, also Kunststoffe, also wohl aus Öl – hergestellt ist. Der Polyamidanteil kann zwischen 20 und 70 % sein. Polyamid ist also nicht klimaneutral. Die Inkjetbeschichtung enthält meist und synthetische Anteile, damit die Farbe nicht in die Leinwand selbst eindringt und so verläuft. Die Inkjetbeschichtung ist nicht klimaneutral. Die Keilrahmenleisten bestehen idealerweise aus reinem Holz, sind also klimaneutral. Billigere Keilrahmenleisten aber sind meist aus Resthölzern hergestellt, wobei viele kleine Holzstücke zu einem großen verleimt werden. Dieser Leim ist meist ein Industrieleim und enthält daher auch Rohstoffe, die nicht klimaneutral sein. Bleiben noch die Klammern aus Metall, mit denen die Leinwand am Holzrahmen befestigt wird.

Betrachtet man die Anteile am Foto auf Leinwand, die nicht klimaneutral sind, im Verhältnis zu denen, die klimaneutral sind, ergibt sich wohl ein Verhältnis von 80 % klimaneutralen Teilen zu 20 % nicht klimaneutralen Teilen.

Foto auf Alu-Dibond

Das Foto auf Alu-Dibond besteht aus dem Fotopapier, der Inkjetbeschichtung, dem Alu-Dibond, der Laminierfolie und Klebern. Das Fotopapier besteht aus Papier, einem Kunststoffanteil sowie der Inkjetbeschichtung. Alle drei Komponenten sind nicht klimaneutral. Das Alu-Dibond besteht aus zwei dünnen Schichten von Aluminium, das besonders energieintensiv hergestellt werden muss, sowie aus eine Schaumschicht dazwischen. Die Schaumschicht ist aus Kunststoffen und damit aus Öl und somit nicht klimaneutral. Die Laminierfolie ist eine Kunststofffolie – aus Öl – und nicht klimaneutral. Die Kleber werden benötigt um die Laminierfolie auf das Fotopapier zu kleben und eine weitere Schicht, um das Fotopapier auf die Alu-Dibondplatte zu fixieren. Kleber ist nicht klimaneutral. Ausserdem dürfen wir nicht vergessen, das Kleber auf und unter dem Fotopapier immer chemische Prozesse begünstigen, die der Langlebigkeit einer Fotografie nicht gut bekommen.

Ein Foto auf Alu-Dibond hat also keine Anteile vorzuweisen, die klimaneutral wären. Überhaupt keine. Das spricht also ganz doll für das Foto auf Leinwand.

Meine Schlussfolgerung

Wenn meine Beweisführung schlüssig ist, spricht also für Alle, denen unsere Umwelt und deren Schutz ein wichtiger Aspekt ist, nichts für ein Foto auf Alu-Dibond, ausser das es gut aussieht. Für das Foto auf Leinwand dagegen spricht Alles. Besonders, wenn gute Leinwand nur aus Baumwolle benutzt wird und bei den Keilrahmenleisten auf hochwertige Leisten Wert gelegt wird, die nicht verleimt sind.

Daneben gibt es, so finde ich jedenfalls, beim Foto auf Leinwand noch die Vorteile der leichteren Bauweise, der Kinderfreundlichkeit (dazu mehr in einem früheren Artikel von mir) und der Möglichkeit des teilweisen Recyclings. Denn wenn ich einen Druck mal nicht mehr sehen kann, der Keilrahmen ist immer wiederverwendbar und schont somit Ressourcen.

Verzugsfrei, mehrfach verleimt, keilverzinkt – Keilrahmenleisten

Ich habe diese werbewirksamen Schlagworte schon oft gelesen und immer darauf vertraut, dass das der Weisheit letzter Schluss ist. Doch weit gefehlt, wie mich Joachim Nadler jetzt aufklärte. Das ist alles Quatsch!

Keilrahmen, die aus vielen kleinen Stücken gemacht sind und deren Stücke entweder keilverzinkt sind oder verleimt, bestehen im Grunde aus Abfallholz und sind damit nicht besser sondern minderwertiger.

Joachim Nadler dazu:

… das ist ein Industrieprodukt aus i.d.R. minderwertigem Restholz, Kurzholz oder Billighölzern, das man durch Längsverleimung künstlich verlängert, was aber keinerlei Sinn ergibt für Maßhaltigkeit oder Formstabilität. Deshalb auch die erkennbar kurzen Stösse. Und Händler peppen das werbetechnisch künstlich auf und preisen diese als 100 % verzugsfrei und und und … wenn Sie wüssten, was mir davon schon alles bei Aufzieh- und Umspannarbeiten  in die Hände gekommen und in den Ofen gewandert ist …

Im Stück ist also besser

Gute Schreinereien nehmen laut Herrn Nadler die Erdstämme, also den Teil vom Baum mit wenigen Ästen, und sägen daraus die Brettware und lassen das Holz dann gut trocknen. Und auch die Weiterverarbeitung muss bei konstanten Trocknungsgraden erfolgen. Joachim Nadler macht das so.

Wir verwenden  nur sog. Erdstämme, die Filetstücke eines Baumes mit ruhigem Wuchs und wenig Ästen (und auch deutlich teurer) – aus bayrischen, zertifizierten Forsten.  Daraus erzeugen wir schöne lange Leisten und die muß man nicht erst kleinschneiden, um sie danach wieder in der Länge aneinanderzuleimen. Daraus ist zu folgern, um diesen Aufwand der Zinkerei überhaupt verstehen zu können, dass es i.d.R. krumme Ware sein muß, die man, um sie überhaupt verwenden zu können, erst kleinschneidet um sie dann, jeweils eine Seite gedreht, wieder aneinanderheftet.

Und Joachim Nadler ist auch der Meinung, das es keinen Sinn macht, schöne Leisten kleinzuschneiden und dann wieder zusammenzuheften. Das leuchtet  mir ein. Und ich habe ja bislang überwiegend verleimte Leisten verarbeitet und da waren auch mehr als eine Leiste dabei, die krumm war, bevor ich sie zum Rahmen gebrauchen konnte.

Aber warum werden Leisten überhaupt krumm?

Dazu Joachim Nadler:

Ein Grund: Manche Teile eines Stammes stehen aufgrund der Wuchsumstände sehr unter Spannung, was sich dann beim Trennen eines Brettes zu Leisten zeigt. Zudem neigen diese Leisten zu rotbrauner Färbung, sind härter im Wuchs - das nennt man auch  Reaktionsholz – in der Leistenbranche das eigentlich nicht verwendbare Holz, da extrem verzugsgefährdet.
Ein weiterer Grund: Wenn Holz zu schnell künstlich getrocknet wird, entstehen Spannungen im Brett, die sich dann beim Trennen ebenso entladen können.
Und noch einer …
Das Wuchsgebiet: Zu enger Baumstand, deshalb nur relativ schmale Stämme, schnell hochgewachsen  (dem Licht entgegen) schlechterer, wasserarmer Boden.
Unsere Hölzer stammen aus sorgsam gezogenen Forsten, in idealen Höhenlagen gewachsen: Ringsum genug Abstände zum Nachbarbaum, das ein gleichmäßiges Wachsen ermöglicht (ansonsten Drehwuchsgefahr)  ein ausgeglichener Kalkgehalt im Wasser, guter Boden.

Und mir war auch immer ein übler Geruch aufgefallen, den ich einer Imprägnierung des Holzes zugeschrieben hatte. Herr Nadler klärte mich auf, dass das am Leim gelegen hat. Nur der Hersteller weiss, was die da für einen Leim verwendet haben und was da später so alles an die Luft kommt, Luft, die wir täglich einatmen.

Die Situation mit dem „Klebeholz“, deshalb vielleicht auch der Geruch, ist vergleichbar mit dem aktuellen Fall in der Fleischindustie, wo man einigen Händlern auf die Schliche gekommen ist, dass diese nicht selten Kleinfleischteile mittels Emulsionen so verpressen, dass man nach dem Klebeprozess ein saftiges Steak erhält, ohne dass man es gleich erkennt … im Kleingedruckten auf der Rückseite stehts dann … na Mahlzeit!
Die Leisten von Herrn Nadler habe ich gestern bekommen und die dufteten wirklich nach Holz, reinem Holz und sonst  nichts.
Joachim Nadler empfiehlt uns den korrekten Umgang mit den Leisten:

Zum Holz im Allgemeinen als Basiswissen:
Holz ist hygroskopisch, d.h., ist immer bestrebt sich dem Feuchtegehalt der es umgebenden Luft anzupassen, d.h. ist diese trocken und warm, entzieht sie dem Holz die Restfeuchte >> Holz schwindet, ist diese aber feucht, nimmt Holz die Feuchte an und quillt. Deshalb kann niemand von völlig verzugsfrei sprechen, auch wir nicht, da Holz als natürliches Produkt  „lebt“. Aber man kann Risiken so minimieren, dass fast nichts passiert. Deshalb weisen wir unsere Kunden auch immer darauf hin, die Leisten gleichmäßig trocken und kühl zu lagern, im Winter nicht an Heizkörpern oder im Deckenregal und rein gar nicht in feuchten (Keller-) Räumen.

Joachim Nadler ist unter NADLER pro artist im Internet zu finden und fertigt seit mehr als 40 Jahren Keilrahmen in Deutschland

  • in vielen Stärken und Breiten, in allen 0,5 cm-Schritten serienmäßig und Längen bis 500 cm
  • das Holz stammt aus dem Holz bayrischer, PEFC-zertifizierter Forste
  • gibt Workshops an Akademien, wo das Thema Holz immer den Anfang macht.

Jetzt Digigraphie zertifiziert

Gestern bekam ich den unterzeichneten Vertrag von Epson zurück, der mich als zertifiziertes Digigraphie Labor auszeichnet. Was bedeutet das? Es ist eine Auszeichnung, mit der ich am Digigraphie Programm teilnehmen kann und das wiederum bedeutet, ich kann Künstler-Ediionen für Sie in limitierten Auflagen erstellen und die Drucke mit einem Prägestempel signieren sowie für den Druck dem Käufer ein Zertifikat ausstellen.

Dem Käufer eines Kunstdrucks geben wir damit eine Fotografie mit Gütesiegel in die Hand. Drucke nach dem Digigraphie Programm dürfen nur auf von Epson zertifizierten Medien gedruckt werden und nur mit einem Epson Drucksystem der neuesten Generation. Und die Drucke müssen immer limitiert sein, wobei die Limitierung jeweils die Druckgröße, das Medium und das Drucksystem vorgeben. Sie können so aber auch mehrere limitierte Auflagen gleichzeitig herausgeben.

Eine limitierte Auflage setzt sich so zusammen:

Auflage: 5 Stück (die Auflage legen Sie einmal vor Druckbeginn fest)

Material: Epson Premium Canvas Satin (oder ein anderes Material Ihrer Wahl)

Druckgröße: 50×60 cm

Drucksystem: Epson Stylus Pro 9800

Ändert sich irgend eine Komponente in dieser limitierten Auflage, so ist die Auflage beendet und eine neue Auflage muss begonnen werden. Damit der Käufer sieht, das es sich um eine limitierte Auflage handelt, wird jeder Druck mit einem speziellen Prägestempel geprägt, ein Zertifikat ausgestellt und von Ihnen als Künstler unterschrieben.

So sieht mein Stempel aus, mit dem jedes Bild geprägt wird:

Welche weiteren Vorteile hat das für Sie als Künstler?

Einen weiteren Vorteil haben Sie durch die Veröffentlichung Ihrer limitierten Motive in der Galerie auf der Webseite von Epsons Digigraphie Site. Das Einpflegen der Bilder übernehme ich in Absprache mit Ihnen. Die Galerie sorgt durch ihren Bekanntheitsgrad für eine gute Werbung. Und Epson ist mit seinem Ausstellungsraum in Düsseldorf sehr rege, was hochwertige Ausstellungen mit Bildern von namhaften Künstlern angeht.

Jetzt müssen Sie nur noch starten. Ich jedenfalls werde den Anfang machen, mit ausgewählten Fotografien aus den Foto-Editionen von meiner Frau Ilona Weinhold-Wackernah.

EPub, eBook, iBook?

Wow, da erleben wir ja gerade einen ganz neuen Boom. Kaum hat Amazon mit seinem Kindle ein Lesegerät für elektronische Bücher erfolgreich auf den Markt gebracht, boomt die Nachfrage nach elektronischem Lesestoff. Ich habe mich in den vergangenen Wochen ausführlich mit dem Erstellen von digitalen Büchern beschäftigt und bin da auf ganz schön viele Einschränkungen gestossen. Ich will das hier mal grob zusammen fassen.

Erstmal sind die Formate, in denen die digitalen Bücher vorliegen müssen, so vielfältig und natürlich untereinander inkompatibel, wie wir es schon so oft in der Vergangenheit erleben mussten, wenn neue Techniken den Markt erobern wollen. Ich denke da exemplarisch mal an die vielen konkurrierenden Videoformate, als VHS und Co. den Markt eroberten.

Als ein Standard mag sich das ePub-Format entwickeln. Es ist einfach und offen. Deshalb, und auch, weil das iPhone und iPad das unterstützen, gilt diesem Format meine Aufmerksamkeit. ePub ist im Prinzip HTML, allerdings ein HTML der Version 1.0. Es fehlen noch viele im heute allgegenwärtigen Web 2.0 selbstverständlich gewordene Gestaltungsmöglichkeiten. Ein bisschen Text, Überschriften, grundsätzliche Auszeichnungen wie Bold und Italics (Fett und Kursiv) und sparsam ein paar Fotos. Viel mehr geht noch nicht. Selbst verlinkte Inhaltsverzeichnisse sind nur hier und da möglich, nicht überall.

Dieses frühe Entwicklungsstadium des ePub Formats und die eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten machen aber ein gut gelayoutetes Buch noch fast unmöglich. Dafür ist es kompatibel mit: MobiPocket, Adobe Digital Editiones, FBReader, Stanza, Sony Reader, iPhone und eben iPad.

Software zum Layouten

Ich fand im Open Source Bereich die Software SIGIL. Damit kann ich ein digitales Buch schreiben. Das Schreiben gestaltet sich allerdings so wie in TextEdit auf dem Mac oder mit NotePad unter Windows. Es reicht aber, um ein Buch im ePub Format zu erstellen. Es ist für den Mac, Linux und Windows verfügbar. Ich kann damit ein Buchcover einbinden, ein Inhaltsverzeichnis erstellen und ein grundlegendes Layout machen. Wenn ich darin nicht mein Buch schreiben will, dafür also lieber meinen bevorzugten Texteditor verwenden möchte, muss ich beachten, dass nur die Formate TXT, HTML und ePub importiert werden kann. Für den Export steht nur das ePub Format zur Verfügung.

Dann fand ich noch eCub. Das ist auch ein Programm für viele Plattformen: Es läuft auf Windows, Linux, Mac, FreeBSD und Solaris. In eCub kann ich  nicht schreiben, nur ein Buch bzw. Buchkapitel zusammen stellen. Dazu importiere ich TXT ode HTML Dokumente. Auch Bilder kann ich importieren. Die importierten Kapitel bringe ich in die richtige Reihenfolge, lege für das Buch alle Metainformationen fest – das sind Infos zum Autor, das Copyright, Coverbild, Erscheinungsdatum, optional eine ISBN sowie andere Daten fest. Exportieren kann ich nur im ePub Format. Als Besonderheit mag die Funktion zum Erstellen von Buchcovern gesehen werden. Der Autor Julian Smart hat ein simples Programm geschaffen, das schnell zum Erfolg führt, wenn man ein Buch im ePub Format erstellen möchte.

Dann gibt es noch calibre. Für Mac, Linux und Windows ist das Open Source Programm dort herunterladbar. calibre ist mehr ein Verwaltungsprogramm, in dem ich meine gesammelten digitalen Bücher sammle. Habe ich darin ein digitales Buch gespeichert, kann ich das allerdings aus calibre heraus exportieren. Das ePub Format wird von calibre auch unterstützt. Ausser Metadaten eingeben kann ich allerdings nicht in den Erstellungsprozess eingreifen. Es ist mehr zum konvertieren von einem Format zu einem anderen in diesem Punkt geeignet.

Und dann fand ich noch smashwords.com. Das passt eigentlich nicht ganz in die Software Rubrik, aber ich kann mir dort auch ein ePub Buch erstellen lassen. Die Hauptaufgabe von smashwords.com liegt allerdings in der Distribution von digitalen Büchern. smashwords.com sorgt u. a. für das Einstellen meines Buches in den iTunes Store von Apple. Für mich der einzige Weg, meine Bücher dort anzubieten. Im Moment jedenfalls. smashwords.com verlangt von mir, das ich ein Buch sauber gelayoutet im Wordformat dort einreiche. Wenn ich das getan habe, sorgt ein Onlinekonverter für das Erstellen von fast allen wichtigen Formaten und für das Publizieren auf den verschiedenen Verkaufsplattformen. Dazu gehören iBookstore, Barnes & Nobel, Sony, Kobo und demnächst auch Amazon. So kann ich gewiss sein, jeden Leser mit meinem Buch zu erreichen. Un smashwords.com sorgt für die jeweils richtigen Buchformate, die die verschiedenen Lesegeräte erfordern. Nachteil von smashwords.com ist das erforderliche Wordformat, das ich zwingend einreichen muss. Ich habe kein MS Word, ich schreibe in Apples Pages. Pages kann auch im Wordformat speichern, doch ich muss erst ausprobieren, ob das von Pages generierte Worddokument auch vom Onlinekonverter auf smashwords.com richtig interpretiert wird. Hinweise dazu konnte ich im Web nicht finden, auch nicht auf smashwords.com. Der Onlinekoverter dort hat übrigens auch den kleinsten Funktionsumfang. Bilder sollte man sparsam einsetzen, keine Leerzeichen am Absatzanfang, keine Tabs, kene Textrahmen, keine Tabellen, keine automatisch erzeugten Inhaltsverzeichnisse, keine Fussnoten. Und es gibt keinen Testmodus, wo  ich probieren kann, wie mein Buch konvertiert z. B. im ePub Format aussieht.

Mein vorläufiges Fazit

Digitale Bücher sind noch ganz neu. Die Nachfrage ist groß, vielleicht auch weil es eben neu ist. Nicht alle Arten von Büchern eignen sich im Moment für eine digitale Edition. Bücher mit viel Text sind vorzuziehen. Fotobücher gehen gar nicht. Wissenschaftliche Bücher, in denen sehr viel referenziert wird, sind nicht möglich. Dazu muss das jedenfalls das ePub Format noch deutlich erweitert werden. Wer wert auf ein ausgetüfteltes Layout legt, kommt um das PDF nicht herum. Aber PDF kann nicht von allen Lesegeräten wieder gegeben werden und PDF ist ja meist ein starres Layout, das sich nur bedingt an verschiedene Lesegeräte bzw. deren größere oder kleinere Displaygrößen anpasst. Genau dieses sich Anpassen an die Displaygrößen und das Lesen darauf zwingt zum ePub Format, eben weil es sich flexibel im Textfluss anpasst. Das führt wiederum dazu, das Layout so einfach wie möglich zuhalten. Ein Spagat, der hoffentlich in der Zukunft kleiner wird und dem Autor mehr Gestaltungsmöglichkeiten in die Hand gibt. Mit dem Layout und vor allem der Schriftwahl kann ich ein Buch lesefreundlich oder auch unleserlich machen, ich kann eine Stimmung zum Leser tragen.

Was ist denn Digigraphie?

Korrekt muss es ja Digigraphie by Epson heißen, denn Digigraphie ist eine Idee von Epson für hochwertige, limitierte Drucke auf speziell dafür zertifizierten Medien. Für Epson bedeutet Digigraphie eine Aufwertung seiner Drucker, Medien und der damit erstellten Drucke. Doch was zunächst nach einem Werbegag ausschaute, hat sich inzwischen mit vorzeigbaren Ergebnissen zu einem kleinen aber bedeutsamen Kunstmarkt entwickelt.

Epson hat dazu eine eigene Website entwickelt, die Anfangs etwas holprig aufgemacht war, inzwischen aber funktionierend alles zur Digigraphie erklärt. Dort kann auch nachgelesen werden, wie man Digigraphie Künstler wird. Gelistet werden in der Rubrik Neuigkeiten Wissenwertes um die Digigraphie und Künstler, die im Kunstbetrieb ausstellen. Der Kunstbetrieb wird von Epson wie folgt beschrieben:

Der „Epson Kunstbetrieb“ in Düsseldorf ist ein „Kunstort“ mit innovativem Konzept: Dort werden nicht nur hochkarätige Ausstellungen für Fotografie und Videokunst gezeigt, sondern der Epson Kunstbetrieb versteht sich auch als Produktionsort für Digigraphie®, Begegnungs-Forum, Workshop-Zentrum und Event-Location – eben als kunstbezogene Betriebsstätte. Im Epson Kunstbetrieb sollen Sammler und Kunst-Produzenten, Studenten und etablierte Künstler sowie alle Interessenten in einen „betriebsamen“ Dialog einsteigen.

Einige Ausstellungen wurden in der einschlägigen Presse schon ausführlich erwähnt. Bessere Presse kann man seinen Drucken gar nicht wünschen. Das Konzept von Epson scheint schlüssig.

Was aber zeichnet die Digigraphie-Drucke aus?

Der Einstieg ist  nicht mal so eben gemacht. Sowohl als Künstler als auch als Druckdienstleister müssen Sie einen Vertrag mit Epson schließen und darin versichern, sich genau an die vorgegebenen Richtlinien halten werden. Das setzt einerseits einen Drucker von Epson sowie zertifizierte Medien voraus:

Digigraphie® – Definition: Digigraphie® bezeichnet einen Ausdruck auf einem professionellen Epson Stylus Pro-Drucker mit UltraChrome™-,UltraChrome™ K3-, oder UltraChrome™ K3 Vivid Magenta-Tintentechnologie auf einem zertifizierten Papier. Jeder Druck wird mit Nummer und Unterschrift authentifiziert, mit Prägestempel versehen und mit einem Zertifikat ausgestattet.

Geeignete und zertifizierte Medien lesen Sie bitte online nach -> Epson Digigraphie.

Andererseits brauchen Sie einen Prägestempel, den man nur bei Epson bekommt und der kostet nicht wenig. Der Stempel wird eigens mit dem Namen des Künstlers oder dem des Druckdienstleisters angefertigt. Und Sie dürfen grundsätzlich nur limitierte Auflagen anbieten. Eine limitierte Auflage gilt aber nur für eine Druckgröße auf einem gewählten Medium. Wollen Sie ein weiteres Material alternativ anbieten, bedeutet dies eine zweite limitierte Auflage. Das schränkt ein führt das Prinzip einer limitierten Auflage aber ad absurdum, denn Sie können unendlich viele limitierte Auflagen erzeugen. Naja.

Jeder limitierte Druck muss mit dem Prägestempel geprägt werden und vom Künstler eigenhändig unterschrieben bzw. signiert sein.

Was aber ist mit Druckdienstleistern?

Auch als Druckdienstleister kann jeder im Rahmen der Vertragsvorgaben am Digigraphie-Programm teilnehmen und Künstlern damit Drucke erstellen, die dem Konzept der Digigraphie konform sind. Das ist auch gut so, denn nicht jeder Künstler wird gleich einen großformatigen Epson Drucker hinstellen. Und wer kann fachlich besser mit den Vorgaben der Digigraphie umgehen, als ein versierter Druckdienstleister. Einzig die Stempelprägung weist dann den Druckdienstleister aus als Ersteller, nicht den Künstler. Der Künstler bleibt weiterhin der Autor und hält das Urheberrecht und signiert seine Kunstwerke. Das Prinzip kann aber auch Verwirrung stiften. Und eigentlich eignet sich das Konzept nur für räumlich nah bei einander lebende Künstler und Druckdienstleister, denn ein häufiger Postversand der Drucke ist den Drucken bestimmt nicht dienlich. Das muss aber sein, denn der Künstler signiert, der Druckdienstleister prägt und nummeriert und schickt an den Kunstkäufer. Oder so.

Ist das ein Markt, wertet es meine Drucke auf?

Vorweg: Epson gewinnt in jedem Fall. Aber die beiden anderen großen, Canon und HP, haben ähnliches in der Schublade bzw. schon veröffentlicht.

Für den Künstler bedeutet dies, sich auf einen Drucker von Epson und ein zertifiziertes Material fest zu legen. Die zertifizierten Medien sind allesamt aus der ganz oberen Preisliga, also muss der Künstler auch die Kostenseite betrachten. Das ist nicht ganz billig. Aber nicht jeder Künstler gehört zu den ganz wenigen, die für jeden Druck mal eben ein paar tausend Euro verlangen und auch bekommen. Da muss jeder für sich kritisch heran gehen. Und der Künstler darf nicht glauben, nur weil ein Druck nach den Digigraphie Vorgaben erstellt wurde, verkauft sich der Druck einfacher oder gar besser. Mitnichten.

Für den Kunstmarkt ist die Digigraphie aber ein verlässliches Produkt. Der Kunstmarkt weiß und kann sich darauf verlassen, dass der Druck strengen Qualitäts- und Produktkriterien unterliegt. Einzig das relativ offene Konzept der limitierten Auflagen bedarf noch einiger Klärung. Nicht jeder Künstler wird sich selbst soweit beschränken und einen Druck nur in einer oder ganz wenigen Auflagen anbieten. Das wird die Zukunft zeigen. Doch bieten viele Künstler ihre Drucke in vielen Auflagen an, kann die Digigraphie schnell ihren Ruf verlieren.

Für den Druckdienstleister bietet die Digigraphie ein Qualitätssiegel. Es ist zwar relativ einfach, sich dem Digigraphie Programm anzuschließen, doch Epson wird schon ein Auge drauf haben, das Druckdienstleister sich genau an die Vorgaben halten. Und wer mal Schindluder mit dem Siegel treibt, fliegt schnell raus aus dem Programm. Denn Epson behält sich einen Ausschluß vor und dann muss der Prägestempel zurück gegeben werden. Ohne Prägestempel keine Digigraphie. Schon gut, was sich Epson da ausgedacht hat.

Es gibt aber auch schon kritische Stimmen!

Es gibt Druckdienstleister, die nach noch mehr Qualität streben. Denen ist das Digigraphie Programm schon wieder zu wenig speziell, zu viele können daran teilnehmen. Die wollen das allerletzte Quäntchen Qualität bieten und ihre Arbeit noch  hochwertiger erscheinen lassen. Ob sich noch weitere Qualitätssiegel etablieren können, wird sich zeigen. Aber am Produkt BIO war das ja auch möglich, wo viele Siegel nebeneinander bestehen. Nur der Kunde weiß sich nicht mehr zurecht zu finden im Siegeldschungel.

Da bleibt dann letztlich auch die Frage, ob denn ein Qualitätssiegel überhaupt beim Kunden ankommt. Kann ein Kunde etwas mit Digigraphie anfangen und interessiert den Durchschnittskunden überhaupt irgendein Siegel?

Kommentare sind herzlich willkommen, eine Diskussion erwünscht.

Foto auf Leinwand auf 2 und 4 cm Leisten

Seit nun zwei Wochen bekommen Sie von mir die Canvas BASE und Canvas PRO auf Galerierahmen (mit 2 cm Tiefe) und auf Museumsrahmen (die mit 4 cm Tiefe). Damit Sie den Unterschied zwischen den beiden Leistentypen mal sehen, füge ich beide als Foto hier an.

Keilrahmen XL Leisten

Keilrahmen XL

Keilrahmen S

Keilrahmen standard

Selbstverständlich stammt das Holz für die Keilrahmenleisten aus nachhaltiger, ökologischer deutscher Waldwirtschaft, ist mehrfach verleimt (die Leiste besteht aus vielen Einzelstücken, die miteinander verleimt sind und so verzugsfreier bleiben) und gut abgelagert.

Das Besondere am Keilrahmen ist die Eckverbindung, die nicht fixiert wird. Das Profilist so gewählt, dass sich die Leisten in einem Winkel von 90 Grad zusammenschieben lassen. Die Stabilität entsteht erst, wenn die Leinwand aufgebracht wird. Sollte die Leinwand mit der Zeit an Spannung verlieren, wird der Keilrahmen in den Ecken aufgekeilt, d.h. es werden Hartholzkeile von innen in die Gehrung getrieben, damit sich das Außenmaß vergrößert und die Leinwand sich spannt.

Sehen Sie sich meine Preise auf meiner website an: www.posterdruck.biz/