Farbmanagement mit ColorMunki Photo
Lange Zeit hatte ich diese verdammt komplexen Farbmanagement Lösungen aus meinem Workflow verbannt und stattdessen mit konsequent mit den Farbprofilen von Epson begnügt. Und das klappte auch ziemlich gut, auch mit Medien, die nicht von Epson sind.
Zu Weihnachten 2009 war es dann doch wieder soweit: Ich schenkte mir notgedrungen ein neues Messgerät, weil mein x-rite DTP94 nicht mehr unter Mac OS X SnowLeopard – 10.6 – funktionierte und ein Treiberupdate vom Hersteller nicht zu erwarten war. Meine Wahl fiel auf das x-rite ColorMunki Photo Paket, mit dem ich meinen Monitor und auch meine Drucker kalibrieren können sollte – so versprachs der Hersteller. Diverse Stellungnahmen von Anwendern in Foren machten mir Hoffnung und so kaufte ich.
Während der Ruhe der Weihnachtsfeiertage konnte ich erste Schritte mit dem Messgerät wagen. Zuerst den Monitor kalibrieren. Ich habe da an meinem Mac ein wunderschönes Apple Cinema Display mit angenehmen 30 Zoll Bildschirmdiagonale. Damit macht Bildbearbeitung richtig Spaß. Messgerät kalibriert, vor den Bildschirm angebracht und los gehts. Die Bildschirmhelligkeit stelle ich auf den von der Software vordefinierten Wert von 120 cd/qcm und nach wenigen Minuten kann ich das Profil speichern. Praktisch eine vorher / nachher Einstellung, mit das neue Profil mit der voherigen Einstellung verglichen werden kann. Schade nur, dass das neu erstellte Profil immer im Colorsync Ordner des Users gespeichert wird, also in ~/Library/ColorSync/Profiles/. Da ich mir den Rechner mit meiner Frau teile, wäre mir der /Library Ordner lieber gewesen. So muss ich ein neu erstelltes Profil immer händisch dorthin kopieren, damit meine Frau auch die Farben so sieht, wie ich in meinem Account.
Obwohl ich die aktuelle Version der Softwares aus dem ColorMunki Paket installiert habe, hakt die Software unter Snow Leopard doch. Das kleine Programm, dass bei der Anmeldung eines Benutzers automatisch gestartet wird und oben in der Menüleiste mit einem Icon den Zugriff auf die ColorMunki Softwares erlaubt, musste ich entfernen, denn bei der Verwendung des Schnellen Benutzerwechsels crashte die Software einige Male und machte ColorMunki unbrauchbar. Und ich durfte die gut gedachte Erweiterung für Photoshop – ein spezielles Plugin wird von ColorMunki gleich in den Photoshop Plugin Ordner mit installiert – wieder entfernen, denn irgendwie hat das Plugin mein altes Photoshop CS2 total ausgebremst.
Dann wollte ich endlich mein erstes Druckerprofil erstellen. Also Foto semigloss in den Drucker geladen und Testchart ausdrucken. Aber halt, da musste ich noch einiges beachten, so hatte ich in Foren gelesen und auch im Blog auf der Website von x-rite für das ColorMunki stand was, wie denn unter Snow Leopard das Farbmanagement für den Epson Druckertreiber ausgeschaltet werden muss. Ein Testchart muss ja ohne Colormanagement gedruckt werden. Ich will das aber hier nicht alles wiederholen, denn man kann es ja leicht nachlesen. Also, das erste Chart ist jetzt ausgedruckt und muss mindestens zehn Minuten trocknen, bevor ich es mit dem ColorMunki Messgerät einlesen darf. Das Messen geht einfach und schnell von der Hand, das Gerät muss nur über einige Streifen gezogen werden und auf dem Bildschirm sieht man sofort, wenn man nicht genau den Streifen gemessen hat oder sonst was eine Messung unmöglich gemacht hat. Der entsprechende Streifen wird dann rot umranded markiert und man misst den Streifen einfach noch mal ein.
Nach dem ersten Chart und wenn man es eingelesen hat, berechnet die Software ein zweites Chart, das bereits erste Messfehler berücksichtig und ins zweite Chart einberechnet. Dann die gleiche Prozedur – drucken, trocknen lassen, einlesen. Danach wird das Profil berechnet und ich speichere es.
So einfach kann die Profilerstellung sein, oder doch nicht? In meinem zweiten Beitrag werde ich von meine kleinen Unglücken berichten, die ich erleben musste und wie ich so in den vergangenen vier Wochen wohl gut zwanzig Profile erstellte für mal gerade vier Papiere.



