Welches Farbprofil fürs Web?

Der Fotograf Gary Ballard, bekennender Mac-User, hat in seinem erklärenden Artikel die Effekte ausführlich dargestellt und zeigt anhand von Beispielen, wie Bilder im Browser/Web einfach nur deshalb schlecht aussehen, weil entweder nicht korrekt vorbereitet, ein Farbprofil nicht eingebettet ist oder eben viele Browser kein Farbmanagement beherrschen. Der Artikel ist zwar in englisch, aber leicht verständlich. Er empfiehlt seinen Monitor grundsätzlich auf Gamma 2.2 und D65 (also 6500 Kelvin Farbtemperatur) zu kalibrieren. Da frage ich mich allerdings, warum andere Pros hier 5000 Kelvin empfehlen. Besonders basicColor, von denen ich meine Farbmanagement Software kaufte und auch andere wie EyeOne, empfehlen für einen professionellen Workflow – auch im Umfeld der Fotografie – immer eine Farbtemperatur von 5000 Kelvin. Allerdings weiß ich, das gerade im Umfeld des Offsetdrucks und den da verbreiteten Prooflösungen, 5000 Kelvin oder D50 als die einzig verbindliche Lichtquelle gilt, um ein gedrucktes Bild zuverlässig zu beurteilen. Aber nicht jeder von uns wird eine Normlichtquelle mit D50 besitzen, insofern kann D65 die bessere Wahl sein. Der Artikel ist hier zu finden: http://www.gballard.net/psd/srgbforwww.html.
Ergänzung zu meiner Frage D50 oder D65:
Auf Apples Supportseite http://support.apple.com/kb/HT2026 wird genau dieser Punkt erörtert oder erläutert, je nach Standpunkt. Apple meint also, D50 wurde über 10 Jahre als Standard angesehen und kommt aus einer Zeit, als eben gedruckte Produkte das einzige und Leuchttische und Normlicht zu jeder guten Ausstattung gehörten. Im heutigen digitalen Workflow, so Apple, sei das nicht mehr zeitgemäß und außerdem würde der Unterschied von D50 zu D65 (hier ist immer nur der Weißpunkt gemeint) von vielen Apps unter der Haube automatisch korrigiert (die meinen da dann die Farbprofile, die ja auch Weißpunktinformationen enthalten). Interessant, wo ich doch vor kurzem erst meinen Monitor auf D50 kalibriert hatte, werde ich das gleich mal auf D65 korrigieren und neu kalibrieren. Wohl gemerkt: es geht hier nur um die Bildschirmkalibrierung und wenn Sie jetzt fragen, ob meine Drucke von Ihren Fotos nun anders aussehen, dann natürlich nein. Dafür sind die Printerprofile zuständig. Und das, was ich jetzt ändere, hat nur Auswirkungen auf meine Fotos, die ich ja schließlich auch am Monitor beurteile. Es könnte sein, das meine Bilder bisher immer etwas zu gelblich waren.

Aufziehen, konservieren und bloß keine Inkjets ins Museum?

In der digit! Ausgabe 3-09 wird dieses Thema kontrovers unter dem Titel »Von allem das Beste« von Peter Schuffelen beleuchtet und einige Fachleute dazu befragt.
Der allgemeine Tenor unter den Fachbetrieben, die Fine Art Printing anbieten, scheint zu sein: Inkjets sind für die Fotokunst geeignet und Fotokunst muss konserviert werden. Viele altbekannte Betriebe und auch jüngere verfolgen das Ziel, dem Künstler unbedingt ein konservatorisch umständlich und kostenintensiv bearbeitetes Fotoprodukt verkaufen zu wollen. Da ist das aus früheren Laborzeiten, als Fotos nur auf chemischem Wege hergestellt wurden, bekannte DiaSec von Grieger scheinbar allen nachahmungswert – es wurden Produkte unter eigenem Namen entwickelt, die das DiaSec im Prinzip kopieren. Dabei ist das DiaSec doch besonders empfindlich. Fotos müssen nach deren Gusto also aufgezogen und vor allen Umwelteinflüssen geschützt werden. Und begründet wird das vorwiegend mit der Annahme, Galeristen, Kunstsammler und Museen würden die Bilder sonst nicht akzeptieren. So werden Fotos auf Platten geklebt und vorn mit Schutzlaminaten, Plexiglasfolien und -scheiben für immer und ewig vereint. Doch was diese Klebesessions dem Foto anhaben und dessen Haltbarkeit negativ beeinflussen können, wird gern verschwiegen.
In dem Artikel in der digit! werden dann aber auch die, die das angeblich zu verantworten hatten, gefragt und was wunderts, es stimmt so nicht unbedingt. Sicher ist das eine oder andere Museum auch heute noch der Meinung, Fotografien würden sonst nicht lange genug halten, auch Inkjetdrucke nicht, doch sind die meist auch nur den Fachleuten aus den fotoverarbeitenden Betrieben in deren Argumentation gefolgt.
Als Fazit aus dem Artikel kann gezogen werden, Inkjets sind heute besser als manch ein gut gemachter chemischer Fotoabzug und Inkjets bloß nicht aufziehen oder gar speziell konservieren, so ein befragter Galerist.

Der Inkjetdruck auf gutem Papier ist haltbarer als ein chemischer Fotoabzug. Wieviel hängt von den Tinten, dem Papier und den Bedingungen, unter denen das Bild später lagert, ab. Und es ist fast egal, ob mit einem Canon, HP oder Epson gedruckt wird, solange man pigmentierte Tinten verwendet.
Das Aufziehen macht das Bild zwar schön plan und spart vielleicht gar einen teuren Rahmen, aber Aufziehen geht nur mit Kleber und Kleber kann auf die Farben auch noch nach Jahren einen ungünstigen Einfluß haben, ganz zu schweigen von den Folgen für das bedruckte Papier. Ein Galerist fasst für sich in dem Artikel zusammen: am besten das Bild hinter einem Passepartout anbringen und dann ab in einen guten Rahmen.
Das ist auch meine Meinung.

Viele Kunstsammler und Fotokäufer interessieren sich übrigens fast gar nicht für Aspekte wie Haltbarkeit und technische Ausführung. Denen ist das Bild und der Name des Bildschaffenden viel wichtiger.

25 Jahre?

Soeben wurde mir klar, das ich mich 1984 selbständig machte und somit in diesem Jahr die 25 Jahre voll sind.
Zurückblickend waren das bewegte 25 Jahre, viele Höhen, Pleiten und Tiefen habe ich erlebt. Immer mich dem Markt anpassend habe ich als Fotograf gearbeitet und hatte ein Fotofachlabor in dem die Fotoabzüge noch von Hand entwickelt wurden. Ein Satzstudio folgte, in dem ich mit meinem allerersten Mac als ersten Auftrag eine Vereinszeitung für den nachfolgenden Offsetdruck zu setzen hatte – die Druckvorlagen druckte ich da noch mit einem Apple Laserwriter Plus aus, die dann noch per Reprokamera als Filmvorlage auf die Druckplatten kopiert wurden. Abenteuerlich.
Dann wurde das Satzstudio erweitert um einen eigenen Fotosatzfilmbelichter und Fotokopierer für die Massenkopie folgten. Eindrucksvoll, wie der Xerox Kopierer 100 Seiten in der Minute kopierte und im Ausgabefach die Seiten gleich faltete und zu einem Heft mit Klammerheftung zusammentrug.
Um die Jahrtausendwende kam der Umbruch hin zum feinen Fotodruck mit großformatigen Inkjetdruckern. Erst ein HP der ersten Generation mit 137 cm Druckbreite, dann ein zweiter HP mit 106 cm Druckbreite aber schon bis zu 45 qm pro Druckvolumen!
Heute drucke ich mit den besten Maschinen von Epson und 112 cm Druckbreite und da sind die Resultate um Welten besser als mit meinen ersten Maschinen.
Im Moment widme ich mich neben dem Fine Art Printing wieder etwas ausführlicher der Fotografie – demnächst steht wohl die Ablösung meiner betagten Nikon D100 durch eine Nikon D300 an – wie auch an meinen Aktivitäten auf 55shots.com sowie verschiedenen anderen Seiten mit Angeboten an Fotoprints von Fotografen und Aufnahmen aus meinem eigenen Archiv, zu sehen ist.
Ganz neu in meinen Fokus gerückt ist die Videofilmerei. Sowieso ist das bewegte Bild die Zukunft, wie an diversen Diashows im Filmformat zu sehen ist. Ich selbst habe da auch einige mit den Arbeiten meiner Frau, Ilona Weinhold-Wackernah, veröffentlicht. Mit passender Musik untermalt wirken die Fotos einfach besser.
Das Filme erstellen jedenfalls bedeutet für mich aber nicht nur animierte Standbilder sondern auch das echte Videografieren. Dazu verwende ich erstmal einen kleinen Full-HD Camcorder, mit dem ich bisher kurze Sequenzen zusammen gesammelt habe. Mal sehen, wie die später zu einem Werk zusammen wachsen werden.