Fastbind Fotomount M3
Fastbind wirbt mit Deluxe Photobooks und als mir das System vor Ort gezeigt und demonstriert wurde, war ich der gleichen Meinung. Das System zeichnet sich durch einen vergleichsweise günstigen Anschaffungspreis aus und braucht nicht viel, außer ein bisschen handwerkliches Geschick.
Was man bekommt, ist ein Fotobuch mit sehr dicken Seiten – gut 1 mm stark sind die einzelnen gebundenen Blätter – und der Möglichkeit, das Buch auf 180 Grad aufzuschlagen. Ohne Drücken und Biegen! Wegen der dicken Seiten möchte ich bei dem Produkt nicht so sehr den Begriff Fotobuch verwenden, mir scheint der Begriff Fotoalbum hier besser angezeigt.
Wie geht das?
Man layoute die beim aufgeschlagenen Buch nebeneinander liegenden Seiten in einer Software. Das kann Photoshop sein, aber auch jeder andere Software, die dann entweder PDFs oder Bilddateien ausgeben kann. Bilder können so selbstverständlich durch die Falz laufen. Der gedruckte Bogen wird genau in der Mitte genutet – mit einer Maschine wird das Material für ein sauberes Knicken vorbereitet. Dann knickt man die Bogen, so das die Motivhälften genau auf einander liegen. Jetzt wird der geknickte Bogen auf ein Mounting Sheet aufgebracht. Mounting Sheets sind beidseitig selbstklebend ausgerüstete hochwertige Pappen. Jede Buchseite enthält also in der Mitte ein Mounting Sheet. Zwei Buchseiten werden durch den Druck zusammen gehalten – das ist sehr stabil, verwendet man dafür schweres Foto- oder Fineartpapier.
Hat man den Buchblock aus allen Seiten fertig geklebt, wird dieser auf das Endformat zugeschnitten. Dazu verwende man einen Stapelschneider, am Besten eine elektrische Schneidemaschine. Ein Buchblock darf bis zu 8 cm dick werden und sollte für gut und gerne 60 Blatt oder 120 Seiten reichen (grob geschätzt).
Abschließend wird der Buchblock in den Umschlag eingehängt – also eingeklebt. Das erste Blatt wurde auf ein Mounting Endsheet geklebt, wobei die dem Buchcover zugewandte Seite zunächst frei bleibt. Die dient zum einkleben in den Umschlag.
Was wird noch benötigt?
Zum Nuten benötigt man idealerweise eine Nutmaschine, ein Falzbein geht aber auch. Und ein professionelles Fotoalbum sollte einen individuellen Umschlag haben. Den baut man sich mit der Fastbind Hardcover Maschine. Das ist ein Montagetisch, mit dem auf den bedruckten und selbstklebend ausgerüsteten Umschlag – gut ist eine Klebefolie – die Hardcoverpappen aufgebracht werden. Die Ecken müssen zum Umschlagen abgeschnitten werden, was mit der Maschine auch erledigt werden kann und dann werden die Folienseiten um die Pappe umgeklebt. Eine gute und einfach zu bedienende Lösung.
Was kommt dabei raus?
Ein Fotoalbum in bester Druckqualität auf fast jedem hochwertigen Papier, das man sich vorstellen mag. Feste Albenseiten, die sich trotzdem flach aufschlagen lassen – ein wichtiges Merkmal, möchte man das Album mal mehreren gleichzeitig zeigen. Einen ganz nach eigenem Geschmack und Motiv gestalteten Umschlag und eine praktische und robuste Bindung.
Ich habe das Album mal rum gezeigt und jeder war wie ich von der Wertigkeit überzeugt.
Ich habe mich für das Produkt entschieden und werde bis zum Sommer Fotoalben in dieser Machart anbieten. Der Preis wird allerdings mit denen aus den Großlaboren nicht mithalten können, da steckt dann doch sehr viel mehr Material und Zeit drin, denn das Buch ist dann komplett von Hand gemacht. So ein Buch kann dann in 20×30 cm mit 20 Seiten schnell mal 130 Euro kosten.
