Noch eine Anmerkung zu Fotobüchern

Da hatte ich ja schon eine ganze Menge Negatives zu den heute erhältlichen Fotobüchern abgelassen. Ich will aber nicht nur meckern. Inzwischen haben meine Frau und ich uns drei weitere Bücher drucken lassen und die Qualität war wirklich ok. Allerdings hat meine Frau sich tatsächlich in eine vom Anbieter zur Verfügung gestellte Software eingearbeitet. Das hat so einige Tage gedauert. Und die Tricks, um etwas mehr Freiheit aus diesen Tools heraus zu holen, müssen erst entdeckt werden. Es gab leider auch immer wieder eine ganze Menge Abstürze der Software, die ist also wirklich noch als ein Testprogramm zu bezeichnen.

Kommende Woche nun habe ich Gelegenheit, live den Druck eines Fotobuchs von meiner Vorlage auf einer JOTA-Druckmaschine (siehe früherer Artikel) mit zu erleben und da wollte ich dann gerne eines von den Fotobuchlayouts mitnehmen, die meine Frau in den vergangenen Wochen mit der oben erwähnten Software schon gelayoutet hatte. Doch Pustekuchen, aus der Software gelingt noch nicht mal ein Korrekturdruck geschweige denn ein Export nach PDF. Einzig ein Upload zum Druckanbieter bleibt möglich. Shame! Dabei passierte es mir leider auch, das sich einige der fertigen und schon mal gedruckten Layouts nicht mehr öffnen liessen. Die Software stürzte einfach immer wieder ab. So ist nicht mal ein Nachdruck möglich. Was soll ich denn davon halten?

Dürfen Finearts aufgezogen werden?

Dazu habe ich vor kurzem ein Gespräch mit dem Außendienst-Mitarbeiter von Römerturm Feinpapiere, Herr Michael Dähn, geführt. Das Gespräch war mir wichtig, weil ich im alten Shop unter www.posterdruck.biz auch Hahnemühles Fineart Pearl auf KAPA FIX® und Finnpappe angeboten hatte und nun vor der Entscheidung stand, diese Kombination auch im neuen Shop anzubieten. 

Seine Meinung dazu ganz klar NEIN.

Sowohl das KAPA FIX® als auch der Kromakarton (eine Finnpappe von Römerturm) sind zwar säurefrei und auch der Kleber ist sehr verträglich, doch meint er, unter bestimmten Umweltbedingungen können die Aufziehmaterialien eben doch mit dem Kleber und an dem Druck Reaktionen auslösen, die eine beschleunigte Alterung des Drucks vom Rand her bedingen.

Fineartpapiere, insbesondere Papiere aus reinem Zellstoff sind gerade auf langsame Alterung getrimmt. Erst im zweiten Aspekt wird mit der Inkjetbeschichtung auf gute Druckergebnisse geschaut. Herr Dähn gab mir dazu viele Fachbegriffe in dem Gespräch, die ich mir leider nicht alle merken konnte, doch der Tenor ist: Fotopapiere ja, Fineartpapiere nein. Fotopapiere sind hier eindeutig im Vorteil, weil einerseits der Kunststoffträger weniger auf saure Einflüsse reagiert und andererseits Fotopapiere eh nicht auf so lange Haltbarkeit ausgelegt sind, wie Fineartpapiere. Fazit: Fotopapiere sind eher gealtert als das Aufziehen Probleme verursachen kann, mit Fineartpapieren dagegen verhält es sich genau anders herum – sie überstehen von Haus aus ein Aufziehmaterial um viele Jahre.

Wie sollen Fineartpapiere denn nun gerahmt werden?

Die einfachste Form ist hinter Glas mit Passepartout. Das Glas hält Feuchtigkeit und Umweltgase vom Druck fern. Schädigende Umweltgase sind vor allem Ozon und Ozonverbindungen. Das Passepartout hält den Druck plan und gibt ihm den würdigen Rahmen. Aber nicht jedes Passepartout eignet sich. Auch der Passepartoutkarton muss alterungsbeständig sein – meist sind das die so genannten Museumsqualitäten. Darauf bitte unbedingt achten. Wer es noch besser meint, nimmt rückwändig auch solche Museumskartons und verklebt den Rahmen von hinten, damit auch dort keine schädlichen Umwelteinflüsse eindringen können.

Ausblick

Fotopapiere werde ich weiterhin auf KAPA FIX® aufgezogen anbieten. Und Fotopapiere auf Finnpappe werden ins Programm aufgenommen.

Fineartpapiere werden in den kommenden Wochen um ein neues Produkt ergänzt. Für Drucke hinter einem Passepartout muss der Druck etwas größer als der Passepartoutausschnitt sein. Das wird im neuen Produkt berücksichtigt sein.