Was macht ein Farbprofil im Graustufenbild?
Ein Bild, das nur Graustufen von Schwarz bis Weiß enthält, kann eigentlich nicht durch ein Farbprofil beschrieben werden, denn Farbinformationen sind ja nicht drin außer eben die schwarze Farbe. Aber ein Farbprofil enthält einen Gammawert, der hier dringend benötigt wird.
Macintosh- und Windows-Systeme verwenden leider nicht nur unterschiedliche Standardmonitorauflösungen - Macs = 72 dpi und Windows = 96 dpi - auch das Monitorgamma ist verschieden - Macs = 1,8 und Windows = 2,2. Das Gamma wirkt sich im gesamten Helligkeitsbereich aus, außer Schwarz und Weiß sind gleich. Ich habe hier zwei Bilder eingefügt mit einem Gamma von 1,8 und 2,2. Der Unterschied ist nicht sehr groß, jedenfalls in diesem Motiv, andere Motive mögen größere Unterschiede aufweisen. Mit einem ICC-Profil im Bild wäre kein Unterschied zu sehen.

Bild mit Gamma 1,8

Bild mit Gamma 2,2
Man kann ein Graustufenbild mit einem Graustufen-ICC-Profil abspeichern. Es gibt gerade mit professionellen Softwares meist Profile dazu. Mit Photoshop z. B. bekommt man automatisch Grau 1,8 und Grau 2,2 installiert. Nicht jeder weiss aber um die Wirkung eines Profils im Graustufenbild, denn wer von jeher mit einem Mac gearbeitet hat, weiß nichts von einer anderen Darstellung auf einem Windows.
Mein Workflow mit dem alles entscheidenden RIP (Raster Image Prozessor), das die im Bild vorhandenen Farben in Farben der Druckmaschine umrechnet, erwartet auch bei Graustufenbildern eine Angabe des Gammawerts. Ist keine Angabe - sprich kein Profil - im Bild, so wird ein Windowsgamma von 2,2 angenommen. Kommt das Bild nur einem Mac ohne Profil, wird der Druck zu dunkel ausfallen. Das ist ärgerlich.
Meine Empfehlung
Sind Sie sich nicht sicher, ob oder wie Sie ein Grauprofil ins Bild speichern können, dann führen Sie alle Arbeiten am Bild in Graustufen durch, bis das Bild Ihren Vorstellungen entspricht und wandeln es dann zurück ins RGB. Sie verlieren nichts. Kontrollieren Sie in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm mit der Pipette, ob alle Graustufen gleiche RGB-Werte aufweisen. Ein mittleres Grau sollte 128 in Rot, Blau und Grün aufweisen.
Wird z. B. das Farbprofil sRGB als Zielfarbraum angegeben, so wird der Gammawert auch gleich mit angepasst. sRGB verwendet ein Gamma von 2,2. Die Anpassung übernimmt z. B. Photoshop automatisch, Sie bekommen bei richtiger Anwendung keine Farb- oder Graustufenänderungen im Bild. Einzig die Bilder werden größer, denn nun müssen ja drei Farbkanäle im Bild gespeichert werden versus 1 Kanal im Graustufenbild. Als JPEG gespeichert ist der Unterschied allerdings nur marginal. Selbstverständlich kann jedes andere Farbprofil verwendet werden wie Adobe-RGB, LStar-RGB, ECI-RGB usw.
Beim Druck mit RIP ist voreingestellt, dass gleiche RGB-Werte in allen drei Kanälen als Grauwert behandelt werden - das Ergebnis ist ein neutrales Graustufenbild auf Papier oder Leinwand.