Monatsarchiv für März 2007

Was unterscheidet Foto- und Fineart-Papier

Sonntag, den 18. März 2007

Ein langes Leben für eine gedruckte Fotografie ist unser aller Wunsch. Hochwertiges Papier und gute Tinten sind Garanten, das eine Fotografie uns lange erfreuen kann. Neben vielen Umwelteinflüssen wie Schadstoffen in der Luft, Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung bestimmen aber gerade die Papiere, wie lange ein Kunstwerk uns erhalten bleibt. Epson hat mit seinen Ultrachrome-K3-Tinten eine gute Basis geschaffen (das K3 steht übrigens für 3 Schwarztöne - mit K wird in der Druckbranche das Schwarz bezeichnet, auch Tiefe genannt). Bis zu 75 Jahre sollen sie halten können. Doch ob unsere Finearts auch so lange halten, ist ganz wesentlich vom Bedruckstoff abhängig, denn beide gehen beim Druck eine besondere Verbindung ein.

Schon die spezielle Tintenbeschichtung eines Papiers oder Leinwand bestimmt, wie gut die Farben darauf zeitlich halten und nicht verblassen. Aber auch der Bedruckstoff selbst unterliegt Alterungen wie Vergilben und Zerfallen. Wer kennt nicht alte Zeitungen, die schon beim in die Hand nehmen in kleine Stücke sich auflösen.

Fotopapiere grundsätzlich sind für eine kürzere Lebensdauer konzipiert. Hier stehen günstige Herstellungskosten, knackige Farben und eine gute Griffigkeit im Vordergrund. Meist werden Fotopapiere auch in dunklen, lichtgeschützten Fotoalben aufbewahrt, wo so auch Umwelteinflüsse weniger Schaden anrichten. Ausstellungsfotos sind durch die offene Präsentation da schon anfälliger und sollten nicht zu hell aufgehängt werden. Eines der größten Schwachpunkte von Fotopapier sind die darin verwendeten optischen Aufheller, die für ein besonders strahlendes Weiß des Papiers sorgen. Optische Aufheller vergehen schneller als uns lieb ist, die Folge sind Vergilbungen am Foto.

Die im Papier verwendete Zellulose-Mischung bestimmt, wie lange die Fasern zusammen halten. Das ist das, was ich oben mit der alten Zeitung meinte. Irgendwann zerfällt das Papier, auch das Fineartpapier zerfällt irgendwann, doch mit Sicherheit wesentlich später als das Fotopapier.

Hahnemühle und alle anderen Fineart-Papier-Hersteller werben mit der besonderen Archivfestigkeit ihrer Papiere. Voraussetzungen sind säurefreie Herstellungsverfahren und der Verzicht auf optische Aufheller. Ein Test in den USA soll einem Druck mit Ultrachrome-K3-Tinten auf Hahnemühle PhotoRag eine Lebensdauer von weit über 100 Jahren bescheinigt haben. Eine Quelle dazu kann ich nicht nennen, es wurde mir auch nur so erzählt. Aber sollte das stimmen, so zeigt das, dass das Papier auch die Druckfarbenlebensdauer verlängern kann, denn Epson spricht ja nur von 75 Jahren für seine Tinten.

Fineart-Papiere sind nicht nur teurer in der Herstellung, sie werben auch als einzige mit einer Archivfestigkeit und Museumsqualität. Museen und Galerien stellen gerade an fotografische Drucke besondere Anforderungen bezüglich des Herstellungsverfahrens, bevor die Fotografien von ihnen angenommen werden. Versuchen Sie also gar nicht erst, eine Fotografie auf Fotopapier anzubieten, nehmen Sie gleich ein hochwertiges Fineart-Papier. Die Herstellerliste ist nicht sehr lang, doch die Auswahl immer noch gut: Innova, Crane, Hahnemühle um nur einige zu nennen.

Zusammenfassend die Vorteile von Fineart-Papieren: Keine optischen Aufheller - kein Vergilben des Papiers, säurefreie Herstellung - keine vorzeitige Farbänderung am Motiv, das Papier hält in jedem Fall länger als die Druckfarbe. Fineart-Papiere werden meist auch in festeren Grammaturen angeboten: Hahnemühle Fineart Pearl in 285 g/qm, Hahnemühle PhotoRag in 310 g/qm.

Eine Frage bleibt allerdings auch für mich, auf die mir vielleicht jemand eine Antwort geben kann: Fineart-Papiere, die das früher beliebte Barytfotopapier nachahmen, haben einen extrem hohen Weißegrad, der eigentlich auch nur durch optische Aufheller erreicht werden kann. Sind da optische Aufheller drin und sind das dann noch echte Fineart-Papiere?

Ausstellung »Israel: Staat – Volk – Land«

Sonntag, den 4. März 2007

Im Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen zeigt der Fotograf Ralf Ziegler seine Bilder aus Israel.

Zur Woche der Brüderlichkeit eröffnet eine Ausstellung mit Bildern des Fotografen Ralf Ziegler einen subjektiven und unkommentierten Blick auf das reale Israel. Daneben bieten siebzehn Thesen - vom Arbeitskreis „Kirche und Judentum“ der Evangelischen Kirche der Pfalz in mehrjähriger kontrovers geführter Diskussion erarbeitet - Impulse zur grundsätzlichen Klärung unseres Verhältnisses zu Israel.

Ausstellungseröffnung: 8. März 2007, 19 Uhr
Eröffnungsvortrag: Lea Fleischmann liest aus ihrem neuen Buch “Meine Sprache wohnt woanders – Gedanken zu Deutschland und Israel”.
Veranstalter: Evangelische Akademie der Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Ernst-Bloch-Zentrum
Ausstellungszeitraum 11. März bis 20. Mai 2007
Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Öffnungszeiten während der „Woche der Brüderlichkeit“ (11. bis 17. März 2007): täglich außer Montag 14 bis 17 Uhr, Donnerstag 14 bis 20 Uhr.
Ansonsten gelten unsere üblichen Öffnungszeiten.

Zweimal der WOW-Effekt

Sonntag, den 4. März 2007

Von meinem Erlebnis mit dem Hahnemühle Fineart Pearl habe ich ja schon in meinem vorherigen Beitrag geschwärmt und ich möchte das hier noch mal betonen, wie begeistert ich bin.

Jetzt zur Leinwand: Normalerweise drucke ich ausschließlich mit Fotoschwarz im Epson Pro. Doch jedes Material hat, besonders im Schwarz, seine Anforderungen an einen kontrastreichen und gesättigten Druck. Fotopapiere und auch das Hahnemühle Fineart Pearl verlangen nach dem Fotoschwarz, matte Materialien wie Hahnemühle PhotoRag und Leinwand verlangen nach Mattschwarz.

Das hängt damit zusammen, wie die Tinte in die Aufnahmeschicht eingebettet wird. Fotoschwarz wird von der Oberfläche aufgenommen und erhält so die Oberflächenstruktur. Besonders Glanz bleibt so erhalten. Das Ergebnis ist ein tiefes Schwarz. Matte Papiere saugen Fotoschwarz ein wenig auf, es vergraut dabei. Spätestens, wenn die Farbe ganz trocken ist, sieht Schwarz nur noch dunkelgrau aus. Durch geschickte Kalibrierung fällt das aber nicht besonders auf, es sei denn, man stellt einen Druck mit Mattschwarz daneben.

Der Unterschied ist in der Pigmentgröße der beiden Schwarze zu suchen. Fotoschwarz enthält ganz feine Pigmente, die in die Oberfläche einziehen. Mattschwarz enthält große Pigmente, die auf der Oberfläche liegen bleiben. Mattes Papier und auch die Leinwand werden idealerweise mit Pigmenten bedruckt, die groß sind und nicht in die Oberfläche einziehen können - sie bleiben auf der Oberfläche. Dadurch wird der Druck allerdings auch etwas empfindlicher gegen Abrieb - also Vorsicht im Umgang mit solchen Drucken.

Warum ich nicht immer mit Mattschwarz auf Leinwand drucke?

Da ist zum einen der Kostenfaktor: Beide Tinten lassen sich nicht gleichzeitig in der Druckmaschine verwenden, ich muss also tauschen. Der Epson Pro bietet dafür einen relativ einfachen Schwarzwechsel-Modus an und so dauert der Wechsel ungefähr 10-15 Minuten. Doch wird dabei Tinte vernichtet und Tinte ist teuer. Und das war bisher auch immer der Grund, der mich von einem grundsätzlichen Wechsel abgehalten hat. Es kostet bei jedem Wechsel bis zu 10 Euro Tinte und Wartungsbehälter, die unwiderbringlich verloren gehen. Mal eben einen Tintenwechsel für einen Druck auf Leinwand in 20×30 cm lohnt nicht, denn kann ich Ihnen nicht in Rechnung stellen.
Und zum anderen die erhöhte Empfindlichkeit der Drucke, die eine noch vorsichtigere Behandlung verlangt.

Wieviel mehr Schwarz bringt das?

Ein ungefähr 10 bis 15 Prozent tieferes Schwarz kann damit erzielt werden. Das scheint nicht viel, doch habe ich gerade eben Drucke gemacht - Stillifes vor schwarzem Hintergrund -, wo sich das ganz besonders gelohnt hat. Allein der bessere Kontrast, die Farben wirken vor dem tieferen Schwarz einfach leuchtender.

Und in Zukunft?

Alle anderen Drucke werden weiterhin mit Fotoschwarz gedruckt. Ich überlege aber eine Pro-Serie, bei der ich dann einmal wöchentlich auf Mattschwarz umstelle und in einem Rutsch alle bis dahin angefallenen Aufträge erledige. Sicher werden die Drucke dann ein klein wenig teuerer werden müssen, doch wer das möchte und die etwas längere Zeit warten kann, der wird mit einem tiefen Schwarz und kontrastreicheren Drucken belohnt.