Wie ist das mit den Rändern bei Canvas?

Das mit den Rändern bei Leinwand/Canvas sorgt immer wieder für Verwirrung. Ich versuche hier mal ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, indem ich ihnen erkläre, warum ich gerne das Motiv umlaufen lasse.

Die Leisten

Die Leisten kaufe ich vorgefertigt mit Gehrung und Keilen und die werden von mir zusammengesteckt in der Größe, in der Sie den Druck bestellt haben. Die Rückseite der Leisten sind plan, die Vorderseite hat außen eine leichte und runde Wölbung, über die die Leinwand später gespannt wird. Die von mir verwendeten Leisten haben eine Breite von 45 mm und eine Höhe von 18 mm.

Wie groß wird gedruckt

Wenn Sie einen Rahmen in der Größe 40×60 cm haben möchten, so skaliere ich das Bild auf 44×64 cm. Der Grund ist der 18 mm oder 1,8 cm hohe Rahmen und die Handarbeit: 2 x 1,8 cm = 3,6 cm plus ein bischen Spielraum beim aufziehen macht gerundet 4 cm mehr zum Rahmen. Ich gebe dann noch weitere 4 cm hinzu, der bleibt aber unbedruckt und dient normalerweise auf der Rückseite zum Klammern.

Warum ich das Motiv umlaufen lasse

Die Leisten haben wir im vorherigen Absatz ausgeführt eine leichte Wölbung, über die die Leinwand gespannt wird. Schaue ich mir den aufgezogenen Druck später von vorn an, so sind die Seiten vom Rahmen nicht scharfkantig sondern abgerundet.

Aufgezogen wird, indem die Leinwand mit der bedruckten Seite auf eine Unterlage gelegt wird. Die Leinwand ist nicht durchscheinend, ich sehe das Motiv also nicht. Ich lege den Rahmen auf die Leinwand genau zentriert und messe mit einem Lineal gleiche Abstände aus. Dann wird die erste Seite der Leinwand auf die Leiste geklappt und mittig mit drei Klammern festgemacht. Dann folgt die gegenüberliegende Seite, die linke und dann die rechte Seite.

Jetzt wird auf der zuerst geklammerten Seite von der Mitte bis zur linken Kante geklammert, so auf der gegenüberliegenden, der linken und der rechten Seite. Dann wieder zur ersten Seite und jetzt von der Mitte zur rechten Kante uns so weiter. Ganz zum Schluß werden die Ecken eingefaltet. Da ich immer auf der Rückseite arbeite, und ich Anfangs im Uhrzeigersinn klammere, kommt es zu leichten Verzügen in der Leinwand und im Motiv. Die Leinwand ist ja ein Stoff und wenn da dran gezogen wird, gibt der ein wenig nach.

Versuche ich ein Motiv, das genauso groß gedruckt wurde, wie der Rahmen ist, passend auf den Rahmen aufzuziehen, kommen unweigerlich mal weiße, unbedruckte Bereiche der Leinwand so von vorn zu sehen. Das sieht hässlich aus, läßt sich aber bei aller Kunstfertigkeit nicht vermeiden. Es bleibt schließlich Handarbeit.

Was Schlauberger beachten sollten

Manchmal werden Bilder hochgeladen, die schon mit einem weißen Rand versehen sind: Da wird ein Motiv genau 40×60 cm angelegt, oft mit schwarzem Untergrund und in Photoshop noch rundum 2 cm weiße Fläche dazu gegeben -> das Bild ist also 44×64 cm groß und entspricht genau meinen Vorgaben. Ich gebe dann nochmal 4 cm dazu und drucke in 48×68 cm.

Das Problem ist das oben beschriebene im Absatz »Wie groß wird gedruckt«. Ich kann für keine erstklassige Arbeit und Passgenauigkeit garantieren.

Was aber ein guter Mittelweg ist, ist wenigstens den bedruckten Bereich um rundum 1 cm zu vergrößern -> 41×61 cm wäre in diesem Fall besser. Das Motiv läuft von vorn also links, rechts, oben und unten jeweils 5 mm über die Kanten. Da die Kanten abgerundet sind, sieht man fast alles von diesem Überstand auch von vorn und verliert so vom Motiv fast nichts. Wenn das Motiv dann auch noch auf einem dunklen Untergrund steht, macht das überhaupt nichts und sieht absolut professionell aus.

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